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Die neue Sprach-Kita könnte künftig im Westflügel (links) unterkommen. Dann könnte der ehemalige OP-Trakt (links) wieder eingerichtet werden.

Foto: Falk Bernhardt

Wird im OP-Trakt bald wieder operiert?

Im ursprünglich geplanten Gebäudeteil des ehemaligen Frankenberger Krankenhauses soll nun doch nicht die Sprach-Kita einziehen, sondern in den Westflügel. Das letzte Wort haben aber die Stadträte.

Von Ute George
erschienen am 12.06.2018

Frankenberg. Der OP-Trakt im ehemaligen Frankenberger Krankenhaus ist in so einem guten technischen und baulichen Zustand, dass künftig dort wieder operiert werden könnte. Deshalb sollte dort nun doch nicht die neue Sprach-Kita einziehen. Das erklärte Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) zur jüngsten Sondersitzung des Stadtrates. Eine Entscheidung müsse aber der Stadtrat treffen.

"Es hat inzwischen eine neue Entwicklung gegeben, wasdas Konzept der künftigen Poliklinik betrifft", so Firmenich. Danach könnten fast die gesamten Räume, deren Einrichtung sowie die Heizung- und Lüftungstechnik erhalten bleiben und zu einem ambulanten OP-Zentrum und einer weiteren Arztpraxis für Anästhesie und Schmerztherapie werden. Die Grundrisse müssten kaum verändert werden. Auch die Einbaumöbel, elektrisch betriebene Türen, Beleuchtung, Personalräume und Toiletten könnten erhalten und mit minimalem Aufwand weiter genutzt werden.

"Deshalb wurde jetzt geprüft, ob die Sprach-Kita in den Westflügel einziehen kann", so Firmenich. Den Westflügel, wo sich einst die Kurzzeitpflege befand, wollte die Stadt ursprünglich verkaufen. Heike Meyer-Himpich vom Architektenbüro H+H aus Burgstädt, das mit der Objektplanung beauftragt ist, hält den Westflügel sogar für geeigneter. Mehr Fenster würden für gutes Licht sorgen, und die Eltern könnten von hinten an das Gebäude heranfahren, um ihre Kinder zu bringen.

Die Krippenkinder empfiehlt Heike Meyer-Himpich im Erdgeschoss unterzubringen. Da es sich aber um eine Souterrain handelt, müssten zusätzliche Fenster eingebaut werden. Auch eine große Terrassentür sollte entstehen. Im ruhigsten Bereich, an der Nordseite, könnten die Schlafräume eingerichtet werden. Neben Gruppenräumen plant Heike Meyer-Himpich auch Garderoben und Sanitäranlagen für die Jüngsten. "Es könnten 40 Krippenkinder untergebracht werden", sagte sie. Eine Grundsanierung sei zwar notwendig, die Gebäudesubstanz sei aber so wie sie ist verwendbar.

In die oberen Geschosse könnten dann die größeren Kinder einziehen. Sie würden praktisch bis zum Schuleintritt von unten nach oben "wandern", aber im gleichen Haus bleiben. Im mittleren Geschoss sollen zwei Gruppenräume und ein gemeinsamer Mehrzweckraum entstehen. "Auch ein neues Treppenhaus müsste eingebaut werden", erklärte Heike Meyer-Himpich. Als zweiter vorgeschriebener Fluchtweg soll dann die gemeinsame Treppe mit der Poliklinik genutzt werden. "Im Obergeschoss könnten ebenfalls Gruppenräume und ein Kreativraum entstehen", erklärte die Architektin weiter. Geplant seien weiterhin ein Fahrstuhl und behindertengerechte Sanitäranlagen. Die Frage, ob das oberste Geschoss abgetragen werden soll, bliebe noch zu klären, sagte Heike Meyer-Himpich. Es könnten dort aber auch Reserveräume für die Poliklinik bleiben.

"Der Westflügel könnte dann nicht wie geplant verkauft werden", sagte Bürgermeister Firmenich. Das künftige ambulante OP-Zentrum gehöre dann zum Medizinischem Versorgungszentrum, das die Stadt und die Poliklinik gGmbH Chemnitz als GmbH gründen wollen. Die Entscheidung soll zur nächsten Stadtratssitzung am 20. Juni fallen.

Die Gesamtkosten für das neue Gesundheitszentrum stehen noch nicht fest, erklärte Stadt-Sprecherin Anja Sparmann auf Nachfrage. Die Schätzung werde derzeit erstellt. Mann gehe aber davon aus, dass mit Erhalt beziehungsweise Wiederinbetriebnahme des OP-Traktes die Kosten sinken könnten. Ein neues ambulantes OP-Zentrum in anderen Gebäudeteilen einzurichten, wäre finanziell aufwändiger.

 
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