Damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt

Mitglieder der Wasserwacht haben in Rochlitz den Aufbau eines Walls an der Mulde geübt. Denn bei einem Hochwasser muss alles ganz schnell gehen.

Rochlitz.

Der Tag des Hochwassers war am Samstag ein guter Anlass für die jährliche Übung der Wasserwacht Rochlitz, bei der die Hochwasserschutzwand entlang der Mulde errichtet wurde. "Die Hochwasserschutzwand wurde uns drei Tage vor der Flut 2013 übergeben. Zwar schwappte das Wasser damals auch etwas über, aber es entstanden weitaus weniger Schäden, als ohne diesen Schutz", erklärte Hauptamtsleiter Mario Rosemann. Seitdem wird der Aufbau der Hochwasserschutzwand, die circa zwei Kilometer lang ist und aus drei Abschnitten besteht, geprobt.

Diesmal war der erste Abschnitt, der am Mühlplatz beginnt und bis zur Fischergasse reicht, dran. Im Ernstfall würden hier nur vier bis sechs Mann zum Einsatz kommen, statt der etwa 20, die sich am Samstag an der Übung beteiligten. Sie befestigten aller drei Meter Stempel, in die die circa 15 Zentimeter hohen Dämmbalken eingeschoben werden. "Sie bestehen aus Aluminium und sind sehr leicht. Das ist gut für den Transport und die Montage. Man muss aber sorgsam mit ihnen umgehen, damit die Kanten nicht beschädigt werden", erklärte Rosemann. Nach jeder Übung erfolgt eine Auswertung, um Schwachstellen aufzudecken und abzustellen. So wurden inzwischen die Montagekisten um Feilen und Zangen nachgerüstet, um Kanten an den Dämmbalken wieder gerade biegen zu können.

Die Stadtverwaltung startete vor etwa drei Jahren einen Aufruf und bat um Mitarbeit in einer Wasserwacht. "Ich habe mich gleich dafür interessiert, denn schon beim Hochwasser 2013 habe ich geholfen, wo ich gebraucht wurde", berichtet Raymond Lange. Es gibt keine Spezialarbeiten, alle müssen jeden Handgriff trainieren, sodass jeder im Ernstfall überall eingesetzt werden kann. Dafür treffen sich die Freiwilligen auch vierteljährlich in der Feuerwache zur Schulung. Einen besonderen Schwerpunkt bildet der zweite Abschnitt der Hochwasserschutzwand im Bereich der Muldenschule. Dort erreichen die Stempel eine Höhe von drei Metern. Der letzte Abschnitt reicht von der Brücke bis zum Klinkborn. Dort erledigen im Ernstfall zwei Mann den relativ einfachen Aufbau der Schutzwand. Um das Material zu schonen, werden bei der jährlichen Übung nur einzelne Abschnitte aufgebaut.

"Ich denke, das Hochwasser von der Mulde bekommen wir durch die Schutzwand gut in den Griff. Mehr Sorgen mache ich mir um plötzlich auftretenden Starkregen. Dagegen sind wir machtlos", resümierte Rosemann. Nach dem Auf- und Abbau der Hochwasserschutzwand übten die Mitarbeiter noch das ordnungsgemäße Befüllen von Sandsäcken.

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