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Im Frühjahr 2015 berichtete die "Freie Presse" von der Problematik. Seither hat sich nicht viel daran geändert.

Foto: Chemnitzer Verlag und Druck GmbH

Der Kampf gegen die Temposünder geht weiter

Dass sich einige nicht an das Limit im Dorf halten, ist bekannt. Was die Methauer aber zusätzlich verärgert: Jahrelange Klagen gegen rücksichtslose Fahrer helfen nichts.

Von Marion Gründler
erschienen am 13.09.2017

Methau. Karin Herz ist sauer. Nachdem bereits vor zwei Jahren die Raserei an der Methauer Dorfstraße von Anwohnern heftig angeprangert wurde und Gott und die Welt in Bewegung gesetzt worden waren, um rücksichtslosen Autofahrern Einhalt zu gebieten, hat sich rein gar nichts gebessert. "Als ich vor einigen Tagen gegen Abend vor die Tür trat, bretterten zwei Cross-Maschinen so lautstark und mit hohem Tempo am Haus vorbei, dass ich mich nur noch mit einem Sprung rückwärts in Sicherheit bringen konnte", schildert sie eine fast alltägliche Situation. Das Tempolimit von 30 Stundenkilometern interessiert, wie sie betont, zwar einige, aber längst nicht alle. "Vor zwei Jahren wurde etliches getan, um Ruhe reinzubringen. Ein dauerhafter Effekt ist aber ausgeblieben", sagt Karin Herz. Bei der rücksichtslosen Raserei habe sie Angst um ihr gerade mal eineinhalb Jahre altes Enkelkind.

Auch Nachbar Ralf Killig treiben Sorgen um seine drei Kinder um. Sein Elfjähriger sei schwerstbehindert und bedürfe der besonderen Aufmerksamkeit. Der Junge würde täglich mit einem Bus der Förderschule geholt und wieder nach Hause gebracht. "Mitunter muss der Bus so anhalten, dass mein Junge auf der Seite aussteigen muss, die der Straße zugewandt ist. Und das ist kreuzgefährlich, so, wie manche Autofahrer oder die mit den Crossrädern durchrammeln", sagt der 35-jährige Familienvater. Auch Erntefahrzeuge würden auf der kaum viereinhalb Meter breiten Straße Gas geben, dass der Turbo in höchsten Tönen pfeife. Killig favorisiert den Einbau von Schwellen, sogenannten Schikanen. "Ehe die Insassen bei einem Satz über die Schwellen bis zum Fahrzeughimmel fliegen, werden sie von allein vom Gaspedal gehen."

Noch unter der Ägide von Amtsvorgänger Thomas Arnold (parteilos), bis Ende vergangenen Jahres Zettlitzer Gemeindechef, war im Frühjahr 2015 ein Vororttermin mit Vertretern von Polizei und Gemeindevertretern zustande gekommen. Eine Geschwindigkeitsmesstafel wurde aufgestellt und die Beschilderung erneuert. Alles umsonst?

Bürgermeister Steffen Dathe (parteilos), zum ersten Mal mit dem Methauer Raserproblem konfrontiert, setzt auf Vernunft und Rücksichtnahme. "Schließlich stehen die Tempo-30-Schilder nicht ohne Grund an dem Abschnitt." Nach einem Treffen mit Anwohnern Ende vergangener Woche will Dathe das Gespräch mit dem unweit entfernten Landwirtschaftsbetrieb suchen. Zwar sei ihm klar, wie er weiter ausführt, dass die Fahrer während der Ernte unter Zeitdruck stünden. "Aber Fakt ist, dass die Geschwindigkeitsbeschränkung für alle gilt." Von der Idee, Schwellen in den Straßenkörper einzubauen, hält er nichts. "Die stören den fließenden Verkehr, indem kurz vorher abgebremst und dann wieder Gas gegeben wird. Diese Geräuschkulisse dürften die Anwohner als noch unangenehmer empfinden."

Volker Ziegert vom Rochlitzer Ordnungsamt, mit dem die Gemeinde in Verwaltungsgemeinschaft zusammenarbeitet, kennt die Gegebenheiten vor Ort. Er kann sich vorstellen, die Tafel für Geschwindigkeitsmessungen noch einmal an der prekären Stelle in Anschlag zu bringen. "Aber davon abgesehen stehen inzwischen an jeder Ecke die Schilder mit der 30. Die kann man nicht übersehen."

 
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