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Ein Teil der Kinder im Landkreis kommt erst mit sieben Jahren in die Schule, wird um ein Jahr zurückgestellt. Auch den Schulanfang mit fünf gibt es. Das Foto zeigt Schulanfänger in Baden-Württemberg.

Foto: Thomas Warnack

Einschulung erst mit sieben?

Knapp ein Zehntel der Abc-Schützen im Landkreis kommt erst ein Jahr später in die erste Klasse. Meist dient die Entscheidung dafür dem Wohl des Kindes, meinen Kita-Leiter. Vorzeitige Starter bleiben dagegen die Ausnahme.

Von Franziska Muth
erschienen am 11.05.2018

Rochlitz. Gesundheitliche Probleme und immer wieder Arztbesuche waren der Grund, weshalb das Mädchen aus dem Raum Rochlitz häufig im Kindergarten fehlte. "Mit der Entwicklung kam meine Tochter in Verzug. Sie konnte sich nicht lange auf eine Sache konzentrieren", sagt ihre Mutter, die anonym bleiben möchte. Erst mit sieben Jahren kam das Mädchen in die erste Grundschulklasse. Zuvor lernte sie ein Jahr an der Rochlitzer Schule zur Lernförderung "Pestalozzi" den Schulalltag kennen. "Obwohl meine Tochter nun die Größte in der Klasse ist, war es die richtige Entscheidung", so die Mutter. Zahlen zeigen: Die Familie ist im Kreis nicht die einzige, für die ein späterer Schulstart Thema ist.

In Sachsen gelten generell alle Kinder als schulpflichtig, die bis 30.Juni eines Jahres sechs Jahre alt werden. Zudem sind auch Kinder schulpflichtig, die bis 30. September sechs werden, sofern sie von ihren Eltern in der Schule angemeldet wurden. Schulpflichtige Kinder, die geistig oder körperlich nicht genügend entwickelt sind, um mit Erfolg am Unterricht teilzunehmen, können um ein Jahr zurückgestellt werden. Eine Basis zur Beurteilung ist die Schulaufnahmeuntersuchung.

In Mittelsachsen wurden laut Statistischem Landesamt zum Beginn dieses Schuljahres 204 Kinder zurückgestellt. Davon waren 121 Jungen und 83 Mädchen. In die Grundschule kamen 2562 Kinder, darunter 232 nach Zurückstellung.

"In der Regel ist eine Rückstellung eine gute Sache. Es ist nichts schlimmer, als wenn sich beim Kind Schulfrust aufbaut", sagt Petra Morgenstern, Leiterin der Kindertagesstätte "Kinderland" der Arbeiterwohlfahrt in Brand-Erbisdorf. In der Mehrzahl der Fälle in ihrer Kita habe sich bestätigt, dass mit der Rückstellung richtig entschieden wurde. Alle gehörten an einen Tisch: Eltern, Erzieher und Lehrer der Schulen, mit denen die Kitas kooperieren.

Im Schnitt zwei Kinder pro Jahr werden in der Kita "Bienenkorb" in Altmittweida zurückgestellt, sagt Leiterin Ramona Bauer. Um bereit für die Schule zu sein, betont sie, spiele unter anderem das soziale Verhalten eine große Rolle. "Die Kinder müssen sich im Klassenverband einordnen können, Respekt gegenüber Erwachsenen und Schülern haben, erkennen, wenn jemand Hilfe braucht." Sie empfiehlt Eltern, dem Rat zur Förderung etwa durch Ergotherapie und Logopädie zu folgen.

Anregungen, was gefördert werden kann, gibt unter anderem Ann Reinhöfer, Lehrerin der Rochlitzer Regenbogen-Grundschule. In den umliegenden Kitas beobachten Lehrer das Verhalten der künftigen Erstklässler in der Gruppe und wenden sich ihnen einzeln zu. "Wir schauen spielerisch auf Sprache, Motorik, Mengen- und Zahlenverständnis".

Möglich ist aber nicht nur die Zurückstellung, sondern bei entsprechender Entwicklung und nach Antrag der Eltern auch der vorzeitige Schulstart - für Kinder, die erst nach dem 30. September den sechsten Geburtstag feiern. Doch der Fall ist selten: Im Landkreis kamen im laufenden Schuljahr drei Mädchen und ein Junge vorzeitig in die erste Klasse. Im Jahr zuvor waren es acht Kinder.

In der Kita "Baumwollzwerge" der Volkssolidarität in Flöha sind laut Leiter Roy Leisring seit 2014 17Kinder zurückgestellt worden. Ein Mädchen wurde mit fünf Jahren eingeschult. "Es war wirklich weit und ist kurze Zeit später sechs geworden." Monique Kralapp, Leiterin der Kita "Hüttenzwerge" des DRK in Schwarzbach meint zur frühen Einschulung: "Man muss sich bewusst sein: Es ist ein Jahr Spielen und Festigen, das man dem Kind nimmt."

 
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