Werbung/Ads
Menü

Themen:

Rochlitzer Gymnasiasten müssen an der viel befahrenen früheren B 175 bei Elsdorf aussteigen.

Foto: Mario Hoesel

Eltern laufen gegen Schülerbeförderung Sturm

Die Kritik an der jetzigen Lage ist bisher ergebnislos verhallt, sagen Betroffene aus Langenleuba-Oberhain. Daher haben sie nun eine Unterschriften-Aktion gestartet.

Von Rita Türpe
erschienen am 13.09.2017

Langenleuba-Oberhain. Der Schulbusverkehr erregt die Gemüter in Langenleuba-Oberhain. "Er ist nicht nur gefährlich, sondern eine Zumutung", sagt Sandy Ullmann als Mutter einer Fünftklässlerin. Der Hauptkritikpunkt: Es fehlt nachmittags ein Bus, der die Kinder vom Rochlitzer Gymnasium bis ins Dorf fährt. Daher müssten die meisten der 28 Mädchen und Jungen aus dem Peniger Ortsteil, die dort lernen, an einer Haltestelle an der viel befahrenen früheren B175 aussteigen. Wer dann nach Hause laufe, ist laut Ullmann den Gefahren des Straßenverkehrs schutzlos ausgesetzt. Das ist wohl ein Grund, warum Eltern und Großeltern regelmäßig ihre Kinder von der Haltestelle abholen.

Auch zu anderen Zeiten wie morgens und am frühen Nachmittag, wenn Schulbusse zwischen Langenleuba-Oberhain und Narsdorf verkehren, hält Ullmann die Schülerbeförderung für gefährlich. Grund dafür sei die Haltestelle in Narsdorf, die dicht am Bahngleis liege, erklärt die Mutter. Wenigstens ein Geländer sollte ihrer Ansicht nach dort angebracht werden. "Es ist wirklich ein Leichtes, dass Kinder durch Übermut, Mutproben oder Schubsen auf den Gleisen landen", kritisiert sie.

Diese und weitere Beschwerden haben Eltern jetzt in einer Petition aufgelistet, für die sie Unterschriften im Ort sammeln. Das Schreiben soll an die an der Schülerbeförderung beteiligten Unternehmen, den Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS), Regiobus Mittelsachsen und die Deutsche Bahn, gehen. Auch an das Landratsamt, die Schule und den Elternrat wollen sich die besorgten Väter und Mütter damit wenden.

"Wir fordern Änderungen, die machbar sind", so Nicole Meusel. Kurz nach 16 Uhr fahre etwa ein Schulbus ins Dorf, der meist spärlich besetzt sei. Dessen Fahrzeit vorzuverlegen, da Unterricht und Ganztagsangebote am Gymnasium um 15 Uhr enden, müsste möglich sein, findet auch Kerstin Käseberg. Der Schülerverkehr habe viele Jahre gut funktioniert, sagt die Mutter von drei Kindern. Seit der Übergabe an den VMS ist dies, wie sie sagt, anders. Wer seine Sorgen bei den zuständigen Stellen schildere, erhalte die Antwort, alles sei gesetzeskonform. "Ich habe daraufhin resigniert", so Käseberg.

Ortsvorsteher Olaf Tröger ist auf der Seite der Eltern. "Kinder sind das Wertvollste, was wir haben", sagt er. Neben einem Schulbus, der nach Unterrichtsende bis in den Ort fährt, wünscht er sich Wartehäuschen an den Haltestellen. "Es müsste nicht sein, dass Kinder morgens im Dunkeln in den Pfützen, unter der Straßenlaterne stehend, auf den Bus warten."

Um alles sofort zu erledigen, gibt es in den Ortsteilen laut Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt zu viele Vorhaben. Auch Fußwege fehlten vielerorts. Die Problematik in Oberhain könnte sich indes ab 2018 etwas entschärfen. Ein Bau, begleitend zur Straßensanierung, ist avisiert. Trotzdem: Die Bauzeit für die mehrere Kilometer lange Trasse beträgt geschätzt bis zu sechs Jahre.

Selbst mit einem Fußweg wäre der Nachhauseweg nach Ansicht von Christiane Werner eine Zumutung. "Wir Eltern wollen nicht, dass die Kinder mit ihren schweren Rucksäcken täglich vier, fünf oder sechs Kilometer laufen", sagt sie. Ebenso wenig sollen die Kinder nach dem Unterricht eine Dreiviertelstunde auf den Schulbus warten.

Im Landratsamt erklärt man zu den Problemen, zuständig sei der VMS. Doch im Zweckverband VMS sieht man offenbar kaum Handlungsbedarf. "Wir müssen die Belange aller Schulen im Einzugsbereich berücksichtigen, ebenso die erforderliche Anschluss- und Umsteigebeziehungen", betont Sprecherin Janette Kiesinger.

Verbindungen, bei denen etwa Fünftklässler mehr als drei Kilometer Fußweg zurücklegen oder länger als 90 Minuten pro Tag auf ihre Busse warten müssen, gelten als nicht mehr zumutbar. Das sei für die Langenleuba-Oberhainer auch dann nicht der Fall, wenn sie den Anschluss nutzen, der 15.48 Uhr in Rochlitz startet und mit dem sie bis in den Ort fahren können. Dennoch: Andere Sicherheitsbedenken der Eltern würden für den jeweiligen Einzelfall geprüft.

Schulleiter Thomas Lohmann zeigt sich über den Protest aus Langenleuba-Oberhain überrascht. Bisher war er der Meinung, dass die Schülerbeförderung sehr gut klappe. "Die Schule kann die Fahrzeiten nicht bestimmen, wir bemühen uns aber um Vermittlung", so Lohmann.

 
Seite 1 von 2
Eltern laufen gegen Schülerbeförderung Sturm
Kommentar: Ärger ist verständlich
 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0

Lesen Sie auch

Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Bildergalerien
  • 06.11.2017
Matthias Balk
SEK überwältigt Geiselnehmer im Jugendamt

Pfaffenhofen (dpa) - Eine stundenlange Geiselnahme im Jugendamt von Pfaffenhofen an der Ilm ist am Montag weitgehend unblutig zu Ende gegangen. Spezialeinsatzkräfte der Polizei überwältigten den mutmaßlichen Täter am Nachmittag mit einer Elektroschockpistole. zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 06.11.2017
Patrick Pleul
Bilder des Tages (06.11.2017)

Sutherland Springs, Runde Sache, Blasrohr, Sonnenbad, Geiselnahme, Herbstmüdigkeit, Saisonende ... ... Galerie anschauen

 
  • 03.11.2017
Ralph Köhler
Original-Nachbau eines Trabant im Zwickauer Horch-Museum

Vor vielen Fernsehkameras ist am Freitag der Original-Nachbau einer Rallyelegende von 1962 ins Zwickauer Horch-Museum gebracht worden. ... Galerie anschauen

 
  • 31.10.2017
Bebeto Matthews
Polizei: New Yorker Attentäter war vom IS inspiriert

New York (dpa) - Nach dem Anschlag in New York ist gegen den Verdächtigen ein Strafantrag wegen Unterstützung einer Terrororganisation gestellt worden. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. zum Artikel ... Galerie anschauen


 
 
 
 
 
 
Wetteraussichten für Rochlitz
Sa

5 °C
So

5 °C
Mo

7 °C
Di

10 °C
Mi

°C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Rochlitz und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Rochlitz

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

09306 Rochlitz
Markt 10
Telefon: 03737/49490
Öffnungszeiten:
Mo/Di/Do 9:00-13:00 Uhr und 14:00-17:30 Uhr
Mi/Fr: 9:00-13:00 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm