Historischer Keller: Experten beleuchten Rochlitzer Unterwelt

Die Bergsicherung Freital untersucht die Beschaffenheit des Hohlraums, der das Loch auf dem Markt verursacht hat. Es gilt, die Gefahr eines weiteren Einbruchs zu beseitigen.

Rochlitz. Ein gemauerter Raum mit gewölbter Decke. Schlammiges Wasser steht kniehoch auf dem Boden. Die Experten der Bergsicherung Freital haben einen historischen Keller, der in knapp sechs Metern Tiefe unter dem Rochlitzer Markt liegt, freigelegt. Über zwei lange Holzleitern ist der unterirdische Raum seit wenigen Tagen zugänglich. Nun gilt es für die Experten, den Keller, von dem niemand weiß, wie alt er ist, zu erforschen.
 

"Wir müssen den Keller genau vermessen und die Wände untersuchen, um über die Gesamtsituation Bescheid zu wissen. Denn sicher gibt es in dem Bereich auch Nachbarkeller", sagt Heiko Horn vom Sächsischen Oberbergamt, das die Freitaler Firma mit der Öffnung und späteren Sicherung des Hohlraums beauftragt hat. Denn der Keller birgt auch Gefahren. Mitte Januar war festgestellt worden, dass der Fußweg am Markt an einer Stelle abgesackt war und sich dadurch ein Loch im Boden gebildet hatte. Daraufhin hatten Mitarbeiter des Rochlitzer Bauhofs den Bereich abgesperrt. Später hatte eine Baufirma den Boden rund um das Loch aufgebaggert und abgesichert. Vermutungen, dass ein Defekt an einer Wasserleitung der Grund für die Absenkung ist, bestätigten sich nicht. Schließlich zog die Stadtverwaltung das Oberbergamt hinzu. Wie Bernhard Cramer, Chef des Oberbergamtes, erklärte, kam man schnell zu dem Ergebnis, dass ein unterirdischer Hohlraum die Ursache für das Loch ist. Daraufhin hat die Freitaler Spezialfirma den Bereich aufgegraben und einen sicheren Zugang in die Tiefe geschaffen. Sämtliche Wände wurden mit Spritzbeton überzogen, damit kein Erdreich nachrutschen kann.

"Wir wollen den Keller demnächst mit Beton auffüllen, damit der Hohlraum nicht weiter einstürzen kann. Beim Verfüllen entsteht aber Druck, der möglicherweise Wände zu Nachbarkellern einbrechen lässt", erläutert der Experte des Oberbergamtes. Daher seien Analysen notwendig. Zudem müsse überprüft werden, warum in einer Ecke des Kellers das Erdreich abgesackt ist und das Loch verursacht hat.

Die Mitarbeiter der Bergsicherung haben in dem etwa zwölf Meter langen Keller, der in einer Ecke abgewinkelt ist, einen ehemaligen Eingang gefunden. Der ist aber zugemauert worden. Historisch bedeutsame Funde habe man nicht gemacht, so André Pfütze, Geschäftsführer der Bergsicherung. Nachdem der Keller mit Beton gefüllt wurde, sollen auch der Zugang geschlossen und die Straße wieder in Ordnung gebracht werden.

360-Grad-Aufnahme aus dem Kellergewölbe

 

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