Junger Bayer will Chursdorfer Büffelfarm retten

Der Landwirt aus der Region Augsburg will mit Milch und Fleisch der Tiere den Sprung in die Selbstständigkeit schaffen. Den Chursdorfer Hofladen wird eine Mitarbeiterin in Eigenregie führen.

Chursdorf.

Neustart für das Landgut in Chursdorf: Die Büffelfarm steht vor dem Verkauf. Ein Landwirt aus Bayern will den Betrieb übernehmen. Das teilte der Insolvenzverwalter des Landgutes, Rechtsanwalt Reinhard Klose, auf Nachfrage der "Freien Presse" mit. Der potenzielle neue Eigentümer, Martin Grob, kennt sich mit der Zucht und Haltung von Büffeln aus. In Allmannshofen, nahe Augsburg, hat der Landwirt eine Farm mit zwei Dutzend Wasserbüffeln. Mit der Übernahme des Chursdorfer Betriebs will er sich einen Traum erfüllen.

"Mein Ziel war es schon immer, mich komplett selbstständig zu machen. Aber mein Betrieb ist dafür momentan zu klein. In der Übernahme des Landgutes Chursdorf sehe ich nun eine Möglichkeit, wie ich es verwirklichen kann", sagte Martin Grob im Gespräch mit der "Freien Presse". Den Chursdorfer Betrieb kenne er bereits. "Es gibt in Deutschland nicht viele Betriebe, die Büffel züchten. Das Landgut in Chursdorf war einer der ersten, die eine große Zucht hatten", so Grob. Er plane, den Betrieb mit seinem in Bayern zu kombinieren und dabei die Spezialisierung beider Farmen zu vertiefen. "In Chursdorf wird die Milchproduktion im Fokus stehen, in Bayern die Fleischproduktion." Laut dem Insolvenzverwalter des Chursdorfer Landgutes laufen derzeit noch die erforderlichen Abstimmungen zwischen den Vertragspartnern.

Der Chursdorfer Landwirtschaftsbetrieb hat seit mehreren Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Anfang August 2016 hatte das Landgut ein Insolvenzverfahren am Chemnitzer Amtsgericht beantragt. Seither läuft die Umstrukturierung der Büffelfarm. Die ist laut dem Insolvenzverwalter inzwischen weit vorangeschritten. "Der Tierbestand ist trotz Abverkäufen sowohl von Zucht-, als auch von Schlachttieren wieder auf über 180 Tiere angewachsen", so Klose. Die Tiere seien vor allem nach Bayern und Österreich gegangen. Derzeit seien im Betrieb fünf Mitarbeiter beschäftigt. Und auch neue Technik, die für die Arbeit auf den Weiden und die Produktion von Heu notwendig ist, sei angeschafft worden.

Veränderungen gibt es auch beim Hofladen, in dem Lebensmittel aus Büffelmilch und bisher auch Fleisch und Wurstwaren verkauft werden. "Um sich weiter auf den Kernbereich des Landwirtschaftsbetriebs konzentrieren zu können, wurden die Käsereiproduktion sowie der Hofladenbetrieb ausgegliedert", so Rechtsanwalt Klose. Eine bisherige Mitarbeiterin werde den Laden übernehmen und künftig in Eigenregie führen. Mit dem Landgut werde dazu eine Kooperation für die künftige Zusammenarbeit geschlossen.


8674 Büffel in Deutschland

Mehrere Rassen afrikanischer und asiatischer Rinder werden als Büffel bezeichnet. Die Tiere erreichen eine Schulterhöhe von 60 bis 180 Zentimetern und werden zwischen 150 und 1200 Kilogramm schwer.

In Sachsen wurden laut Statistischem Bundesamt zum Stichtag 3. November 2017 insgesamt 864 Büffel beziehungsweise Bisons zur Fleischnutzung gehalten. Deutschlandweit wurden insgesamt 8674 Tiere erfasst. Zum Vergleich: Der Gesamtbestand an Rindern in Deutschland lag bei rund 12 Millionen Tieren.

Das berühmteste Produkt, das aus Büffelmilch hergestellt wird, ist

Mozzarella. (fpe)

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