Klimaschützer pflanzen tausende Bäume

Der Verein "Klimaschutz Sachsen" kämpft gegen die Folgen des Klimawandels an. Daher soll im April in Arnsdorf ein Wäldchen entstehen. Für dessen Mitstreiter kann dies aber nur ein Anfang sein.

Arnsdorf.

Bisher ist es nur eine Wiese, bald soll aber auf dem knapp einen Hektar großen Areal südlich von Arnsdorf ein Wäldchen heranwachsen - mit Bergahornen und -buchen, Stieleichen und Vogelkirschen, 2500 Bäume an der Zahl. Auch 400 einheimische Sträucher sollen gepflanzt werden. Das ist die Vision von Michael Winkler und seinen Mitstreitern, die sich im Verein "Klimaschutz Sachsen" engagieren und das Projekt seit Wochen vorantreiben. "Wir wollen damit auf den Klimawandel und dessen Folgen aufmerksam machen", sagt der Vereinschef.

Daher rührt er für die Pflanzaktion, die im April über die Bühne gehen soll, in der Region die Werbetrommel. Gestern stellte Winkler mit Hans-Jürgen Schlegel, der vor der Rente als Referent für Klimaschutz im Landesamt für Umwelt und Geologie tätig war, im Peniger Rathaus die Pläne vor, die der Verein für das Gelände hegt. "Das wird eine schöne grüne Ecke", zeigt sich Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) überzeugt. "Das dient der Verbesserung unseres Klimas und ist für Insekten wie Vogelwelt gleichermaßen toll", fährt er fort.

Davon sind die Klimaschützer überzeugt. Und Hans-Jürgen Schlegel bemerkt: "Die Folgen des Klimawandels werden nicht die Angenehmsten sein. Wir müssen etwas dagegen tun." Dem Experten ist dabei nur allzu bewusst, dass Bäume durch die Fotosynthese in ihren Blättern Kohlendioxid - das Gas gilt als Hauptverantwortlicher für den Klimawandel - speichern und umwandeln. "Mehr Wald, weniger Kohlendioxid", bringt es Winkler auf den Punkt. Geschätzt sechs Tonnen Kohlendioxid werden durch den neuen Wald pro Jahr gebunden.

Da der Verein erstmals eine solche Aktion stemmt - in erster Linie stellt er Geld für die Bäume zur Verfügung -, ist die Stiftung "Wald für Sachsen" aus Markkleeberg mit im Boot. Diese kümmert sich um das Organisatorische. "Wir haben mit dem Eigentümer die Pflanzung geplant", sagt Projektleiter Olaf Kroggel. Ein Auftrag an ein Forstunternehmen werde bald ausgelöst und das Areal, das die Stiftung pachtet, für die Aktion vorbereitet. "Wir forsten im April aber nur einen Teil der 1,4 Hektar auf", so Kroggel. Die übrigen 0,8Hektar würden zeitnah - "vielleicht im Herbst" - folgen. Dann dürften rund 2000 weitere Bäume hinzukommen. Die Stiftung ist in der Region auch andernorts aktiv. Wie Kroggel erklärt, werden dieses Jahr unter anderem in Seitenhain 2200 Bäume gesetzt. Doch das Arnsdorfer Projekt sei das mit Abstand größte. Trotz aller Vorfreude auf die Aktion sagt Michael Winkler. "Mit 2500 Bäumen retten wir nicht die Welt. Aber eventuell ist unsere Aktion ein Ansporn, dass andere genauso handeln."

Derlei Worte stoßen in Arnsdorf auf Gegenliebe. "Das ist gut für die Umwelt", sagt Ortsvorsteher Gerhard Harzendorf. Seit 2012 werden im Dorf auf Initiative von René Lautrich jedes Jahr mehrere Dutzend Bäume gepflanzt. "Die Linden zwischen Arnsdorf und Amerika haben sich gut entwickelt", verweist Harzendorf auf ein Beispiel.

www.klimaschutz-sachsen.de


Kommentar: Richtiges Signal

Klimaschutz geht uns alle an und beginnt nicht nur erst vor der Haustür. Ein jeder von uns kann, ja muss seinen Beitrag zur Bewahrung unserer Welt leisten. Daher ist es hoch einzuschätzen, wenn ein kleiner Verein Gelder - in Summe gut 6000 Euro - aufbringt und einen kleinen Laubwald aufforsten lässt. Auch andere Naturliebhaber - sei es in Rochlitz oder eben in Arnsdorf -zeigen, dass sie das Problem erkannt haben und gegensteuern wollen. Doch noch immer gibt es welche, die den von Menschen gemachten Klimawandel leugnen und dessen Folgen verharmlosen - trotz extremer Wetterlagen, Dürreperioden und Überschwemmungen. Aufklärung tut daher not; und Aufklärung kann gelingen. Denn solche Pflanzaktionen rücken die Herausforderung des 21.Jahrhunderts ins Bewusstsein.

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