Lehrschwimmbad: Streit scheint beigelegt

Der Kauf einer neuen Lüftungsanlage für das Rochlitzer Bad wird vorbereitet. Ein Vorschlag des CDU-Chefs stieß im Stadtrat auf Widerstand.

Rochlitz.

Hoffnung für den Erhalt des Rochlitzer Lehrschwimmbeckens: Der erste Schritt zur Sicherstellung des Weiterbetriebs ist getan. Die Rochlitzer Stadträte haben am Dienstagabend einstimmig entschieden, dass eine Planung für den Kauf und den Einbau einer neuen Lüftungsanlage erstellt wird.

Die Lüftungsanlage des Beckens in der Oberschule "An der Mulde" läuft nur noch im Notbetrieb, der Hausmeister hält die 20 Jahre alte Anlage manuell in Gang. Wenn nicht bald ein Ersatz beschafft wird, muss das Bad laut Verwaltung geschlossen werden. Die Kosten für ein neues Gerät würden zwischen 41.000 und 66.000 Euro liegen.

Der nun getroffenen Entscheidung vorausgegangen war eine Debatte. Bei ihrer letzten Zusammenkunft 2017 hatten die Stadträte einen Grundsatzbeschluss über den Weiterbetrieb des Bades und den damit verbundenen Kauf einer neuen Anlage von der Tagesordnung der Sitzung nehmen lassen. Die Entscheidung könnte ohne einen Beschluss zum Gesamtinvestitionsplan für 2018 nicht gefasst werden, hieß es.

Am Dienstag wurde der Haushaltsplan für 2018 erstmals öffentlich vorgestellt. Bis der Stadtrat das Papier für dieses Jahr beschließt und das darin eingeplante Geld verfügbar ist, werden noch einige Wochen verstreichen. Damit das Schwimmbecken künftig weiter geöffnet bleiben kann, will die Stadtverwaltung deshalb nun zumindest die Planungen für Kauf und Einbau einer neuen Lüftungsanlage starten. Das ist laut Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos) notwendig, um die Chance zu haben, Fördergeld für den Kauf des Geräts beantragen zu können.

Vor der Entscheidung schlug CDU-Fraktionschef Martin Grzelkowski vor, den Beschluss noch einmal zu vertagen und vorher zu prüfen, ob ein privates Schwimmbecken in Noßwitz künftig für den Schwimmunterricht der Schulen und den Vereinssport anstelle des Beckens in der Oberschule genutzt werden kann. Er begründete seinen Vorschlag damit, dass der derzeitige Zustand des Lehrschwimmbeckens künftig weitere Kosten verursachen wird. "Wir haben in der Stadt ein Alternativobjekt. Bevor wir uns festlegen, sollten wir alle Möglichkeiten, die bestehen, besprechen", so Grzelkowski. Er regte an, dass die Verwaltung das private Schwimmbad in Augenschein nimmt und in einem Gutachten geklärt wird, für welche Nutzungszwecke es geeignet ist.

OB Dehne sagte, dass CDU-Rat Grzelkowski die Verwaltung bereits am Freitag über die Idee informiert hatte. Bis zur Sitzung des Rates am Dienstag habe man Informationen eingeholt. "Der Schwimmunterricht in diesem Bad ist nicht möglich, da das Becken im Gegensatz zum Lehrschwimmbecken nicht schräg abfällt, sondern eine einheitliche Tiefe hat", erklärte die Rochlitzer Amtsleiterin für Stadtentwicklung und Bauen, Cornelia Quaas. Zudem seien keine Duschen und nicht genügend Toiletten vorhanden.

Dem stimmte Linke-Stadträtin Ursula Barz zu. "Dieses Becken ist für Nicht-Schwimmer nicht geeignet." Die Fraktionschefin der Linken, Jana Lang, erklärte, dass es ihr widerstrebe, den Schwimmunterricht der Schüler in einem Bad durchzuführen, das sich in Privatbesitz befindet. "Außerdem werben wir als Stadt mit unserem Schulstandort, deshalb sollten wir Geld in das Becken investieren", so Lang. Stadtrat Torsten Hahn (SPD) ergänzte, dass das Becken in Noßwitz zu weit von der Schule entfernt ist.

Nach der Debatte zog Martin Grzelkowski seinen Antrag zurück.

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