Lunzenau hebt Elternbeiträge an

Durch gestiegene Betriebskosten in den Kindertagesstätten müssen Eltern ab dem kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Die Stadt will künftig jährlich mit Elternvertretern über die Betreuungs- gebühr sprechen.

Lunzenau.

Auf Lunzenauer Eltern kommen höhere Kosten zu: Die Stadt hebt ab kommendem Jahr die Elternbeiträge für die Betreuung in den beiden Kindertagesstätten "Spatzennest" und "Zu den Windmühlen" an. Das hat der Lunzenauer Stadtrat am Montagabend in seiner Sitzung mehrheitlich beschlossen.

Für eine neunstündige Krippenbetreuung müssen Eltern ab Januar 200 Euro statt wie bisher 177 Euro monatlich zahlen, für eine neunstündige Betreuung im Kindergarten 120 Euro. Das sind 20 Euro mehr als bislang. Für die sechsstündige Hortbetreuung fallen künftig 66Euro an, zuvor waren es 57 Euro.

Die Anpassung der Elternbeiträge ist nötig, da die Betriebskosten in beiden Einrichtungen gestiegen sind, begründet die Stadt das Vorgehen. Die Personal- und Sachkosten in Kitas werden in Sachsen durch die jeweiligen Kommunen, einen Landeszuschuss und die Elternbeiträge finanziert. Da Sach- und Personalkosten im vergangenen Jahr gestiegen sind, unter anderem durch eine landesweite, stufenweise Änderung des Betreuungsschlüssels, erhöht sich auch der Anteil, den Eltern tragen müssen. Ein Erzieher betreut künftig in der Krippe statt sechs nur noch fünf Kinder, im Kindergarten statt 13 nur noch 12. Laut Gesetz sollen die Beiträge der Eltern für die Krippenbetreuung zwischen 20 und 23 Prozent der Betriebskosten betragen, im Kindergarten zwischen 20 und 30 Prozent. "Unser Ziel ist es auf Dauer, immer in der Mitte dieser Bereiche zu liegen", sagt der Lunzenauer Bürgermeister Ronny Hofmann (CDU). Mit der Anpassung der Elternbeiträge sei dies nun gelungen. "Bei den Kinderkrippen waren wir zuvor unter den gesetzlichen Rahmen gerutscht", so der Stadtchef.

Die Stadt plant, jährlich Gespräche über die Anpassung der Beiträge mit den Kindertagesstätten und Elternvertretern zu führen. "Wenn wir die Beiträge im Zeitraum von zwei Jahren anpassen, sind das meist große Schritte. Daher wollen wir uns nun immer im Herbst zusammensetzen", kündigte Bürgermeister Hofmann an.

Zwei Mütter im Publikum kritisierten, dass sie über die genauen Zahlen der Erhöhung erst in der Stadtratssitzung informiert wurden. Zudem bezweifelten sie, dass weiterhin junge Familien nach Lunzenau ziehen, wenn die Beiträge weiter steigen. (mit fmu)


Platz für 331 Kinder

Zwei Kitas gibt es in Lunzenau. Das "Spatzennest" wird durch die Johanniter-Unfall-Hilfe betrieben. Der Träger der Kita "Zu den Windmühlen" im Ortsteil Elsdorf ist das Deutsche Rote Kreuz.

Zur Verfügung stehen in beiden Kitas insgesamt 331 Plätze. (rosd)

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