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Margot Käßmann plädierte beim 15. Peniger Gespräch in der Stadtkirche für eine neue Streitkultur in der Gesellschaft, bei der Würde und Werte gewahrt werden.

Foto: Mario Hoesel

Margot Käßmann: "Wir müssen uns mehr in die Augen sehen"

In Zeiten, in denen die Anonymität in der Gesellschaft durch digitale Kommunikation stetig zunimmt, liegt das Potenzial der Kirche aus Sicht der Theologin darin, Nähe und Zuwendung zu geben.

Von Franziska Pester
erschienen am 12.10.2017

Penig. Halbleere Kirchen beim Gottesdienst und schrumpfende Mitgliederzahlen in Kirchgemeinden - in einer sich zunehmend säkularisierenden Welt steht die Kirche vor großen Herausforderungen. 500 Jahrenach der Reformation und Martin Luther sei es Aufgabe der Kirche, sich für ein menschliches Miteinander in einer Gesellschaft einzusetzen, in der immer mehr im Internet anstatt von Angesicht zu Angesicht debattiert wird. Beim 15. Peniger Gespräch hat die Theologin Margot Käßmann am Dienstagabend vor mehreren hundert Besuchern in der Stadtkirche Fragen diskutiert, vor denen Kirchgemeinden in der globalisierten und digitalisierten Welt stehen.

"Wir müssen uns fragen, wie wir Gottesdienste wieder so gestalten können, dass die Menschen hingehen und sagen, da fühlen sie sich aufgehoben, da schöpfen sie Lebenskraft", so die 59-Jährige. Ebenso sei es Zeit, zu überlegen, wie der Glaube an junge Menschen weitergegeben werden kann, sodass sie ihn mit Leben erfüllen. Ein Schritt dahin ist es aus Sicht der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, zu verdeutlichen, dass die Kirche in einer sich anonymisierenden Gesellschaft, in der Gespräche und Debatten größtenteils online stattfinden, ein Ort der Nähe und Zuwendung ist. "Die Stärke der Kirche ist nicht Facebook, sondern Face to Face", sagte Käßmann.

In Zeiten, in denen Pöbeleien und Beleidigungen in sozialen Internetnetzwerken sowie Cybermobbing stark zugenommen haben, plädiert die Pfarrerin dafür, dass Menschen den Mut haben sollten, dagegen anzugehen. "Die Anonymität im Internet ist ein Grund für die verbale Verrohung. Aber das ist keine Streitkultur, so können wir nicht miteinander reden. Wir brauchen kritische, offene Diskussionen, bei denen Würde und Werte gewahrt bleiben. Wir müssen uns mehr in die Augen sehen."

Auf die Frage von Moderator Gunnar Baumann, wer in der Verantwortung sei, Kindern demokratische und christliche Werte zu vermitteln, sagte Käßmann, dass diese nicht allein bei den Eltern liege. Ihnen käme zwar eine zentrale Rolle zu, doch auch Lehrer in der Schule und der Religionsunterricht seien dafür da, Kinder zu Menschen mit einer klaren Haltung zu erziehen. "Und wir brauchen Menschen, die eine Haltung haben", so Käßmann.

Am Ende der Diskussion, bei denen die Theologin vom Moderator auch nach ihrer Einschätzung zu Themen wie Klimawandel, der Präsidentschaft Donald Trumps in den USA und den Unabhängigkeitsbestrebungen im spanischen Katalonien befragt wurde, gab es für die 59-Jährige vom Publikum zwar viel Applaus, tiefergehende Nachfragen stellte aber keiner der Besucher.

 
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Margot Käßmann: "Wir müssen uns mehr in die Augen sehen"
Von der Theologiestudentin zur Landesbischöfin
 
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