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Der Schulbusverkehr sorgt bei Candida Rößler (rechts) und ihre Tochter Roxana derzeit für Verdruss.

Foto: Mario Hoesel

Nach Brand in der Schule: Ohne Fahrschein keine Busfahrt

Doppeltes Pech für eine Schülerin: Erst zerstörte ein Feuer ihren Fahrausweis, jetzt ließ sie der Schulbusfahrer stehen.

Von Rita Türpe
erschienen am 07.12.2017

Penig. Kurz nach der letzen Unterrichtsstunde ihrer 15-jährigen Tochter am Dienstag erhielt Candida Rößler eine Nachricht, die sie im ersten Moment kaum glauben konnte. "Roxana durfte im Schulbus nicht mitfahren und musste an der Haltestelle vor der Oberschule in Penig wieder aussteigen", berichtete die Mutter.

Der Grund dafür war so simpel wie aus Candida Rößlers Sicht unglaublich: "Sie hatte ihren Fahrausweis und die Berechtigungskarte für die Schülerbeförderung nicht vorlegen können." Die Karte sei bei dem Brand in der Garderobe der Schule am 17. November zerstört worden, so Rößler. Den Fahrausweis für Dezember habe die Tochter nicht dabei gehabt, weil er ohne Berechtigungskarte ungültig sei.

Nach Unterrichtsschluss wollte die Schülerin trotzdem wie gewohnt mit dem Bus einer Linie des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS), die vom Unternehmen Regiobus Mittelsachsen betrieben wird, zurück nach Hause fahren. Doch an diesem Tag kontrollierte der Fahrer die Fahrausweise. Mehrere Schüler hätten diese nicht vorzeigen können und seien deshalb aufgefordert worden, für die Fahrt im Schulbus zu bezahlen, schilderte Rößler. Ihre Tochter hatte kein Geld dabei.

Obwohl eine Lehrerin versucht habe, zu vermitteln, sei das Mädchen des Busses verwiesen worden, so Rößler. Sie habe sich darum gekümmert, dass das Kind kurzfristig in Penig abgeholt wurde und nicht die sieben oder acht Kilometer bis Niedersteinbach auf verkehrsreichen Straßen laufen musste. Das Verhalten des Busfahrers ärgert sie. "Keines der Kinder fährt zum Spaß mit dem Bus, das Entgelt ist obendrein schon bezahlt worden."

In der Satzung des Zweckverbandes VMS sind die Formalien zur Berechtigungskarte genau festgelegt. Demnach sind die Schüler dafür zuständig, Fahr- und Berechtigungsausweise vor Verlust zu schützen. Müssen die Karten neu ausgestellt werden, fallen dafür Kosten an.

Wie Henning Schmidt, Fachbereichsleiter Verkehr bei Regiobus, auf Nachfrage der "Freien Presse" sagte, ging es für die Peniger Oberschüler nach dem Brand unkomplizierter. "Bis 1. Dezember konnten die Betroffenen ohne Ausweise mitfahren", erklärte er. Diese Zeit nutzten nach seinen Angaben fünf Eltern, um für ihre Kinder bei der Abteilung Schülerverkehr von Regiobus um Ersatzkarten zu bitten. Sie erhielten die Karten ohne Gebühr.

Die Eltern seien darüber froh gewesen, sagte Schulleiter Jörg Thurow. Taschen oder Jacken in der Garderobe seien generell kein geeigneter Platz, um Fahrausweise und andere Wertsachen sicher aufzubewahren. Überdies sei es Sache der Eltern, sich um die Zweitkarten für die Schülerbeförderung zu kümmern - und nicht der Schule. Schließlich gehe es um Verträge zwischen ihnen und dem Busunternehmen.

Candida Rößler kann nicht verstehen, dass der Busfahrer gleich am ersten Tag nach dem Ende der Sonderreglung hart durchgegriffen hat. Das ist in ihren Augen eine Frechheit. "Wir haben mit dem Fahrer gesprochen", sagte Schmidt. Grundsätzlich habe der Busfahrer aber nicht falsch gehandelt.

 
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