Naturfreunde pflanzen Sträucher und Bäume

Die neue Hecke soll für seltene Tiere einen schönen Anblick und Lebensraum bieten. Die Idee hatte eine Frau aus Langenleuba-Oberhain. Ein Biobauer aus Lugau hilft ihr.

Langenleuba-Oberhain.

Thomas Vogel kennt sich aus mit Naturschutzprojekten und Ausgleichsmaßnahmen. "Ich habe im eigenen Landwirtschaftsbetrieb, für Naturschutzverbände und für Firmen bereits rund 15 Hektar Fläche mit Hecken bepflanzt", sagt der Bio-Bauer aus dem Lugauer Ortsteil Erlbach-Kirchberg. Die Anfrage der Besitzerin von Feldern in Langenleuba-Oberhain, ob er auf ihrem Land eine mehr als 1300 Meter lange Hecke anpflanzen und eine angrenzende alte Streuobstwiese vergrößern kann, war jedoch außergewöhnlich.

"Dazu benötigt man Technik und zahlreiche Helfer", erklärt Vogel. Kein leichtes Unterfangen, wenn der Pflanzort rund 40 Kilometer vom eigenen Hof entfernt liegt. Das Projekt reizte den Naturschutz-Enthusiasten jedoch. "Es ist eine Chance, in der aufgeräumten Agrarlandschaft ein Stück Biotopverbund und für seltenen Tieren wie Feldhasen, Wachteln, Rebhühnern, Neuntötern und Dorngrasmücken mehr Lebensraum zu schaffen", versichert er. Der neue Pächter wolle die Fläche zudem biologisch bewirtschaften.

Vogels Hilfe war gefragt, um Fördermittel zu beantragen und das Vorhaben auszuführen. Neben seiner Arbeit im eigenen Bio-Betrieb mit Direktvermarktung erledigte er die Vorarbeit und sicherte ab, dass weder der Eigentümerin noch dem Pächter Kosten entstehen. "Der bürokratische Aufwand ist enorm", sagt Vogel. Der Schutz der Umwelt sowie eine bessere Zukunft für Kinder und Enkel sei ihm das aber wert. Weil seine Frau, seine Söhne und etliche andere Frauen und Männer ebenfalls so denken, halfen bei der zehntägigen Pflanzaktion täglich etwa 15 Personen aus seinem Umfeld und der Peniger Region. Rund 8000 Sträucher, darunter Hagebutte, Weide, Haselnuss und Holunder, sowie Obstbäume wurden gepflanzt.

Einen kleinen Traktor mit Zusatzgeräten habe ein Freund mit dem Laster von Lugau nach Langenleuba-Oberhain gebracht, berichtet Vogel. Die Geräte wurden unter anderem benötigt, um die Rollen für den Drahtzaun an beiden Seiten des zwischen fünf und sieben Meter breiten Heckenstreifens abzuwickeln. Jetzt werde der Zaun noch befestigt, so Vogel. Ein Schutz vor Wildverbiss in den ersten etwa fünf Jahren sei vorteilhaft. Nach Abschluss der Maßnahme hofft er, dass die Zuschüsse von der EU und vom Land Sachsen bald gezahlt werden. Denn sein Betrieb hat die Kosten, etwa für die Vermessung und den Kauf der Pflanzen in einer Baumschule, vorfinanziert.

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