Peniger wollen Brautradition als Hobby am Leben halten

Zum Tag des Bieres vor knapp einem Jahr entstand der Verein. Jetzt wurde erstmals selbst gebraut, allerdings nicht in Penig.

Penig.

Mit dem ersten selbst gebrauten Bier soll zur Jahreshauptversammlung des Peniger Brauvereins in etwa sechs Wochen ein besonderes Getränk auf den Tisch kommen. Für die 29 Vereinsmitglieder wird der Genuss des Gerstensaftes nach Angaben der Vorsitzenden Carolin Schneider-Delau eine Premiere. "Das Brauen war ein Ereignis", berichtet sie. Fünf Stunden habe es gedauert, bis alle Arbeitsgänge vom Schroten des Gerstenmalzes über das Mischen mit Wasser, das Kochen, Abkühlen und die Zugabe von Hefe bis hin zum Abfüllen in ein 30-Liter-Fass erledigt waren. Getroffen hatten sich die Vereinsmitglieder dafür in einer Biermanufaktur in Chemnitz. Dort lagert das Bier nun auch zum Gären.

Das Brauen hat den 23 Männer und 6 Frauen im Verein laut Schneider-Delau Freude bereitet. "Wir sind eine gute Truppe, das Miteinander klappt", sagt sie. Das Hobby biete einen Ausgleich zum Berufsalltag, bei dem sich die meisten "mit trockenen Themen befassen". Die Mitglieder kommen aus Penig und umliegenden Orten sowie aus Chemnitz und Freiberg. Das Ziel des Vereins bleibe die Wiederbelebung der alten Braustätte in Penig, so Schneider-Delau. Der Sudhaustrakt im ehemaligen Brauereigebäude, der vom Besitzer und Vereinsmitglied Ludwig Hörnlein gemietet werden soll, sei bereits aufgeräumt worden. Dort wolle der Vereinschefin ein Museum einrichten, in dem die alte Brauereitechnik gezeigt wird.

Die gegenüberliegenden Gebäude, in denen einst Abfüllung und Lager untergebracht waren, sollen nach den Vorstellungen der Stadt Penig abgerissen werden. "Damit kann Platz für Bauvorhaben hinter den Häusern an der Brückenstraße geschaffen werden", sagt Schneider-Delau, die auch CDU-Stadträtin in Penig ist. Um in den Vereinsräumen in Penig Bier zu brauen, sparen die Vereinsmitglieder laut Schneider-Delau für den Kauf einer Anlage. Der vorhandene 8000-Liter-Sudkessel sei zu groß, sagt sie. Deshalb habe das Brauen besonderer Biere für Feste in Penig bislang die Hartmannsdorfer Brauerei übernommen. Eine neue Anlage würde laut Vereinschefin rund 40.000 Euro kosten. "Da müssen wir noch mehrere Jahre sparen", sagt sie. Vereinsmitglied und Bürgermeister Thomas Eulenberger hat eine gebrauchte Anlage im Blick. Ein Kessel, in dem 250 Liter Bier gebraut werden könnten und ein Tank mit 500 Litern Fassungsvermögen halten er und seine Mitstreiter für ausreichend. "Fast noch wichtiger als unsere Braukunst sind die Etiketten auf den Flaschen", so Eulenberger. Das liege an der damit verbundenen Geschmackserwartung der Verbraucher. Die ersten Etiketten haben die Mitglieder schon nach ihren Vorstellungen kreiert und drucken lassen.

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