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Thomas Höpfner (2. v.re.), Referent des sächsischen Umweltministeriums, erklärte den Anwesenden Aufbau und Funktionsweise der Pegelstation, darunter Umweltminister Thomas Schmidt (l.).

Foto: Mario HoeselBild 1 / 2

Sanierter Pegel soll bei Flutgefahr warnen

Mehr als 600.000 Euro investierte der Freistaat in Göritzhain. Durch die neue Technik können beim Anschwellen der Chemnitz frühzeitig Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Joseph Wenzel
erschienen am 26.10.2017

Göritzhain. Es waren mehrere geländefähige Wagen nötig, um die Vertreter der Politik und Presse gestern zum sanierten Pegel nach Göritzhain zu fahren. Das kleine ockerfarbene Gebäude mit einer Solaranlage auf dem Dach liegt etwa einen Kilometer hinter dem Ortsausgang Wechselburg in Richtung Hartha im Wald an der Chemnitz kurz vor deren Einmündung in die Zwickauer Mulde. Es wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, ist aber im Ernstfall wichtig.

Die Station ermittelt fortlaufend Wasserstand und Fließgeschwindigkeit der Chemnitz. Sie gehört zum hydrometrischen Basisnetz des Freistaates Sachsen und liefert die Daten, auf die sich das Hochwasservorhersagemodell des Muldentals bezieht. Bei Flutgefahr durch anhaltenden Regen werden im Landeshochwasserzentrum (LHWZ) in Dresden auf Grundlage der gemeldeten Wasserstände aus Göritzhain Prognosen und Warnungen für die Region Wechselburg erstellt und ausgegeben. In vier Warnstufen können dann Anwohner, Feuerwehren und Hilfskräfte in Alarmbereitschaft versetzt werden. Wie auf der Homepage kann man sich mittlerweile sogar über die App "Meine Pegel" die Daten und Warnungen direkt an das eigene Smartphone senden lassen.

Dazu erklärte der Lunzenauer Bürgermeister Ronny Hofmann (CDU): "Ich kann so rechtzeitig auch schwerwiegende Entscheidungen treffen, wie zum Beispiel Evakuierungen." Er sei dankbar, dass der Freistaat in diesen Größenordnungen investiert hat und weiter investieren wird. Damals, während der Hochwasser von 2002 und 2013 wurde die Messstation in Göritzhain stark beschädigt - übrigens wie viele andere Einrichtungen entlang von Mulde und Chemnitz auch. Daher hat der Freistaat Sachsen seit der Flutkatastrophe von 2002 in die Sanierung und den Neubau seines Pegelsystems 24Millionen Euro investiert - allein 600.000 Euro in die Anlage bei Göritzhain. Dafür kommt jetzt im Pegel in Göritzhain modernste Technik zum Einsatz. Der Betrieb von Seilkrananlage und Messgeräten erfolgt durch die Kombination von Solarmodulen und Brennstoffzellen sowie Akkumulatoren und somit energieautark. Da an der Station kein Netz anliegt, wurde außerdem eine Richtfunkverbindung zur Feuerwache in Wechselburg eingerichtet, um von dort die Daten an das LHWZ weiterzuleiten.

"Die unzugängliche Lage in einem Natur- und Vogelschutzgebiet erforderte besonders behutsames Bauen", erklärte Uwe Köhler von der Gesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL), welche die Anlage betreibt, bei der Inbetriebnahme.

Der ebenfalls anwesende sächsische Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) verwies auf die weitere Funktion der Messstation: "Ständig aktuelle und verfügbare Wasserstands- und Durchflussdaten werden nicht nur für schnelle und konkrete Hochwasserwarnungen benötigt. Eine zuverlässige Datengrundlage ist auch für die Bereitstellung von Brauchwasser, für verschiedenste Umweltbelange und nicht zuletzt für die Bewertung der Klimaveränderungen von großer Bedeutung."

Auch Wechselburgs Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU) ließ sich die Einweihung nicht entgehen und dankte bei dieser Gelegenheit allen Beteiligten: "Nachdem die Pegelstation an der Zwickauer Mulde bei Wechselburg bereits saniert worden ist, freue ich mich, dass nun auch die zweite Anlage wieder intakt ist. Das Warnsystem ermöglicht nun wieder größtmöglichen Schutz für alle Anlieger."

www. hochwasserzentrum.

sachsen.de

 
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