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Zehn Bauarbeiter vom Maurer bis zum Elektriker, Diallo nennt sie Alleskönner, haben die Schule errichtet.

Foto: A. DialloBild 1 / 5

Schon zur Einweihung voll ausgelastet

Amadou Diallo und seine Helfer sind am Ziel: Der Afrikaner, der in Lunzenau lebt, hat im Rahmen eines Spendenprojekts den Bau einer Berufsschule in Guinea initiiert.

Von Babette Philipp
erschienen am 14.11.2017

Lunzenau. Glück, Freude, Stolz - all das spricht aus den Augen von Amadou Diallo (Foto), wenn er von seinem "Baby" spricht: In nur drei Jahren konnten der in Lunzenau lebende Afrikaner und seine Helfer in Diallos Heimatort Télimélé in Guinea eine Berufsschule einrichten. Finanziert wurde der Bau durch das von ihm initiierte Projekt "Hilfe für Guinea".

Auf einem über einen Hektar großen Grundstück ist eine Schule mit acht Klassenzimmern, einem Konferenzsaal, Labor, Krankenstation, der Direktion, Küche und Sanitäranlagen entstanden. Angeschlossen ist ein Internat, das 60 Jugendlichen Platz bietet. An der Berufsschule werden Krankenschwestern, Hebammen und Laborantinnen ausgebildet.

Mit seiner Frau habe er überlegt, welche Berufe an der Schule gelehrt werden sollten. "Es hätten ja auch Mechaniker ausgebildet werden können. Aber wir wollten Mädchen von der Einschulung bis zum Broterwerb zu unterstützen", erklärt Diallo. Denn dort, wo er herkommt, haben es Mädchen nicht leicht. Während Jungen einen Beruf erlernen oder auch studieren, würden Mädchen "weggegeben" - das heißt, früh verheiratet. Auf eigenen Beinen stehen können sie so nie. Genau das will Diallo mit seinem 2003 ins Leben gerufenen Projekt "Hilfe für Guinea" ändern. So sind durch Spenden finanziert bereits drei Grundschulen und zwei Krankenstationen entstanden. Und jetzt die Berufsschule. Sie ist so anspruchsvoll, dass sie den Grad einer Fachschule hat und Absolventen dann studieren können, berichtet Diallo, der erst kürzlich bei der Einweihung dabei war.

Nach der Schule studierte Diallo zunächst in Guinea, bekam dann ein Stipendium und setzte sein Landwirtschaftsstudium 1984 in Bulgarien fort. Dort lernte er seine spätere Frau Antje kennen, zog 1992 mit ihr in ihre Heimat und lebt heute in Lunzenau. Dass er hier ein Zuhause fand und sich auch in seinem Beruf - er unterrichtet Französisch im Europäischen Gymnasium in Waldenburg, wohl fühlt - heißt nicht, dass er seine Ursprünge in Guinea aus den Augen verloren hat. Im Gegenteil: Seine Heimat liegt ihm sehr am Herzen.

Allein in die Berufsschule flossen 340.000 Euro an Spenden. Wie sehr sie gebraucht wird, zeigt, dass sie schon vor ihrer Einweihung "ausgebucht" war. "Es fanden Aufnahmeprüfungen statt. Nur 18 haben nicht bestanden. Jetzt haben wir 250 Schüler und damit ist die Kapazität bereits ausgereizt. Unsere Schule hat sich derart herumgesprochen, dass die Schüler aus allen Landesteilen kommen", freut sich Diallo. Jungen habe man nun doch aufgenommen. "Wir können niemanden wegschicken." Unterrichtet werden alle von sieben festangestellten einheimischen Lehrern und Ärzten aus dem Krankenhaus auf Honorarbasis. Finanzieren soll sich die Schule einmal selbst - durch Schulgeld, aber auch die Arbeit auf der Krankenstation zum Beispiel. Doch das wird - zumindest anfangs - nicht genügen. Deshalb werden Paten gesucht. Ob sie monatlich 10 Euro geben oder einmal ist Jahr, ist egal. "Jede Spende hilft", sagt Diallo. Das "Baby" müssen nun laufen lernen und wachsen.

Wer Pate werden möchte, kann sich bei Amadou Diallo unter dialloay@googlemail.com melden.

 
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