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Viele Kühe, viel Milch - aber auch ein Problem fürs Trinkwasser?

Foto: Mario HoeselBild 1 / 2

Verdacht: Milchviehanlage könnte Trinkwasser belasten

In Frankenau geht die Sorge um: Könnten Kot und Urin der 780 Kühe das Wasser verunreinigen? Der Betreiber wehrt sich gegen den Vorwurf.

Von Ricarda Terjung
erschienen am 15.11.2017

Erlau/Frankenau. Hinter vorgehaltener Hand wird in diesen Tagen viel über die neue Anlage von Agraset in Erlau gesprochen. So viel kann Türk Lippmann, der Ortschaftsratsvorsitzende von Frankenau, sagen. "Einige Leute machen sich große Sorgen", sagt Lippmann. Die Idee der Verunsicherten: Kot und Urin der 780 Kühe könnten das Trinkwasser der Frankenauer verunreinigen. Denn die neue Milchviehanlage des Landwirtschaftsbetriebes befindet sich nahe dem Gebiet, aus dem Frankenaus Trinkwasser stammt. Kann das sein?

Der Mittweidaer Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU): "Wir als Stadt sind keine Experten für Milchviehwirtschaft oder Trinkwasserversorgung." Man nehme die Sorge der Anwohner in Frankenau aber ernst und habe deshalb eine Einwohnerversammlung für den 24.November anberaumt. Neben Vertretern der Stadtverwaltung sollen daran auch Vertreter der Agrargenossenschaft Naundorf (Agraset) und des Zweckverbands Kommunale Wasserver-/Abwasserentsorgung "Mittleres Erzgebirgsvorland" (ZWA) teilnehmen und die Fragen der Bürger beantworten. Der ZWA, ansässig in Hainichen, betreibt die autonome Wasserversorgung des Mittweidaer Ortsteils.

Laut dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft liegt die Verantwortung für die Qualität des Trinkwassers in Frankenau beim Zweckverband. Außerdem, so Sprecher Frank Meyer, könne eine Milchviehanlage nicht ohne emissionsschutzrechtliche Genehmigung gebaut werden. Dafür würden die Baupläne - im vorliegenden Fall jene für die Milchviehanlage - geprüft. Es müssten entsprechende Vorkehrungen getroffen werden, damit die Anlage das Trinkwasser nicht beeinträchtigen kann.

Jan Gumpert, Vorstandsvorsitzender von Agraset, sagt: "Selbstverständlich haben wir alle Auflagen erfüllt." Noch striktere Vorgaben als jene in Deutschland gebe es vermutlich in keinem anderen Land der Welt. Das Unternehmen habe "sehr viel Geld" investiert, um allen Anforderungen für den Umweltschutz gerecht zu werden, betont er. Das Landratsamt habe die Genehmigung zum Bau der Anlage im Jahr 2013 erteilt. Welche Maßnahmen Agraset im Einzelnen ergriffen habe, werde er bei der Einwohnerversammlung erläutern. Die Güllebecken etwa seien "nagelneu und kontrolliert", der Dung könne nicht ansatzweise entweichen. Und wenn er zur rechten Zeit und in nicht zu hohem Maß auf die Felder gebracht werde, "schadet er dem Trinkwasser überhaupt nicht", so Gumpert.

Agraset habe sogar Vorkehrungen für Havarien getroffen, sagt der Vorstandsvorsitzende. Auch im Fall einer Havarie sei es unwahrscheinlich, dass der Boden oder das Trinkwasser beeinträchtigt würden. "Außerdem ist unser Unternehmen auf die langfristige Nutzung der Umwelt angewiesen", sagt Gumpert. "Warum sollten wir sie beschädigen?"

Ulrich Pötzsch ist der Technische Geschäftsleiter des ZWA. Auch er sagt: "Die Qualität des Frankenauer Trinkwassers der öffentlichen Wasserversorgung wird durch die neue Anlage der Agraset nicht beeinträchtigt." Dieses Wasser werde einmal wöchentlich überprüft.

Frankenaus Ortsvorsteher Türk Lippmann ist selbst Landwirt. "Ich persönlich habe keine Bedenken, dass wegen der Anlage das Wasser verunreinigt werden könnte", sagt Lippmann. Er geht davon aus, dass das nach der Einwohnerversammlung auch die Bedenkenträger so sehen. "Es fehlt vielleicht noch ein wenig Verständnis dafür, wie so eine Anlage funktioniert", so Lippmann.

Vom ZWA wird nach Angaben des Technischen Geschäftsleiters Ulrich Pötzsch zu dem Termin niemand erscheinen, aus terminlichen und Krankheitsgründen. Der Agraset-Vorstandsvorsitzende Jan Gumpert hingegen hat sein Kommen zugesagt. "Ich kann es nachvollziehen, wenn einige Frankenauer besorgt sind und räume die Bedenken gerne aus", sagt er. Er und seine Mitarbeiter seien bereit, schon vor dem Termin Fragen zu beantworten. "Man muss uns nur ansprechen."

Die Einwohnerversammlung beginnt am 24. November, 18 Uhr, in den Räumen der Feuerwehr Frankenau.

 
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