Verwaister Jugendfreizeittreff: Kreis soll ins Boot geholt werden

Wegen fehlenden Personals wurde der Betrieb des Treffs an der Geringswalder Erich-Zeigner-Straße vor knapp zwei Jahren eingestellt. Um eine Lösung zu finden, hat Kreisrat David Rausch angeregt, die Jugend- und Familienbehörde einzubinden.

Geringswalde.

Die ausgedünnte Lage auf dem Fachkräftemarkt ließ den Verein Muldentaler Jugendhäuser im Spätsommer 2016 zu einer drastischen Maßnahme greifen: Mangels entsprechend ausgebildeten Personals musste der Träger des Jugendfreizeittreffs an der Geringswalder Erich-Zeigner-Straße das Handtuch werfen: Unmittelbar nach den Sommerferien schloss die Einrichtung.

Ein Fakt, der Linke-Kreisrat David Rausch aus Altgeringswalde keine Ruhe lässt. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates, die er als Gast verfolgte, regte der Kommunalpolitiker an, die Abteilung Jugend und Familie des Landkreises unmittelbar in die Problematik einzubinden. "Dabei würde sich ein Ortstermin direkt in den Clubräumen anbieten", empfahl Rausch. Zudem sollte man die Jugendlichen Geringswaldes dazu einladen, um die Zielgruppe selbst zu Wort kommen zu lassen. Seitens der Behörde bestehen keine Einwände. "Wir können bestätigen, dass Vorgespräche mit dem Kreisrat stattfanden", so Kreissprecherin Cornelia Kluge. Auch sei ein Ortstermin mit Mitarbeitern der Fachabteilung durchaus denkbar.

Ob der Bedarf für den Treff unter den Jugendlichen überhaupt gegeben ist, ist gleichwohl offen. Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) erinnerte an die ausnahmslos leer gebliebenen Stühle im Ratssaal, als die Stadtverwaltung auf Drängen der Linksfraktion Ende Oktober des vergangenen Jahres zu einem Jugendstammtisch eingeladen hatte. Zugleich war man sich im Verwaltungs- und Kulturausschuss im Dezember aber auch dahingehend einig, dem Stammtisch in diesem oder im nächsten Monat eine zweite Chance zu geben, einen Termin gibt es noch nicht. An der Stelle hakte Rausch noch einmal nach. "Dieser geplante neuerliche Treff ließe sich doch sicher mit dem der Behörde koppeln", sagte er. Geringswaldes Stadtchef hielt das für machbar.

In den vergangenen Jahren musste der Jugendclub im einstigen Gebäude der Mittelschule, das auch unter "Haus der Vereine" bekannt ist, mehrere Rückschläge hinnehmen. Im November 2010 verabschiedete sich Ines Herzog als langjährige Einrichtungsleiterin. Damals gelang mit Sozialarbeiterin Peggy Erler ein nahtloser Übergang im Geringswalder Club. Ende 2012 übernahm Andreas Woidschützke die kommissarische Leitung für Erler, die aus persönlichen Gründen pausierte. Ab April 2013 lenkte Martina Scheithauer gemeinsam mit dem für Rochlitz zuständigen Sozialarbeiter Marcel Berger die Geschicke an der Erich-Zeigner-Straße. Indes währte die Freude über die Besetzung des Chefpostens nicht lange: Im März 2014 flatterte den Muldentalern die Kündigung auf den Tisch, Scheithauer orientierte sich beruflich neu.

Mit Nico Lang zog im Oktober 2015 neues Leben in die Abläufe der Freizeiteinrichtung ein. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen organisierte der staatlich geprüfte Erzieher zum Beispiel gemeinsames Kochen, Billardturniere und auch einen frischen Anstrich für das Buswartehäuschen in Hilmsdorf. Nach nur neun Monaten als Chef des Jugendfreizeittreffs verabschiedete sich Nico Lang im Juni 2016 aus der Einrichtung und suchte eine neue berufliche Herausforderung.

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