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Udo Reinhold, Leiter der Zettlitzer Förderschule, wird heute 60 Jahre alt.

Foto: Marion Gründler

"Zeit ist für mich mehr wert als Geld, somit bin ich reich"

Heute wird der ambitionierte Rehabilitations-Pädagoge Udo Reinhold 60. - Für ihn keine Klippe

erschienen am 16.05.2018

Zettlitz. Seit 28 Jahren Schulleiter, davon allein über zwei Jahrzehnte in Zettlitz: Udo Reinhold bewegt sich aktuell zwischen Kisten und Kartons und den Unwägbarkeiten des Umzugs der Zettlitzer Förderschule nach Rochlitz.  Marion Gründler fragte den Jubilar nach dem, was ihn an diesem Tag noch so bewegt.

Freie Presse: Herr Reinhold, manch einer zuckt unwillkürlich zusammen, wenn er die 60 erreicht. Wie geht es Ihnen damit?

Udo Reinhold: Ich komme gut damit zurecht. Auch unter dem Eindruck eines Wertewandels: Zeit ist mehr wert als Geld, und ich kann für mich sagen: Ich bin somit reich. Klar merkt man, dass man älter wird, allerdings auch reicher an Erfahrungen und einer relativen Gelassenheit, die ich als durchaus angenehm empfinde.

Sie denken an den Umzug der Förderschule in das Rochlitzer Berufsschulzentrum?

Nicht ausschließlich. Ich bin in dieser Hinsicht Pragmatiker. Wir sind an einem Punkt, an dem es rausgeht aus der ländlichen Idylle. Grundsätzlich suchen wir die Öffentlichkeit, und die ist am Rochlitzer Standort eher gegeben. Bei dem Investitionsstau hier im Zettlitzer Gebäude hätten wir während der Bauarbeiten ohnehin für ein Jahr ausziehen müssen. Nun bereichern wir das Rochlitzer Stadtbild bald dauerhaft durch unsere Anwesenheit.

Sie sind zuversichtlich mit Blick auf Rochlitz?

Ja. Mir ist durch den Landkreis versichert worden, dass genug Geld in die Hand genommen wird, um Bedingungen zu schaffen, die besser als die in Zettlitz sind. Ansonsten hätte ich mich gar nicht darauf eingelassen. Was allerdings noch geklärt werden muss, ist die Nutzung einer Turnhalle.

Alles das hatte die Schule ja hier in Zettlitz.

Oberflächlich gesehen ja. Aber Fakt ist: Wir platzen räumlich aus allen Nähten. Der Abschied hier wird schon etwas wehtun. Ich verdränge das. Und vermutlich kommt dieser Aspekt in mir erst so richtig hoch, wenn ich die Schlüssel abgebe. Immerhin hatten wir hier 22 erfüllte Jahre mit zahlreichen guten Kontakten in der Gemeinde.

An sich geht es heute zu Ihrem Geburtstag um die Person Udo Reinhold.

Die ist vom Schulbetrieb nicht zu trennen. Schulleiter einer Förderschule zu sein, ist für mich kein Job schlechthin, sondern eine Berufung. Die auszufüllen, geht nur mit einem Kollegium, das mich schon lange begleitet. Und welche Kämpfe auch in der Landeshauptstadt ausgefochten wurden - wir haben hier in Gelassenheit stetig unsere Arbeit gemacht. Und es ist eine Tatsache, dass jeder ganz normale Tag ein guter Tag ist. Wir stehen hier rund um die Uhr im Fokus der Schüler. Und wir müssen ständig achtsam sein, weil wir eine hohe Verantwortung tragen.

Eine Verantwortung, die auch nach Entspannung verlangt?

Das ist richtig. Und die habe ich auch, etwa beim Motorradfahren, Fußball oder Tennis. Und ich genieße Zeit, die ich mal gänzlich allein verbringen kann. Ich möchte meinen Beruf noch einige Zeit ausüben und mit Menschen arbeiten. Diese Begegnungen sind mir überaus wichtig, denn sie machen die Berufung erst so interessant.

Wenn Sie heute einen Wunsch äußern dürften ...

Da gibt es einiges. Privat wären das Glück, Gesundheit und Weltfrieden. Mit Blick auf meinen Beruf wären mir Sozialarbeiter in unserer Schulart wichtig. Zukünftig genauso ausgleichende Gerechtigkeit in Sachen Entlohnung im Lehrerzimmer. Und ich muss es immer wieder betonen: Kommunikation gerade auf unserem Sektor ist das A und O, und die muss gefördert werden. Denn eine Tendenz ist die, dass von meinem Kollegium und mir immer mehr Erziehungsarbeit verlangt wird.

 
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