Zerfahrene Straßen: Wechselburg hofft auf Hilfe vom Freistaat

Während des Baus der B 175 war wegen der Vollsperrung eine große Umleitung ausgeschildert. Doch nicht nur Pkw, sondern auch schwere Lkw wichen auf schmale Schleichwege aus, die nun stark beschädigt sind.

Wechselburg.

Die Reifenspuren sind tief im Boden und reichen an manchen Stellen um die zwei Meter weit auf die an die Straßen angrenzenden Grundstücke. Und sie stammen eindeutig von Lastern. Besonders betroffen sind zwei Trassen in Wechselburg: die Verbindung Alt- zschillen über Corba bis Obergräfenhain und die von Göhren über Himmelhartha bis zur Rochlitzer Straße, die dann ebenfalls nach Obergräfenhain führt. Die beiden "Sträßchen" sind während des Baus unter Vollsperrung der B 175 auf dem Abschnitt zwischen dem Knotenpunkt "Grüne Tanne" und dem Bahnübergang an der Kreisstraße 7938 als Schleichwege genutzt worden, offenbar um die lange Umleitungsstrecke, die über Geithain, das Eschefelder Kreuz und Penig bis Narsdorf verlief, zu meiden.

"Der Bau der beiden Straßen Anfang der 1990er-Jahre hat 1,3 Millionen Mark gekostet. Ich bin entsetzt, wie zerstört jetzt die Bankette und Straßenränder sind", sagt Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU). Die Straßen sind so eng, dass selbst Pkw nur schwer aneinander vorbeikommen. "Bei Lastern geht das gleich gar nicht. Für solche sind die Straßen auch nicht ausgelegt", so Naumann weiter. Als das Problem akut wurde und der Verkehr immer mehr zunahm, hatte sich die Gemeinde gekümmert. Unter anderem war eine verkehrsrechtliche Anordnung erlassen worden, dass die Straßen für Lkw gesperrt wurden - und noch sind. Es fanden auch Kontrollen durch die Polizei statt. "Ich weiß, dass ein Lkw zurückgeschickt und ein Pkw-Fahrer abgestraft worden sind", so die Gemeindechefin. Doch der Schaden war bereits angerichtet. Außerdem ignorierten Lkw die Verbotsschilder und die Pkw nutzten die Schleichwege weiter.

Im Dezember war der Bau der B 175 abgeschlossen. So glatt und gut diese nun durch die Sanierung ist, so demoliert sind weiterhin die Trassen in Wechselburg. Das will die Bürgermeisterin nicht hinnehmen und hat sich mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) in Verbindung gesetzt mit der Bitte, zu prüfen, ob durch den Freistaat die Schäden repariert werden können. In Verantwortung des Lasuv lief der Bau der B 175. Dort zeigte man zwar Verständnis, teilte aber mit, dass man nicht zuständig sei. Im Bundesfernstraßengesetz sei zwar geregelt, dass Mehrkosten getragen werden müssen, wenn eine Umleitungsstrecke Schäden erleidet. Für nicht als Umleitung ausgewiesene Straßen gelte das nicht.

Naumann hat sich nun an Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) mit der Bitte um Hilfe gewandt. "Er hat mir zugesichert, das Problem in Dresden anzubringen", sagte sie. Erst vergangene Woche habe er sie angerufen und mitgeteilt, dass "ein üppiges Förderprogramm" für den Straßenbau in Arbeit sei. "Darauf hoffe ich nun", so Naumann.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...