Briefmarken: Gestempelt im Orbit

In der Sparkassenfiliale zeigen die Auerbacher Briefmarken- und Ansichtskartensammler ihre aktuelle Ausstellung. Ein Exponat ist bereits durchs All gereist.

Auerbach.

Wolfgang Schaarschmidt (71) und Günter Feustel (68) von den Auerbacher Briefmarken- und Ansichtskartenfreunden haben in der Sparkassenfiliale an der Göltzschtalstraße die neunte Ausstellung ihres Vereins eröffnet. Dafür haben die Sammler ihre schönsten Exponate zu "Fische im Korallenmeer", "Leuchttürme" und "Ersttagsbriefe der USA" herausgesucht. Die Highlights der Schau aber sind die Ausstellungsstücke in den Themengebieten "Gastliches Auerbach - Gastronomie auf Ansichtskarten 1945 bis 1990" und "Sigmund Jähn - 40. Jahrestag in originalen Dokumenten".

Wolfgang Schaarschmidt hat zehn Belege von dem Briefmarkensammler und Kosmonauten Sigmund Jähn persönlich zugeschickt bekommen. Wie das? "Von 1966 bis 68 war ich im Jagdgeschwader, östlich von Berlin. Jähn auch." Vergangenen Herbst fragte Wolfgang Schaarschmidt Sigmund Jähn, per Brief natürlich, ob sie einander damals hätten begegnen können. Jähn antwortete sogleich: Ja, das sei durchaus möglich. Ergänzt um ein paar historische Brief-Kuverts mit Marken, die die Sammler "Belege" nennen, schickte Jähn seine Antwort ins Vogtland und machte den Sammler überglücklich: Es waren nicht irgendwelche Belege.

Nun hatte Schaarschmidt ein ganz besonderes Brief-Kuvert in seiner Sammlung: gestempelt auf der sowjetischen Raumstation "Saljut 6", wo Jähns Raumschiff "Sojus 31" andockte - damals im August 1978. Es ist damit der am weitesten gereiste Brief der Welt. Wolfgang Schaarschmidt fragte Sigmund Jähn: "Ist der wirklich oben gestempelt?"- "Na, denkst du, ich schick dir Fälschungen?" fragte der zurück.

Es gehe bei den Sammlungen nicht so sehr um Wertigkeit, so Schaarschmidt - es sei einfach schön, zu zeigen, was alles möglich ist, ergänzt Feustel. Ein Brief, eine Karte mit Marke sei immer auch eine sehr aussagekräftige Dokumentation. Eine Karte beispielsweise hat eine Vorder- und Rückseite, eine Marke und mindestens einen Stempel - diese Details seien hochinteressant, da stecke eine Geschichte drin, so die Sammler. Die mit Abstand schönste Geschichte für Schaarschmidt aber wäre, Sigmund Jähn als Besucher der aktuellen Ausstellung begrüßen zu dürfen. "Bei den Sammlern ist es ein Geben und Nehmen. Jeder im Verein weiß, was der andere hat." Um an neues Material zu kommen, laden die Sammler darum immer wieder Gleichgesinnte aus anderen Städten und Gemeinden zum Großtausch ein. Manchmal aber gelangen die Sammler auch auf ganz ungewöhnlichen Wegen zu neuen Stücken - wie der Fall Jähn bestens beweist.

Der Verein hat gegenwärtig 20 Mitglieder und trifft sich jeden ersten und dritten Dienstag im Monat um 17.30 Uhrin Auerbach in Hardy's Eck, Plauensche Straße 21. Die aktuelle Schau ist bis zum 27. April während der Öffnungszeiten der Sparkasse an der Göltzschtalstraße 21 kostenlos zu sehen.

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