Der Wolf und die Vogtländer

Anlässlich des Wald- und Jagdfestes im Oberlauterbacher Natur- und Umweltzentrum wurde am Wochenende auch über den Isegrim diskutiert. Karin Hohl ist mit der Resonanz auf dieses Angebot nicht zufrieden.

Oberlauterbach.

"Hier gibt es nichts, was es nicht gibt", staunen Jana und Frank Herrgeist. Und sie staunen nicht zum ersten Mal. "Wir kommen fast jedes Mal her, finden aber trotzdem immer jede Menge Interessantes und Neues", urteilten die Treuener über die siebte Ausgabe des Vogtländischen Wald- und Jagdfestes im Oberlauterbacher Natur- und Umweltzentrum (NUZ). "Dermaßen viele kompetente Ansprechpartner findet man selten auf so kleinem Raum", sagten sie beim Gang von einem Stand zum nächsten.

Stände und andere Anlaufstellen gab es am Samstag und Sonntag viele: Fachberatungen, thematische Wanderungen, ein Hand- und Kunsthandwerkermarkt. Dazu Direktvermarkter, Musik, Vorführungen, Ausstellungen, Wettbewerbe und andere Mitmach-Gelegenheiten. Gewerke stellten sich vor, Fachleute, Naturschützer und Umweltbildner informierten über das gesamte Festspektrum.

Jede Ausgabe untersteht einem Thema. Diesmal rückten Artenvielfalt und Artensterben in den Mittelpunkt. Einer Art, die das Vogtland offensichtlich wiederentdeckt hat, widmete das Umweltzentrum eine ganze Vortragsreihe. Inklusive Meinungsaustausch unter anderem mit Gästen aus Deutschland und Tschechien, Vertretern der Landwirtschaft, Jägerschaft, vom Veterinäramt und NUZ-Leiterin Karin Hohl in ihrer Funktion als Koordinatorin für Großraubsäuger. Zu jenen Tieren zählt neben Wildkatze und Luchs auch der Wolf.

Weidetierhalter in der Region verfolgen die jüngste Entwicklung mit Sorge: Im März war einer bei Grünbach positionieren Fotofalle ein Wolf vor die Linse gelaufen. Nach vielen unbestätigten Sichtungshinweisen und Verdachtsmomenten der erste gesicherte Nachweis im Vogtlandkreis. Karin Hohl geht von einem durchziehenden Einzeltier aus. Anhaltspunkte für die Anwesenheit eines Rudels gibt es ihren Aussagen zufolge nicht. "Ich nehme auch an, dass der Wolf schon abgewandert ist", sagte die Landkreis-Beauftragte. Für einen dauerhaften Aufenthalt müssten Nahrung, Partner und Rückzugsgebiete vorhanden sein.

Bei Fragen von Haltern, wie Weidetiere sicher draußen untergebracht werden können und welche Möglichkeiten einer vollständigen finanziellen Entlastung Betroffener bei Schadensfällen es gibt, kam man auf keinen gemeinsamen Nenner. Jedenfalls noch nicht. Die Zusammenkunft soll ein Anfang gewesen sein. Vorgesehen ist, im NUZ einen runden Tisch zu diesem polarisierenden Thema einzurichten. "Wir wollen Lösungen finden und alle Akteure zur Umsetzung verknüpfen", betonte Karin Hohl. Für den Austausch am Samstagnachmittag hatte sie sich mehr Zuspruch seitens der Landwirte und Jäger gewünscht. "Zumal an Stammtischen und bei Verbandsversammlungen immer wieder ganz intensiv über das Thema gesprochen wird."

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