Kinder suchen "Waldpolizei"

Die Kita "Albert Schweitzer" Falkenstein versteht sich als Haus der kleinen Forscher. Exkursionen gehören zum Programm.

Falkenstein.

Dass es zwischen Fichten, Tannen und Unterholz Ordnungshüter geben soll, davon haben die Kinder noch nie etwas gehört - und spitzen die Ohren. Der Eichelhäher sei der Polizist im Wald, erzählt Michael Thoß. Seinen Beinamen verdankt der Vogel Melderufen, mit denen er auf ungewöhnliche Vorgänge hinweist. Etwa eine Kindergruppe. Mindestens einmal pro Woche brechen Gruppen der Falkensteiner Kita "Albert Schweizer" zur Wald-Exkursion auf. Diese Woche unter fachlicher Anleitung: Michael Thoß vom Förderverein des Oberlauterbacher Natur- und Umweltzentrums Vogtland steht der Einrichtung zur Seite.

Ausgerüstet mit Ferngläsern, sichteten die Kinder auf halber Strecke Mauersegler. "Die meisten Leute denken, das sind Schwalben", sagte der Vogelkundler. Zwischen beiden Arten gibt es jedoch zum Teil gewaltige Unterschiede. Mauersegler seien an den abgerundeten Flügeln zu erkennen, erklärte Michael Thoß. Obwohl ähnlich im Erscheinungsbild, sind sie nicht mal miteinander verwandt. Dann berichtet der Fachmann Verblüffendes: "Ein Mauersegler kommt in seinem ganzen Leben nie auf die Erde runter. Er schläft sogar in der Luft. Und wenn er auf den Boden fällt, kommt er ganz schlecht wieder hoch", erfahren die 13 angehenden Abc-Schützen. Pausen muss der Flugkünstler gleichwohl einlegen: während der Brutzeiten und Jungenaufzucht.

Seit fünf Jahren darf sich die Kindertagesstätte "Albert Schweitzer" Haus der kleinen Forscher nennen. Im Mai verteidigte sie ihre Zertifizierung zum dritten Mal. Ziel ist es, Kinder auf altersgerechte Weise für naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu begeistern. 2014 richtete die Kita ein Experimentierzimmer ein. Längst steht ein Insektenhotel im Garten, und auch Nistkästen wurden angebracht.

Jungen und Mädchen im Kindergartenalter für die Natur und ihre Bewohner zu sensibilisieren, hält Michael Thoß für wichtig. "So bekommen sie ein bissel Verständnis dafür, wie empfindlich und wertvoll sie ist", sagte er. Damit befindet sich Thoß auf einer Wellenlänge mit der Kita und ihrem Konzept. "Wir legen sehr viel Wert darauf, bei den Kindern ein Umweltbewusstsein auszubilden. Dazu gehört auch, Verantwortung zu entwickeln, die Natur zu schützen und sie sauber zu halten", erklärte Erzieherin Grit Gorus. "Wir haben auch schon im Wald Müll gesammelt. Da kamen einige Tüten zusammen."

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