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Der Turm auf der Wilhelmshöhe bei Perlas wurde 1907 errichtet und ist Eigentum der Kommune. Zu Walpurgis, Himmelfahrt und zum Turmfest im Sommer ging es jahrelang rund auf dem Gelände, aus den Buden links und rechts wurden die Gäste versorgt. Damit ist Schluss: Am 14. und 21. Oktober, ab 9 Uhr, werden die Hütten ausgeräumt - auch dafür sucht der kaum mehr vorhandene Verein noch Helfer. "Falls es Interessenten gibt, können sie die Theken gerne kostenlos abholen", sagt der Vereinsvorsitzende.

Foto: David RötzschkeBild 1 / 2

Still ruht der Turm: Verein räumt seine Buden

Seit 25 Jahren kümmert sich eine Gruppe von Enthusiasten um das Gelände am Perlaser Turm. Doch das kleine Häuflein schrumpft, jetzt werden Konsequenzen gezogen.

Von Bernd Appel
erschienen am 11.10.2017

Perlas. Nein, von Auflösung will Wiethold Czarski (70) nicht reden. Der Turmverein Wilhelmshöhe mache erst mal weiter, sagt der Vorsitzende. Aber: "Eine Zukunft haben wir auch nicht", räumt er ein. Und inzwischen hat er den Verein aus dem offiziellen Register streichen lassen. "Es gibt den Turmverein noch, aber nicht mehr als e. V. , eingetragenen Verein", erläutert Czarski. Die aktuelle Mitgliederzahl gibt er mit neun an; "vier davon können noch was machen, die anderen fünf sind zu alt, zu krank".

Wie es weitergehen soll, weiß der Vorsitzende nicht, er will erst mal klar Schiff machen, "bevor alles noch teurer wird". Am 14. und 21. Oktober, nächsten und übernächsten Samstag, sollen die beiden Buden links und rechts des Turmes beräumt werden. Dort befinden sich große Kühl- und Biertheken, an denen noch bis vor einigen Jahren die Gäste von Turmfest, Besenbrennen oder Himmelfahrts-Veranstaltungen bewirtet wurden. "Schön war die Zeit", sagt Czarksi wehmütig. Die Besucherzahlen waren zuletzt ebenso geschrumpft wie die Zahl der Vereinsmitglieder. "Warum gibt es kein Interesse mehr? Ich verstehe es nicht", fragt er kopfschüttelnd.

2011 fand das letzte Turmfest statt, später gab es noch Waldandachten zu Pfingsten, Himmelfahrt 2016 wurde Bier gezapft. Das soll"s gewesen sein. Was aus den beiden leeren Buden wird, darüber müsse er noch mit der Stadt reden: Lässt man sie erst mal stehen, sollen sie auch weg? Sicher ist: Die Sitzgruppen hinterm Turm müssen entsorgt werden. Sie stammen noch aus den 1970er Jahren, inzwischen sind etliche Bretter verfault.

Der Wasseranschluss des Turmgeländes ist inzwischen stillgelegt, den Strom konnte Czarski nicht abklemmen lassen, weil damit die Antenne des Rettungszweckverbandes auf dem Turm betrieben wird. Der Verband hat einen eigenen Stromzähler, die Grundgebühren zahle seit dem Jahreswechsel die Stadt Treuen, sagt Czarski: "Wir haben ja keine Einnahmen mehr." Die letzten Mohikaner des Turmvereins kümmern sich weiter um die Ordnung auf dem Gelände und treffen sich Sonntagvormittag auf ein Bier in der dritten Hütte, direkt am Aufgang. "Die behalten wir, bis zum bitteren Ende", sagt Wiethold Czarski.

Die Stadt Treuen als Eigentümer des Areals weiß schon seit einiger Zeit von der schwierigen, existenzbedrohenden Lage des Turmvereins, wie Pressesprecher Philipp Kober auf Anfrage mitteilt. "Wir bedauern diese Entwicklung sehr - gerade die Turmfeste haben doch in den vergangenen Jahren Menschen aus dem ganzen Vogtland nach Perlas gelockt", sagt Kober. Über die aktuelle Situation, also auch über die Streichung des Vereins aus dem Register, sei man allerdings noch nicht informiert. Wenn der Verein es nicht mehr schaffe, dann müsse sich künftig die Kommune selbst um das Gelände kümmern, das momentan an den Turmverein Wilhelmshöhe verpachtet ist.

 
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