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Der Boden auf dem Gelände hinter dem Triebwagen der Vogtlandbahn ist durch kontaminiertes Wasser verseucht. Die Bahnschwellentränke befand sich auf der anderen Seite der Schienen.

Foto: Joachim Thoß

Verseuchter Boden in Falkenstein: Niemand will verantwortlich sein

Eine Schwellentränke aus DDR-Zeiten gilt als Ursache für die Verschmutzung. Die Bahn streitet die Verantwortung dafür ab. Das Amt für Straßenbau sieht das anders.

Von Lutz Hergert
erschienen am 11.09.2017

Falkenstein. Die Deutsche Bahn AG und das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) schieben sich gegenseitig die Verantwortung dafür zu, dass sich die Fertigstellung des ersten Abschnittes der Göltzschtalumgehung um ein Jahr verzögert. Seit drei Wochen ist bekannt, dass sich im Baugrund des Abschnittes schädliche Altlasten befinden. Als Ursache dafür wurde eine Bahnschwellentränke auf dem Gelände der Bahn ausgemacht, von der das Wasser Rückstände ausgespült hat.

Unklar ist, wer dafür verantwortlich ist. Denn die Lage wird zusätzlich verkompliziert, weil das Lasuv das Gelände, auf dem sich heute ein Teil des verunreinigten Bodens befindet, von der Bahn erworben hat. "Das Lasuv durfte zunächst davon ausgehen, dass die Schwellentränke vor Jahren durch die Bahn saniert worden sei", teilt Pressesprecherin Isabel Siebert mit. Man sei davon ausgegangen, dass es keine nachhaltigen Verunreinigungen mehr gibt.

Dass regional zuständige Pressebüro der Bahn sagt etwas anderes und führt dazu die Lage des verunreinigten Geländes ins Feld: "Die ehemalige Schwellentränke liegt südlich der Gleise, das heißt im Zuge der Straßenbaumaßnahme (nördliche der Gleise) aufgefundene Belastungen des Bodens stehen grundsätzlich erst einmal nicht im Zusammenhang mit der Schwellentränke." Zudem sei bei Untersuchungen im Bahnauftrag nach der Jahrtausendwende kein verschmutztes Wasser auf dem Gelände gefunden worden, das heute dem Lasuv gehört.

Laut Lasuv seien durch Grund- und Regenwasser Öle von der Tränke in den Baugrund der Umgehung gespült worden. Dass es der Boden in sich hat, wird daran deutlich, dass in dem Bereich derzeit Männer in Schutzoverals arbeiten. "Wir können auf unserem Baugrund so lange ausbaggern wie wir wollen, wenn die Bahn nicht die Quelle versiegelt, aus der die Schadstoffe ausgespült werden, ändert sich nichts", so Siebert. Nächstes Problem: Das Wasser verschmutzt angrenzende Grundstücke und fließt weiter in die Treba.

Da ständig Schmutzwasser nach fließt, ist derzeit laut Siebert unklar, wie groß die verseuchte Fläche ist und wie weit der kontaminierte Bereich in die Tiefe reicht. Deshalb sei nicht abzusehen, welche Mehrkosten anfallen. Neue Untersuchungen sollen bald beginnen. Sie werden von Lasuv und Bahn jeweils auf dem eigenen Gelände vorgenommen.

 
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Verseuchter Boden in Falkenstein: Niemand will verantwortlich sein
Göltzschtalumgehung bei Falkenstein
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 11.09.2017
    08:11 Uhr

    Tauchsieder: Wenn man denn dies schon des längeren weiß, dass das Gelände in die Treba entwässert, dann sollte man doch den Fischereirechtsinhaber der Treba vom Verzehr seiner gefangenen Fische aus diesem Gewässer warnen. Das Gleiche gilt für Grundstücksbesitzer und Kleingärtner.
    Sollte dies Publik werden und das ist es mit der Veröffentlichung in der "FP", sind Grundstückspreise und Pachten für das betroffene Gebiet im Keller.

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