Vogtland um "Lieblingsplatz" reicher

Mit der Schlüsselübergabe für barrierefreie Räume ist der behindertengerechte Umbau der Herberge im Umweltzentrum Vogtland abgeschlossen.

Oberlauterbach.

49 "Lieblingsplätze für alle" sind in den vergangenen beiden Jahren im Vogtlandkreis entstanden. Seit dieser Woche gehört das Natur- und Umweltzentrum Vogtland (NUZ) in Oberlauterbach offiziell dazu. Die Sitzung des Behindertenbeirates wurde zum Anlass genommen, den symbolischen Schlüssel für zwei behindertengerecht umgebaute Zimmer, einen barrierefreien Sanitärtrakt und neuen Fahrstuhl zu übergeben. Die Maßnahme ist Teil des Landesförderprogramms "Lieblingsplätze für alle", Ziel ist der ungehinderte Zugang zu öffentlichen Einrichtungen für Menschen mit Handicap.

47.000 Euro investierte der Freistaat Sachsen in den Fahrstuhl, der Besucher zur Herberge und zum Saal im ersten Obergeschoss befördert. 10.000 Euro Eigenmittel steuerte die Stadt Falkenstein bei. Für die Zimmer stellte der Vogtlandkreis als Betreiber des NUZ 22.500 Euro zur Verfügung und die Stadt weitere 9200 Euro. Bürgermeister Marco Siegemund (CDU) sicherte dem Umweltzentrum Unterstützung zu.

Bis zum Barriere-Abbau mussten Mitarbeiter und Gäste Provisorien in Kauf nehmen. "Wir wollen alle Teile der Bevölkerung erreichen von Jung bis Alt, haben Kitas, Schulen und integrative Häuser hier und auch Kinder mit Behinderungen", sagt Michael Thoß, Vorsitzender des NUZ-Fördervereins. Wer nach oben wollte, musste Hilfestellung in Anspruch nehmen und notfalls getragen werden. Thoß ist froh, dass solche Einschränkungen der Vergangenheit angehören.

Für die bislang 49 "Lieblingsplätze" im Vogtland sind knapp 500.000 Euro verbaut worden. Die Projektumsetzung habe gezeigt, "dass es auch unkompliziert geht", sagte Vize-Landrat Uwe Drechsel. Für 2016 beantragte der Vogtlandkreis 18 Projekte und rechnet mit Zuwendungen von über 200.000 Euro. Hauptaugenmerk wird laut Dagmar Nauruhn, Behindertenbeauftragte und Vorsitzende des Behindertenbeirates, auf barrierefreie Spielplätze und Zugänge zu öffentlichen Gebäuden wie Arztpraxen, Freizeiteinrichtungen und Kirchen gelegt.


Von Fahrstuhl bis Hörschleife

Das Investitionsprogramm unterstützt kleine Projekte bis zu jeweils 25.000 Euro Baukostenumfang. 2014 und 2015 entstanden unter anderem Treppenlifte, Fahrstühle, Rampen, eine Schwimmbadhilfe und barrierefreie Pferdekutsche sowie sogenannte Hörschleifen. Diese Technik ermöglicht Hörgeräteträgern einen drahtlosen und störungsfreien Signalempfang bei Veranstaltungen innerhalb geschlossener Räume. (dien)

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