Wissensvermittlung zur Imkerei: Mehr Handwerk als Hobby

Mit dem Angebot für einen Bienenzucht-Lehrgang im Natur- und Umweltzentrum Vogtland haben die Oberlauter- bacher ins Schwarze getroffen: Der erste Kurs war schnell ausgebucht, der zweite wird deshalb noch diesen Monat nachgeschoben.

Oberlauterbach.

Anfängerfehler will Johannes Helbig künftig vermeiden. "Ich versuche herauszufinden, woran es lag", erklärt er, was ihn dazu bewog, sich auf die Teilnehmerliste setzen zu lassen. Der Grundlehrgang "Imkerei für Einsteiger und Interessierte" im Oberlauterbacher Natur- und Umweltzentrum Vogtland (NUZ) hat ihm und knapp 30 anderen Neulingen Antworten auf offene Fragen gegeben.

Im ersten Lehrgangsteil beschäftigten sich die Teilnehmer aus dem Vogtland und Zwickauer Raum zunächst mit theoretischen Fragen. NUZ-Imker Rolf Schallau und Fachkollege Frank Heckers aus Oelsnitz sprachen unter anderem über Rechtliches, Bienenverhalten und -gesundheit, Grundausstattung, Arbeitsaufwand und Schwarmvorbeugung. Mitte Mai schließt sich die Praxis in der NUZ-eigenen Imkerei an. Weil es weit mehr Interessenten als Plätze gab, soll der Kurs in Kürze noch einmal stattfinden und einen festen Platz im Veranstaltungsprogramm bekommen.

Wer Imker werden möchte, sollte Frank Heckers zufolge eine "Faszination für Biologie schlechthin" entwickelt haben und bereit sein, ständig neues Wissen aufzunehmen. "Man lernt nie aus. Bienen fordern immer wieder zum Umdenken auf", sagte er. "So ein Bienenvolk ist ein Organismus", ergänzte Joachim Schallau. "Und den komplett zu verstehen, davon sind wir weit entfernt." Auch der Zeitfaktor spielt eine wichtige Rolle. "Imkerei ist eine Philosophie und kein Hobby wie die Kaninchenhaltung", erklärte Schallau, was zur Vorbereitung gehört. "Man muss nach dem Wetter gucken, sehen, was blüht, und handwerklich begabt sein."

Johannes Helbig ist seit 2011 Bienenzüchter und durch seinen Nachbarn auf den "Geschmack" gekommen. "Von einem anderen Imker habe ich dann fünf Völker übernommen", sagte der 21-jährige Klingenthaler. Ob er seinen Bestand erweitern wird, ist eine Zeitfrage und deshalb noch offen. Naturpädagoge Thomas Hohl kam bereits in Kindertagen mit der väterlichen Bienenzucht in Kontakt und betreut zu Hause ein Volk. Als Dozent an der Hofer Waldorfschule begann er 2015, mit Schülern eine Imkerei als Naturprojekt aufzubauen. "Die Bienen sind gut über den Winter gekommen", freut sich der Imker über die Einsteigererfolge und das Interesse der Kinder. "Wir hoffen, dieses Jahr zum ersten Mal Honig ernten zu können."

Service Der zweite Imkerei-Grundlehrgang findet am 30. April (Theorie) und 7. Mai (Praxis) im NUZ Oberlauterbach statt. Anmeldungen unter Telefon 03745 751050.

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