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Die Straßenbahn 1963 in der Auerbacher Straße/Ecke Kreuzstraße...

Foto: ArchivBild 1 / 3

Als die Gitterrompel noch den Stoff für einen Liedtext lieferte

Vor 100 Jahren nahm die Klingenthaler Schmalspurbahn offiziell ihren Betrieb auf. Sie verkehrte 47 Jahre. Nun verschwinden auch die letzten Zeugen.

Von Thorald Meisel
erschienen am 17.05.2017

Klingenthal. Die beiden Straßenbahnwagen, die als letzte Zeugen dieses Kapitels der Klingenthaler Verkehrsgeschichte am ehemaligen Bahnhofsareal stehen, werden in absehbarer Zeit aus dem Blickfeld verschwunden sein. Darüber informierte Bürgermeister Thomas Hennig (CDU) beim jüngsten Bürgerstammtisch. Nach Rücksprache mit dem Eigentümer sollen noch brauchbare Teile ausgebaut, der Rest dann verschrottet werden.

100 Jahre werden es in diesen Tagen, dass die Klingenthaler Schmalspurbahn offiziell in Betrieb genommen wurde. Wegen des seit 1914 tobenden Weltkriegs wurde auf offizielle Feiern verzichtet, sondern durch die Amtshauptmannschaft Auerbach nur per Zeitungsmeldung die Aufnahme des Personen- und Güterverkehrs bekannt gegeben.

Die 4,1 Kilometer lange Strecke vom Klingenthaler Bahnhof bis zur Endhaltestelle Sachsenberg-Georgenthal war nicht nur die kürzeste sächsische Schmalspurbahn, sondern auch die einzige mit elektrischem Betrieb. "Weitere Besonderheiten waren die Einmaligkeit der Fahrzeuge sowie die straßenbahn- artige Betriebsführung", schrieb Rainer Heinrich in seinem 1992 erschienen Buch "Die Klingenthaler Schmalspurbahn".

Heinrich hatte knapp ein Vierteljahrhundert nach der im April 1964 erfolgten Betriebseinstellung mit der Erstellung einer Chronik für die Bahn begonnen. Zu dieser Zeit waren viele Unterlagen schon nicht mehr auffindbar.

Mehr als 50 Jahre nach Einstellung der Linie ist es schwer, im Klingenthaler Stadtgebiet noch Spuren der Bahn zu finden. Wo heute die beiden letzten Triebwagen stehen, befindet sich noch das Fundament des einstigen Wagenschuppens. Auf der Markneukirchner Straße, unter der Eisenbahnbrücke, befand sich eine Weiche für den Personen- und Güterverkehr. Der Abfahrts- und Endpunkt für den Personenverkehr befand sich an der Ostseite des Bahnhofs. Dort ist heute die Schnittstelle Bus/Bahn.

Der Güterverkehr wurde im westlichen Teil des Bahnhofs abgewickelt. Dort befand sich auch der Lokschuppen. Die Zufahrt erfolgte über ein Extragleis mit einer Brücke über den Zwotabach. Der ehemalige Nordbahnhof an der Auerbacher Straße ist heute eine Parkfläche. Erhalten sind noch Anlagen des Güterbahnhofs Brunndöbra, inzwischen genutzt von einer Entsorgungfirma. Der einstige Gleiskörper zwischen den Haltestellen Mittelberg, Glaßentrempel, Bärenloch und der Endstation Sachsenberg-Georgenthal dient heute vorrangig als Rad- und Fußweg.

Das Ende der Bahn überdauert hat das Lied von der Gitterrompel, wie die Klingenthaler die E-Lok mit den Güterwagen bezeichneten. Den Text verfasste Fritz Meisel, in Noten gesetzt wurde es von Stadtmusikdirektor Ernst Uebel. Der Titel erschien sogar auf Schallplatte. Die Triebwagen für den Personentransport trugen übrigens den Spitz- namen "Wilder Robert".

Von der DVD "Klingenthal und seine Bahn - Eine Erinnerung", die 2007 von Rolf Beyer veröffentlicht wurde, gibt es noch einige Exemplare in der Tourist-Info. Preis 12 Euro.

 
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