Markt weckt die Lust auf Schönes

Holzknöpfe, Schmuck, edle Töpferwaren: Der 4. Kunsthandwerkermarkt im Freilichtmuseum Landwüst lockte am Wochenende 1600 Besucher an.

Landwüst.

Nicht nur Liebe geht durch den Magen, auch bei Kunst kann das der Fall sein. Dann allerdings ist sie vergänglich. Zumindest in Form von Rindersalami, wahlweise und je nach persönlichem Geschmack mit Chili und Paprika, Walnüssen, buntem Pfeffer. Oder in Form von Eier- und Schokolikör, verfeinert und mit besonderem Pepp versehen, etwa mit Mohn.

Ja, auch Lukullisches kann Kunst sein, Stil haben und ein Ausdruck von Individualität sein. Deshalb passte es auch zum Kunsthandwerkermarkt im Freilichtmuseum Landwüst. Zum vierten Mal wurde er von Andreas Wolf aus Zickra organisiert. Er schwärmte: "Pro Jahr veranstalte ich in ganz Mitteldeutschland ungefähr 30 solcher Veranstaltungen. Die hier in Landwüst hat etwas Spezielles, schon allein wegen der Landschaft ringsum, und es gibt noch keine Inflation von solchen Märkten. Aus meiner Kartei mit rund 1300 Kunsthandwerkern suche ich gezielt solche aus, die hierher passen", erklärte er.

Dabei fiel seine Wahl unter anderem auf Chris Wardezki, die in Plauen eine Filzwerkstatt hat. Von dekorativen Minifiguren über Mützen und Jäckchen bis hin zu schmuckvollen Spiegelumrahmungen bot sie vieles an, was ein Herz höher schlagen lässt. Wer wollte, konnte der Vogtländerin bei der Arbeit über die Schulter schauen und mit ihr ins Gespräch kommen. Nur Fotografieren ohne vorherige Anfrage ging ihr gegen den Strich - wegen Ideenklau. Über die Schulter schauen - das war bei Keramiker Jürgen Becker aus Zwickau nicht möglich, schließlich hatte er seinen Brennofen nicht dabei. Die Erkennungsfarbe seiner Gefäße wie Schalen, Vasen und Töpfe ist ein angenehmes Lindgrün. Was ihn zu einer Ausnahme unter Töpfern macht: Raku. "Das ist eine besondere Form des Brennens, die sehr aufwändig ist. Das Spannende ist das Ergebnis, weil es sich nicht im Voraus planen lässt. Ich habe aber auch schon Ausschuss fabriziert."

Das passiert Jana Bindal aus Leipzig eher selten. Mit ihrem einstigen Hobby Schneidern und vielen kreativen Ideen bestreitet sie mittlerweile ihren Lebensunterhalt. Ihre Philosophie: Zauberhaftes für die Klitzekleinen sowie Schönes für besondere Menschen. Sie bot in Landwüst keine 0815-Dinge an, nur Unikate von Kissenhüllen, Babykleidern bis hin zu originellen Puppen.

Auch wenn sich am Samstag der Besucherandrang gegenüber den Vorjahren in Grenzen hielt, was zum großen Teil an den Familienfeiern zum Schulanfang lag, schaute Andreas Wolf nicht sauer drein. Zu jenen, die wischen den 62 Ständen schlenderten, zählten Susanna John, ihr Sohn Tobias und Enkelin Nele. Besonders hatten es ihnen die Holzknöpfe von Anke Hoffmann angetan: "Sind das nicht herrliche Formen und Farben? Das sind keine Knöpfe und Spangen. Das ist Kunst."

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