Werbung/Ads
Menü

Themen:

So herrlich kann Winter sein. Das Bild wurde aber vorigen Winter aufgenommen. Allein 2016 investierte Schöneck mehr als 200.000 Euro in die Skiwelt, um die fünf Pisten mit insgesamt 2,4 Kilometern Abfahrten innerhalb einer Woche künstlich beschneien zu können. Nun will man weitere Schneekanonen anschaffen.

Foto: Harald Sulski

Ministerium prüft: Wie lange gibt es in Skigebieten genug Schnee?

Die Folgen des Klimawandels sind in der Region spürbar. Die Tourismusbranche kann das hart treffen. Eine Studie soll zeigen, wie lang es in den Wintersportorten in Sachsen noch Ski und Rodel gut heißt.

Von Nicole Jähn
erschienen am 12.02.2018

Klingenthal/Schöneck. Es ist kein Wintermärchen: Zum Beginn der Winterferien sind im oberen Vogtland die meisten Loipen geschlossen. Es liegt zu wenig Schnee. Die Lifte an den Abfahrten in Schöneck und Erlbach laufen dank Schnee- kanonen - eine Schneedecke von bis zu 30 Zentimetern konnte aufgeschichtet werden. Auch am Skilift Mühlleiten kommt die Hälfte des Zaubers aus Schneekanonen. Nur deshalb sind die Bedingungen am Hang gut. Der Tourismusverband Vogtland betont, dass die Vor- buchungen für die Ferien gut liefen. "Punktuell kann man ja durchaus Wintersport betreiben", sagt Geschäftsführer Andreas Kraus.

Doch wie lange trägt die Schneedecke noch? Die Folgen der welt- weiten Klimaerwärmung sind in der Region spürbar. Wetterextreme wie Stürme der Kategorie "Herwart" treten häufiger auf. Die Auswirkungen auf die Skigebiete in den nächsten Jahrzehnten beschäftigt aktuell das sächsische Umweltministerium. Das ergab eine Anfrage von "Freie Presse". Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden erarbeitet eine Studie zur Schneeklimatologie. "Ziel ist dabei die Erstellung von klimatologischen Aussagen zur Entwicklung der natürlichen Schneedecke in Sachsen", sagt Pressesprecher Frank Meyer.

Im Fokus stehen die 20 großen und kleinen Skigebiete im Freistaat, es werden aber auch Daten zu den Schneemengen bis ins Flachland modelliert. Die Prognosen führen bis ins Jahr 2050. Die Ergebnisse sollen Ende September vorliegen. Geprüft wird auch, ob künftig die meteorologischen Bedingungen für das Herstellen von Kunstschnee hierzulande noch gegeben sind - denn für die Präparierung der Pisten mit technischem Schnee sind länger andauernde Frostperioden nötig.

Haben die kleineren Skigebiete im Vogtland künftig gegenüber höherer Lagen im Erzgebirge das Nachsehen? Oder ist der Wintersport gar selbst am Fichtelberg gefährdet? Vorerst soll das nur aus meteorologischer Sicht geklärt werden. "Nicht Gegenstand dieser Studie sind wirtschaftliche Betrachtungen darüber, ob, inwieweit und wo sich der Wintersport in Sachsen als touristisches Angebot auch künftig noch lohnt", heißt es aus dem Umweltministerium. Aber auch: "Dies kann dann nach Vorliegen der Ergebnisse Gegenstand weiterer Überlegungen sein." Die Studie soll ab Herbst den Kollegen im Wirtschaftsministerium zur Verfügung stehen - dann wird gerechnet.

Bereits 2009 hatten Aachener Klimaforscher ein Modell erstellt, das auch die Mittelgebirgslagen mit einbezog. Schon vor knapp zehn Jahren gingen Forscher davon aus, dass sich die Zahl der Schneetage mit einer Mindestschneehöhe von zehn Zentimetern in diesen Breiten drastisch reduziert und sich ab Mitte des Jahrhunderts touristische Investitionen in diesen Höhenlagen nicht mehr rechnen. Allerdings fußten die Untersuchungen allein auf Daten aus dem Schwarzwald, dem Thüringer Wald und dem Sauerland. Auch ein sächsisches Klimamodell aus der Zeit besagte, dass Schneetage weniger werden. Die Entwicklung vollziehe sich im Erzgebirge allerdings langsamer als etwa im Schwarzwald, hieß es damals. Ob die Prognose gehalten werden kann, wird sich im Herbst zeigen.

Landrat Rolf Keil (CDU) betonte zuletzt auf Nachfrage, dass auf den Wintersport als wichtiges Standbein des Tourismus künftig nicht verzichtet werden könne - notfalls für den Preis von mehr Kunstschnee. "Bei der Technik hat sich viel getan, das ist vertretbar", sagte er. "Solange in Dresden die Elbwiesen beschneit werden, können wir das auch an unseren Hängen im Gebirge machen." Der im Vogtland über den Tourismus branchenübergreifend erzielte Bruttoumsatz liegt nach neuester Erhebung des Tourismusverbandes bei jährlich mehr als 500 Millionen Euro. Ein wesentlicher Teil wird im oberen Vogtland im Winterhalbjahr erwirtschaftet - aber nur, wenn Schnee liegt.

 
Seite 1 von 2
Ministerium prüft: Wie lange gibt es in Skigebieten genug Schnee?
Drei aktuelle Schnee-Probleme aus dem Oberland
 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
12
Kommentare
12
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 13.02.2018
    20:31 Uhr

    BlackSheep: Gebts doch einfach zu, wisst nicht was passiert!

    1 5
     
  • 12.02.2018
    22:47 Uhr

    SimpleMan: Nur mal so erwähnt ... aber das ist natürlich die Folge von Nichts, ist von Niemanden verursacht und wenn, kann man es auch nicht ändern. Also warten wir einfach ab und tun Nichts, weil wir so unheimlich schlau sind.
    http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-02/klimawandel-meeresspiegel-anstieg-doppelt-schnell-prognosen-satellitendaten

    4 2
     
  • 12.02.2018
    17:11 Uhr

    Hinterfragt: Da gehen doch tatsächlich zum Rosenmontag einige zum Lachen in den Keller.
    An die "roten" ein Tipp:
    "Don't eat yellow snow!" ...

    3 1
     
  • 12.02.2018
    14:50 Uhr

    Tauchsieder: Die Sache ist doch die "Maresch", die können weder das Wetter eine Woche im Voraus genau ansagen, noch das zu erwartende Klima bis zum Ende des Jahunderts!
    Deshalb ist es völlig egal, ob du Wetter und Klima in einen Topf wirfst. Für Frankreich, die Schweiz, Italien, aber auch für Norwegen oder Russland und die USA ein kalter und schneereicher Winter dieses Jahr.
    Der Stecknadelkopf Deutschland ist nicht der Nabel der Welt!

    3 5
     
  • 12.02.2018
    13:46 Uhr

    61charly: Maresch, gibs auf, der "Tauchsieder" hat von Physik der Atmospäre Null Ahnung. Der leugnet den Anstieg des CO2, den Treibhauseffekt von C02 und damit eine Klimaveränderung komplett.
    Ich glaube, der weiß nicht mal, wie ein Tauchsieder funktioniert.

    5 4
     

Lesen Sie auch

Bildergalerien
  • 13.02.2018
Dreiländerwirt Lessach
Rodelstrecken in Bayern und den Alpen

Rottach-Egern (dpa/tmn) - Nicht nur mit Skiern und Snowboard kommt man Berge hinunter - auch mit Schlitten ist die Berggaudi garantiert. Das Angebot in den Alpen ist groß. zum Artikel ... Galerie anschauen

 
  • 11.02.2018
Wang Yugui
Bilder des Tages (11.02.2018)

Fahnen im Wind, Chinesisches Neujahrsfest, Krähe trifft Ente, "Empailles", Protest, Zombie, Linke Gerade ... ... Galerie anschauen

 
  • 10.02.2018
Eberhard Mädler
Ski-Fasching in Carlsfeld

Einen neuen Teilnehmerrekord hat es am Samstag beim?45. Carlsfelder Ski-Fasching gegeben. ... Galerie anschauen

 
  • 07.02.2018
Bernd von Jutrczenka
Durchbruch für die große Koalition - Umbruch bei der SPD

Berlin (dpa) - Viereinhalb Monate nach der Bundestagswahl sind die Weichen für eine neue große Koalition gestellt - und die SPD steht vor dem nächsten großen personellen Umbruch. zum Artikel ... Galerie anschauen


 
 
 
Wetteraussichten für Oelsnitz
Di

1 °C
Mi

1 °C
Do

0 °C
Fr

-1 °C
Sa

-1 °C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote im Vogtland

Finden Sie Ihre Wohnung im Vogtlandkreis

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

08248 Oelsnitz/V.
Wallstraße 1
Telefon: 037421 560-0
Öffnungszeiten:
Mo./Di./Do. 9:00 - 13:00 Uhr u. 14:00 - 17:00 Uhr
Mi. und Fr. 9:00 - 13:00 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse Newsletter

Mit dem Newsletter der Redaktion immer auf dem Laufenden sein.

Hier anmelden!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm