Werbung/Ads
Menü

Themen:

Veit Schindler, Geschäftsführer der Holzblasinstrumentenmanufaktur Gebrüder Mönnig aus Markneukirchen, präsentiert die mit dem Deutschen Musikinstrumentenpreis 2018 ausgezeichnet Oboe 155 AM.

Foto: Christian SchubertBild 1 / 2

Oboe mit Oskar geadelt

Der Deutsche Musikinstrumentenpreis 2018 geht an die Markneukirchner Firma Gebrüder Mönnig. Was das Solisten-Instrument so besonders macht.

Von Ronny Hager
erschienen am 11.01.2018

Markneukirchen. Nach langer Reife kommt jetzt die Ernte: Viele Jahre haben die Mitarbeiter der Markneukirchner Holzblasinstrumentenmanufaktur Gebrüder Mönnig an ihrer Solisten-Oboe getüftelt. Jetzt haben sie den Ritterschlag erhalten. Der Deutsche Musikinstrumentenpreis, der Oskar der Branche, geht nach sechs Jahren wieder ins Vogtland. Dass es für die Oboe 155 AM für ganz vorn reicht - er habe das schon gehofft, sagt Mönnig-Geschäftsführer Veit Schindler. "Ein unglaublicher Fortschritt" sei nämlich bei der Oboe gerade voriges Jahr gelungen. Was meint der Firmenchef damit?

"Wir haben die Innenbohrung und Details verändert, zum Beispiel eine neue Art der Bepolsterung", erklärt Schindler. Maßgeblich durch eine Mitarbeiterin der Firma sind die Korkplatten des Instruments jetzt mit silikonbeschichteten Polstern versehen. "Es schwingt ganz anders", sagt der Firmenchef - und er erzählt das nicht einfach so dahin. Als Oboist im Sinfonieorchester Markneukirchen weiß er, auf was es beim gemeinhin als besonders heikel gefürchteten Spiel der Oboe ankommt. "Es braucht sehr konstant hohen Druck durch ein sehr dünnes Röhrchen, um ihr schöne Töne zu entlocken." Das ist nicht ohne, sorgt beim Spieler nicht immer für Spitzen-Haltungsnoten und auch mal für einen roten Kopf - aber der Glaube, man müsse nur mit aller Gewalt da reinblasen, sei dann ein Irrglaube.

Als Grundmodell kam die preisgekrönte Oboe 2009 auf den Markt. Gut zwei Jahre hat ihre Entwicklung gedauert, zusammen mit dem preisgekrönten Oboisten Albrecht Mayer. Eine Oboe allein für Herrn Mayer, genau das soll das Instrument nicht sein. Deshalb ist sie seither weiterentwickelt worden, verändert, verbessert. Nicht allein die Auszeichnung bestätigt die Erbauer von Mönnig dabei. "Von unseren Oboen hat sie mit Abstand den größten Anteil, mehr als 100 im Jahr 2017 bei insgesamt 250 Oboen Jahresproduktion", erklärt Schindler. Der Preis ist kein Geheimnis: 8000 bis 11.000 Euro, in dem Segment bewegen sich alle Solisteninstrumente verschiedener Hersteller. Für Mönnig ist das Instrument zugleich ganz entscheidend für die Firmenphilosophie: Bis in die 1950-er Jahre war die Firma Weltmarktführer bei Oboen, in der DDR-Zeit ging das völlig verloren, erzählt Schindler. Nach der Firmen-Übernahme 2000 konzentrierte sich der Hersteller auf Adler-Oboen im Anfänger- und semiprofessionellen Bereich, später auf die Spitzenfabrikate. "Wir haben das mit Ruhe und sehr viel Überlegung getan. Wichtig ist, dass wir wieder wahrgenommen werden", sagt der Geschäftsführer.

Um Aufmerksamkeit zu erreichen, stecken in jeder Oboe bis zu 200 Arbeitsstunden und jahrelange Vorbereitung. Das verarbeitete Grenadill-Holz, sehr dicht und tendenziell rissgefährdet, ist zehn Jahre abgelagert. Die Silikonbepolsterung, ein eigens konstruierter Daumenhalter, die Ausführung in Massiv-Sterling-Silber sowie mit 24 Karat vergoldete Elemente, die edle Präsentation - dem Zufall ist nichts überlassen.

Gespielt wird die Oboe aus Markneukirchen in aller Welt: Solisten der Berliner oder der New Yorker Philharmoniker haben sie, sie erklingt im NHK-Sinfonieorchester in Tokio, in namhaften chinesischen Orchestern, in Australien. Im Vogtland ist dagegen niemand bekannt, der auf ihr musiziert. International ist das Stichwort: Sehr gern würde der Firmenchef wissen, wie sich seine Oboe im Vergleich zu Herstellern außerhalb Deutschlands schlägt. Der Wettbewerb mit anderen dient Mönnig zur Positionsbestimmung, zur Analyse, wo was verbessert werden kann. Schindler regt an, "bei der einen oder anderen Instrumentengruppe europäischer zu denken". Das könne dem Instrumentenpreis, dessen Aus immer wieder im Raum stand, einen Perspektive geben.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0

Lesen Sie auch

Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Bildergalerien
  • 18.01.2018
Haertelpress
So wütete Friederike in der Region

Sturmtief Friederike ist am Donnerstag über Südwestsachsen hinweggezogen. Unsere Bildstrecke zeigt Impressionen. ... Galerie anschauen

 
  • 18.01.2018
Red Huber
Bilder des Tages (18.01.2018)

Im Flug, Schutz aus Eis, Für den Karneval, Umstürzende Fichte, Wellenreiten, Auf der Flucht, Sturmfest ... ... Galerie anschauen

 
  • 14.01.2018
Härtelpress
Michael Ballack Stargast bei den Oldie-Masters in Chemnitz

Michael Ballack stand beim Oldie-Masters in der Chemnitz-Arena im Fokus und durfte sich über einen Sieg freuen. Nachdenklich wurde der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, als es um die Lage bei seinem Heimatclub ging. ... Galerie anschauen

 
  • 11.01.2018
Mike Müller
Oelsnitz: Audi kracht in losgelösten Anhänger auf A 72

Zu einem schweren Verkehrsunfall ist es am Donnerstagmorgen auf der A 72 bei Oelsnitz/Vogtland in Richtung Hof, kurz vor der Abfahrt Pirk, gekommen. ... Galerie anschauen


 
 
 
 
 
 
Wetteraussichten für Oelsnitz
Sa

1 °C
So

0 °C
Mo

2 °C
Di

3 °C
Mi

4 °C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote im Vogtland

Finden Sie Ihre Wohnung im Vogtlandkreis

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

08248 Oelsnitz/V.
Wallstraße 1
Telefon: 037421 560-0
Öffnungszeiten:
Mo./Di./Do. 9:00 - 13:00 Uhr u. 14:00 - 17:00 Uhr
Mi. und Fr. 9:00 - 13:00 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse Newsletter

Mit dem Newsletter der Redaktion immer auf dem Laufenden sein.

Hier anmelden!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm