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Christin-Angelique Meyer an ihrem Arbeitsplatz in Markneukirchen.

Foto: Christian Schubert

Unter Deutschlands Besten

Holzblasinstrumentenmacherin Christin-Angelique Meyer gehört zu den Top-Azubis bundesweit. Die gebürtige Berlinerin ist im Oberen Vogtland heimisch geworden.

Von Christian Schubert
erschienen am 13.01.2018

Markneukirchen. Christin-Angelique Meyer (22) wusste genau, was sie will, als sie vor knapp vier Jahren einen Ausbildungsplatz suchte. Sie wollte Holzblasinstrumentenmacherin werden. Eine Ausbildung dafür kam für sie nur im Vogtland in Frage - weil es im Vergleich zu weiteren Ausbildungsorten wie Mittenwald oder Ludwigsburg ihrer Heimatstadt am nächsten liegt. Beim Holzblasinstrumentenhersteller Gebrüder Mönnig in Markneukirchen ging sie in die Lehre, die sie im vergangenen Jahr als einer der besten Auszubildenden Deutschlands abschloss. 97 von 100 Punkten erreichte sie in ihrer Abschlussprüfung.

Ausgezeichnet für ihre Leistung wurde Christin-Angelique Meyer im Dezember von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Berlin - gemeinsam mit weiteren 213 Bundesbesten im Maritim-Hotel bei einer Veranstaltung mit Moderatorin Barbara Schöneberger.

Was Christin-Angelique Meyer in den drei Jahren gelernt hat, legt sie nun in ihrer Firma in die Waagschale. Sie wurde übernommen. Und im Vogtland will sie bleiben, denn beruflich gesehen sitzt sie ihrer Ansicht nach im Musikwinkel an der Quelle des Instrumentenbaus. "An jeder Ecke findet man Instrumentenmacher. Das Potenzial, dass so so viele auf engem Raum sitzen und man sich untereinander austauschen kann, das ist so fast nirgends zu finden. Für uns Instrumentenmacher ist das viel wert", sagt die Wahl-Vogtländerin, deren Vater Holzblasinstrumentenhändler ist und mit der Firma Mönnig zusammenarbeitet.

Studieren wäre für sie auch eine Option gewesen, doch das wollte sie nicht. "Mir war wichtig, einen soliden Job zu lernen und Geld zu verdienen. Auch wollte ich das Handwerk in einer Manufaktur richtig erlernen. Das ist individueller als in einer Fabrik, die Instrumente in Massenproduktionen herstellt."

Den Schritt, aus Berlin wegzugehen, hat Meyer nicht bereut, auch wenn Markneukirchen für eine junge Frau wie sie freizeitmäßig schon etwas Anderes ist, als die große Hauptstadt. Das Veranstaltungsangebot sei nicht vergleichbar. Doch durch ihre Arbeit konnte sie schnell Kontakte knüpfen. Auch ihr Hobby Musik kann sie in der Musikstadt ausleben. In der Markneukirchner Musikschule lernt sie Klarinette und Oboe zu spielen. "Das dient auch zum besseren Verständnis für meinen Beruf", so Meyer. Eine Oboe war auch ihr Gesellenstück - genauer gesagt, eine Englisch-Horn-Oboe. Es galt unter anderem, innerhalb einer vorgegebenen Zeit auf einen vorgefertigten Oboe-Holzstück das mechanische Tastensystem aufzubauen.

Demnächst will sie sich weiterentwickeln und ihren Meisterbrief machen. Er würde dazu befähigen, selbst auszubilden oder eine eigene Firma zu gründen. Doch beides kommt für Christin-Angelique Meyer nicht in Frage. Denn: "Der technische und finanzielle Aufwand für eine Ein-Mann-Firma ist nicht schaffbar. Für mich wäre der Meisterbrief eine schöne Zusatzqualifikation, die einen hohen Stellenwert hat. Denn es gibt zum Beispiel viele Profimusiker, die ihre Instrumente ausschließlich von einem Meister reparieren lassen und niemand anderen ran lassen."

 
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