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Vogtländische Könner ihres Fach zeigen ihr traditionelles Handwerk: Sören Glas vom Erlbacher Meisterbetrieb Björn Stoll in der Basswerkstatt im Markneukirchner Musikschulgebäude.

Foto: Danny Otto

Vogtland-Urlauber entdecken Schauwerkstätten als Reiseziel

Markneukirchen war noch bis vor Kurzem vor allem ein Anziehungspunkt für Musiker und Fachpublikum. Ein Wandel ist jedoch in vollem Gange.

Von Ronny Hager
erschienen am 05.01.2018

Markneukirchen. Ein Musikinstrument, das kommt entweder aus Bayern oder wird in Fernost zusammengeschraubt: Solche Gäste-Meinungen kennt die Erlebniswelt Musikinstrumentenbau Markneukirchen bis heute. Nach fast zehn Jahren, in denen der Verein Musicon Valley mit dem Erlebniswelt-Begriff für heimisches Handwerk trommelt, kann Marketingleiter Frank Bilz indes Fortschritte melden: Dass in Markneukirchen und Umgebung Instrumente entstehen, die von Zuschnitt bis Polieren zu 100 Prozent Vogtland sind, spricht sich zunehmend bei Touristen herum, die mit Musik sonst wenig am Hut haben. Bilz: "Das ist ein Aha-Erlebnis. Das kann man nicht faken", so Bilz.

Hatte die Erlebniswelt anfangs vor allem auf Spezialreisen gesetzt, bei denen Chöre und Musikvereine den Meisterinstrumentenbau direkt bei den Herstellern erfahren, so verschieben sich jetzt die Gewichte. "Wir sind bei fast 50/50 Orchester und Normaltouristen", sagt Bilz. Die Erlebniswelt hat reagiert: Seit einem halben Jahr gibt es mittwochs einen festen Tag mit Geigenbauer-Vorführung, vor allem auf Wunsch von Hotels und Pensionen als Einsteiger-Angebot für ihre Gäste. Die drei Erlebniswerkstätten in Markneukirchen sind teils bis an die Belastungsgrenze gebucht, Bilz träumt von der vierten: für Holzblasinstrumente wie Saxophon, Klarinette, Fagott. Dafür trägt er Instrumente, Werkzeuge, Material und Dokumente mit Hilfe der heimischen Manufaktur Gebrüder Mönnig zusammen. Schauwerkstatt, vogtländisches Essen, Musikinstrumenten-Museum - dieser Dreiklang wird oft gebucht.

Einen neuen Besucherrekord gibt es für die Erlebniswelt nach dem Knacken der 10.000-Gäste-Marke vor zwei Jahren für 2017 nicht. "Wir sind aber nicht weit weg von 10.000", sagt Bilz. Weil Markneukirchens Musikschule, deren Erdgeschoss Musicon Valley nutzt, seit vorigem Jahr eine große Baustelle ist, musste ab Mitte 2017 umgeplant werden: Keine neuen Gruppen mehr rein, vertrösten auf dieses Jahr, aber es musste nicht ganz zugesperrt werden. Die Geigen- und die Blechblaswerkstatt kommen noch an die Reihe, dann ist der Bau für Musicon Valley durch. Investitionen im Haus zahlen sich aus: Neue Fenster senken die Heizkosten massiv, kurz vor Weihnachten eingebaute neue Türen geben für die Touristen eine viel bessere Visitenkarte ab als bisher.

Vieles bespielen, ohne sich zu tief in eine Nische zu versenken: Diese Devise verfolgt Musicon Valley. Beispiel: Für den Advent 2017 wurden erfolgreich hiesige Unternehmen für Weihnachtsfeiern angeschrieben, so Vereinsvorstand Simone von der Ohe. Der Einheimische, der Tourist und der Gast aus der Ferne bilden den Besucher-Mix. 2018 kommen gleich zwei große Gruppen über den großen Teich: Ende Mai wird das Bethany College Chorit and Handbell Ensemble aus dem US-Bundesstaat Kansas mit 110 Personen erwartet, Anfang Juli die Churchland School of Music aus Perth (120 Leute), die bereits Mitte 2015 im oberen Vogtland zu Gast war. Große Gruppen im Vogtland: Das geht auch, weil sich die Hotel-Situation im Vergleich zu vor einigen Jahren entspannt hat, sagt Bilz: Neue Partner wie das Haus Vogtland an der B 92 kamen hinzu, das Hotel König Albert Bad Elster ergänze das Angebot. "Und wir hoffen auf Schöneck", setzt Bilz auf Hotelpläne im Bereich Tannenhaus. Mit fünf Mitarbeitern, einigen Freien sowie Werkstätten als Partner sichert Musicon Valley die Betreuung von bis zu drei Großgruppen pro Wochenende ab.

 
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