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Alte Wohnhäuser an der Straße Mehlthau in Adorf.

Foto: Ronny Hager

Vorkaufsrecht für Sorgenkinder

Die Stadt Adorf hat Wohnhäuser mit großem Leerstand an der Lessing-straße und der Straße Mehlthau im Blick. Städtebaulich besteht hier viel Handlungsbedarf.

Von Ronny Hager
erschienen am 17.05.2018

Adorf. Die Stadt Adorf will Druck machen bei Wohnhäusern, die zu den großen Sorgenkindern gehören. Die Kommune sicherte sich jetzt mit einstimmigen Ratsbeschlüssen das Vorkaufsrecht für Teilbereiche an der Lessingstraße und der Straße Mehlthau. Eigentümer in den Gebieten sind verpflichtet, Kaufverträge der Stadt unverzüglich anzuzeigen. Mit den Beschlüssen will die Stadt alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, das Stadtbild zu verbessern. "Wir werden mit allen rechtlichen Mitteln durchgreifen gegen alle, die sich in den letzten Jahren als Eigentümer nicht so eingebracht haben", hatte Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) im Herbst 2017 erklärt, als der erste Vorkaufsrechtsbeschluss für das Gebiet Elsterstraße/Pfortenberg fiel.

Diesmal im Blick sind zum einen die Häuser Mehlthau 7 bis 11. Die Wohngebäude sind alt, kleinteilig, größtenteils in schlechtem bis sehr schlechtem Zustand und auch von hohem Leerstand geprägt, urteilt die Stadt. Zudem sei der Wohnstandort ein "städteplanerischer Missstand", weil ungünstig gelegen - eingekesselt zwischen großflächigen Gewerbeanlagen und der Eisenbahnlinie Plauen-Eger. Für den Bereich verfolgt Adorf das Ziel, den Platz der jetzigen Wohnhäuser dem angrenzenden Firma zur Verfügung zu stellen.

Einen viel größeren Bereich umfasst das Vorkaufsrecht im Bereich Lessingstraße - die Reihenhausfront zwischen Schul- und August-Bebel-Straße sowie die Schulstraße bis zur Eduard-Krenkel-Straße. Hier stehen sowohl Gebäude, die der Stadt viel Kopfzerbrechen bereiten, als auch sanierte Gebäude. Um aber das gesamte Viertel aufzuwerten, wird ein größeres Gebiet ausgewiesen, sollen nicht einzelne Häuser in gutem Zustand ausgeklammert werden. Das Gebiet umfasst elf Mietshäuser mit Gewerberäumen im Erdgeschoss, eine mit Garagen bebaute Fläche sowie zwei unbebaute Flurstücke. Die meisten Häuser wurden nach der politischen Wende versteigert. Der Handlungsdruck ist groß. "Dieses Karree hinterlässt einen verwahrlosten und ,sterbenden' Eindruck. Die neuen, fast ausschließlich ortsfremden Eigentümer ließen die Häuser verfallen. Die Häuser sind bis auf drei Ausnahmen in schlechtem bis sehr schlechtem Zustand. Der Leerstand liegt bei 75 Prozent", heißt es aus dem Rathaus. Die Stadtspitze vermutet in Problem-Bauten direkt gegenüber der Oberschule zudem einen schlechten Einfluss auf die Entwicklung der Schülerzahlen.

Um entgegenzuwirken, will die Stadt überlegen, welche Häuser abgerissen, welche saniert werden, wo Freiraum geschaffen werden könnte. Alles steht unter dem Vorbehalt, dass Adorf überhaupt in die Lage gerät, so eine Immobilie zu kaufen.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
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  • 17.05.2018
    08:12 Uhr

    Pavian: Finde ich gut. Es kann nicht angehen, das verfallene Immobilien das Bild einer ganzen Gemeinde verschandeln. Gebäude, die schon seit 30 Jahren verfallen sollten gnadenlos entfernt werden. Ich wette das viele der "ortsfremden" EIgentümer sogar sehr erleichtert wären. Wäre auch in Plauen/ Oelsnitz angebracht.

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