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Wasserlöcher an der Loipe - schon am Sonntag beim Continentalcup derNordisch Kombinierten in Mühlleithen waren die Bedingungen schwierig.

Foto: Thorald MeiselBild 1 / 3

Wenn der Winter keiner ist

Dauerhafte Plusgrade bis in die Höhenlagen: Der Winter präsentiert sich derzeit mild - mit Folgen für den Wintersport und für die Natur.

Von Thorald Meisel
erschienen am 12.01.2018

Klingenthal/Schöneck/Erlbach. Schlechte Zeiten für die Skisportfans: Die Kammloipe ist nicht mehr befahrbar, Skilanglauf nur noch auf den Kielloipen ab Skistadion Mühlleithen möglich. In Erlbach steht der Lift schon seit Tagen, in Schöneck ist die Skiwelt ein weißes Band in grüner Landschaft. Den Wintermonat Januar hat man sich im Vogtland anders vorgestellt.

Und man mag es kaum glauben, weil es so unwirklich scheint: Der Frühling will sich sogar bereits im Oberen Vogtland offensichtlich vorsichtig Bahn brechen. Wer genau hinschaut, kann entdecken, dass Frühblüher wie Osterglocken, Schneeglöckchen, sogar Gänseblümchen ans Licht drängen, die Knospen der Kornelkirsche bereit zum Platzen sind und selbst Bienen zu ersten Erkundungsflügen die Beuten verlassen.

ARD-Wetterexperte Donald Bäcker zeigte in dieser Woche im Morgenmagazin auf, dass es eine solche Phase milder Winter in Folge schon in den 1920er und 1930er Jahren gegeben hat, dem dann eine Kälteperiode folgte, deren Höhepunkt in den 1960er Jahren war. Aber die aktuelle Wärmephase stellt laut Bäcker jene von vor gut 90 Jahren sprichwörtlich in den Schatten.

Mit der milden Witterung jener Zeit hatte auch der 1923 gegründete Wintersportverein (WSV) Erlbach zu kämpfen. "Es hatte deshalb sogar Gedanken gegeben, den Verein wieder aufzulösen", weiß WSV-Vorsitzender Norbert Dick zu berichten. Erst 1929 lag in Erlbach genug Schnee für den ersten Wettkampf. 1932 konnte nach dem Erlbacher Neujahrsspringen wegen des milden Wetters erst am letzten Februar-Wochenende am Aschberg wieder ein Skispringen stattfinden.

Blättert man in den Unterlagen des Klingenthaler Wintersport- Wetterberichts, der ab 1954 von Otto Eichelberger erstellt wurde, so fällt auf, dass es in jenen Jahren normal war, dass bereits im November auf dem Aschberg und in Mühlleithen der erste Schnee lag. Zwischen 1950 und 1980 stellte sich der Winter im Aschberggebiet meist um den 20. November herum ein.

Das deckt sich mit den Daten, die Donald Bäcker vorstellte und ist auch belegt von den Messwerten, die in der Wetterstation auf dem Zwotaer Schlosserberg für den Deutschen Wetterdienst erfasst wurden. Noch in den 1970er Jahren trug der Schlosserberg im November durchschnittlich an elf Tagen eine geschlossene Schneedecke.

Die Veränderungen der Witterungslage in den Wintermonaten lassen sich auch an der Geschichte des Internationalen Damenskirennens in Mühlleithen ablesen. Nach einem Ausfall 1972 gab es Absagen wegen fehlenden Schnees 1984 und 1987 sowie 1988 und 1990. Auch das 1993 geplant gewesene Rennen musste deshalb abgesagt werden.

Trotzdem - die Natur kann auch extrem anders. Das war vor 90 Jahren so wie heute. Der Winter 2005/06 beispielsweise brachte nach den Aufzeichnungen von Roland Schlosser aus Mühlleithen im Aschberggebiet 156 Tage am Stück eine geschlossene Schneedecke und am 12. März 2006 mit 1,95 Meter in der Winselburg bei Mühlleithen eine Rekordschneehöhe. (mit eso)

 
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