Advents-Stimmung aus Holz: Plauener baut XXL-Schwibbogen

Vom Bodensee über Rheinhessen bis ins Vogtland sorgen Sven Weidenmüllers Werke für Weihnachts-Atmosphäre. Seine neueste Arbeit geht bald auf Tournee.

Plauen.

Ob Hirsch, Hase, Tanne, Steiger oder Hauer: Wenn es um heimatliche Motive geht, die unter einem beleuchteten Rundbogen versammelt sind, ist Sven Weidenmüller Fachmann. In seiner Zwoschwitzer Werkstatt sägt, schleift und fräst der 42-Jährige hölzerne Schwibbögen, bevor die Adventszeit losgeht. Und das gern in Größe XXL.

Den ersten Schwibbogen hat er 2004 aus Spaß gemacht, wie der gelernte Maurer erzählt. Früher waren sie aber "kleiner und hässlicher", wie er mit einem verschmitzten Grinsen um die Mundwinkel verrät. Dann habe eine Verwandte als Erste bei ihm "so "n Ding" bestellt. Geordert, gemacht, geliefert. Mit einem erzgebirgischen Motiv, das Weidenmüller sich zuhause von einem kleinen Fenster-Schwibbogen abguckte.

Im Jahr 2012 musste er seinen Job aufgeben. Postbote sei er damals gewesen, so der Plauener. Rheuma und multiple Sklerose beendeten das Briefeaustragen. Ein Jahr später begann Weidenmüller in seiner Werkstatt, Schwibbögen im Nebenerwerb zu fertigen.

Wünscht sich ein Kunde eine Maxi-Ausgabe, für die der Holzliebhaber 60 bis 80 Stunden braucht, läuft das folgendermaßen, wie Weidenmüller erklärt: Das Motiv schickt ihm der Käufer per E-Mail. Das Motiv wird im XXL-Format ausgedruckt. "Ein Negativ", so der Familienvater. Das wird auf eine Multiplextafel gelegt, zum Beispiel aus Rotbuche. Das weiße Papier wird um das schwarze Motiv herum mit einer Stichsäge quasi weggesägt: Übrig bleiben herausgearbeitete Figuren, Tiere, Blätter, Bäume. Dann schleift Weidenmüller das Ganze ab und geht mit der Fräse noch mal drüber. Zum Schluss wird das Werk lackiert. "Das Heimatliche ist bei Kunden beliebt", sagt der Holzfachmann zu den Motiven. Obwohl er auf Wunsch eines Abnehmers auch schon mal einen Schneemann mit Taube herausgesägt habe.

Etwa 20 Schwibbögen hat er schon verkauft, schätzt er. Sie stehen in Rheinhessen, am Bodensee in Leubnitz" Partnerstadt Bergatreute und auch im Vogtland. Sein neuestes Exemplar, 2,30 Meter breit und 1,50 Meter hoch, soll dieses Jahr den Weihnachtsmarkt in Kauschwitz schmücken - und danach noch weitere Märkte in der Region, so Weidenmüller. Im beleuchteten Rundbogen grüßten "original erzgebirgische" Figuren: Steiger und Hauer. Das Wappen von Zwoschwitz/Kauschwitz muss aber noch gemacht werden, so Weidenmüller - und Farbe darf auch nicht fehlen. Nach der Weihnachtsmarkt-Tournee steht der Schwibbogen übrigens zum Verkauf.

www.naturholzdesign.net

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