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Beruflich oft auf Achse: Jürgen Kosche war auf der A 72 unterwegs. Von der Autobahn aus sah er bei einer Fahrt ins Bayerische den geöffneten Imbiss und fuhr sofort ab. Die neue Imbiss-Betreiberin Sindy Vonthien freut sich über jeden neuen Gast - bis zu 100 Kunden täglich stillen bei der Neumarkerin ihren Appetit.

Foto: Franko Martin

Am Imbiss vor der A 72 brummt's wieder

Nach dem Auszug des Schlagzeilen machenden Fleischermeisters ist der legendäre Bauwagen wieder offen. In "Sindys Grillstube" gibt's viel Hausgemachtes und immer ein freundliches Wort - das neue Angebot kommt an.

Von Gerd Möckel
erschienen am 17.05.2018

Reichenbach. Oh, der Imbiss hat ja wieder auf, da muss ich gleich runter: Jürgen Kosche ist einer, der berufsbedingt viel auf Achse ist und wie viele Kutscher ab und an einen gesunden Appetit auf Deftiges entwickelt. "Ich habe den Imbiss gesehen, und schon war der Blinker gesetzt", sagte der Kraftfahrer, nachdem er wie viele Kunden vor und nach ihm Bratwurst und Kaffee bestellt hatte. "Lecker, passt." Dann ging's von Chemnitz kommend weiter ins Bayerische. Gäste wie ihn zählt Sindy Vonthien (noch) zur Laufkundschaft - von der viele wiederkommen. 50 Prozent Stammkundschaft sprechen für sich, hat doch der Bauwagen-Imbiss an der A-72-Anschlussstelle Reichenbach erst seit März wieder geöffnet.

Für die 29-Jährige aus Neumark hat der mehr als ein Jahr geschlossene Imbiss perfekt zu Plänen gepasst, sich in der Gastronomie selbstständig zu machen. "Das hatte ich schon lange vor, dann habe ich den Imbiss gesehen und den Schritt einfach gewagt", sagt Sindy Vonthien, die nach einer Erzieher-Ausbildung jahrelang in einem Zwickauer Subway-Restaurant gearbeitet hat. Der Sprung ins kalte Wasser hat sich gelohnt. Zumindest bisher. "Mal sehen, wie es im Winter läuft, jetzt wurden meine Erwartungen übertroffen. Selbst an schlechten Tagen reicht es zum Mindestumsatz." Nach einer eher ruhigen Anlaufzeit hatte sich die Wiedereröffnung herumgesprochen. An "Sindys Grillstube" machen bis zu 100 Gäste täglich Halt - sie kommen aus dem nahen Gewerbegebiet, es sind Bauarbeiter, Lkw-Fahrer, Vertriebsleute, ältere Ehepaare und Familien.

Die Kunden verputzen Roster, Currywurst (mit selbstgemachter Soße), Rührei mit Schinken oder Leckeres aus Sindys eigener Küche - dazu zählen Kartoffel- und Nudelsalat sowie alle Suppen. Und fast immer ist ein Selbstaufgebrühter dabei, den die Kunden genießen wie die freundliche Ansprache und die netten Worte, die Sindy für jeden übrig hat. "Das gehört einfach dazu. Dazu muss ich mich nicht zwingen, das liegt mir im Blut", erzählt die neue A-72-Wirtin, während ein großer Laster mit Hänger vorfährt.

Noch ehe der Fahrer ausgestiegen ist, läuft schon der Kaffee in einen To-go-Becher. Stev Kuhn vom Oberreichenbacher Fuhr- und Baggerbetrieb Gruber schnappt ihn sich, sagt Danke und sitzt schon wieder auf dem Bock. Die Zeit ist knapp, bezahlt wird beim nächsten Mal. Andreas Wolf aus Freiberg dagegen ist zum ersten Mal da. "Ich hab im MDR einen Beitrag über den Imbiss gesehen, da wollte ich unbedingt auch mal her. So viele Imbisse gibt's ja nicht mehr", erzählt der Mann, der für den Händler BayWa in Neumark zu tun hatte. Und wie war das Schinken-Ei? "Sehr lecker, auch von der Portion her hat alles gepasst."

Apropos passen - das trifft auch auf die Öffnungszeiten zu, die Sindy Vonthien auf die Kita-Betreuungszeiten von Tochter Lea Marie abgestimmt hat - wochentags von 8 bis 16 Uhr. Und daran halten sich alle? "Ja, ich hatte noch keinen Einbruch, alle Wertsachen nehme ich abends mit, außerdem wird das Objekt videoüberwacht." Das war bei Fleischermeister Albrecht Müller anders. Bei dem letzten Imbiss-Betreiber war des Öfteren eingebrochen worden. Große Bekanntheit erreichte Müller jedoch, als er den Imbiss-Slogan "Letzte Bratwurst vor der Autobahn" nach Rechtsstreitigkeiten mit dem Rechteinhaber Wolfgang. Bald (bekannt durch seinen Algarve-Imbiss "Letzte Bratwurst vor Amerika") ändern musste. Später zog sich der Fleischermeister zurück, da kein geeignetes Personal für den Imbiss zu bekommen war.

 
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