Arzt-Grab in Rößnitz verwildert: Bürgerinitiative sucht Nachfahren

Die Gemeinschaft gegen Gesteinsabbau um Rößnitz, Kloschwitz und Rodersdorf will die Grabstätte auf dem Wolfshügel in Ordnung bringen. Doch es besteht Klärungsbedarf.

Rössnitz.

Die im Ort wohnende Heimatforscherin Waltraud Schmidt hat bereits zu dem Plauener Nervenarzt Robert Heinze recherchiert und die Ergebnisse ihrer Nachforschungen der Bürgerinitiative (BI) zum Schutz der Natur und Umwelt von Gold- bis Rosenbach zur Verfügung gestellt. Der Zusammenschluss unter Vorsitz des Künstlers Peter Luban wendet sich gegen Gesteinsabbau in der Region, der gegenwärtig auch nicht geplant ist. "Aber es kann ja immer wieder passieren, dass etwas beantragt wird", sagt Manfred Hentrich, früherer Pressesprecher des Vereins. Deshalb sei man bestrebt, das Gebiet touristisch aufzuwerten, um die Hürden für eine mögliche Genehmigung so hoch zu legen, wie es geht. Dazu könne auch eine schön gestaltete Grabanlage beitragen.

Die letzte Ruhestätte des Facharztes für Nervenkranke befindet sich auf dem Wolfshügel im Rößnitzer Ortsteil Eichigt. Der Wolfshügel liegt am Rande des einst vorgesehenen Abbaugebietes. "Sie hatten in Rößnitz eine Sommerwohnung", erklärt Waltraud Schmidt, warum der Plauener Mediziner in dem Dorf begraben liegt. Denn praktiziert hat er in der zweiten Etage des Hauses Postplatz 10 in Plauen. In den Adressbüchern der Jahre 1922 bis 1940 ist sein Name zu finden. "Er ist am 8. April 1940 gestorben", weiß die Heimatforscherin. Das erklärt, warum im Adressbuch 1941 nur noch eine Witwe Heinze aufgelistet ist. Der Arzt wurde nur 56 Jahre alt. Im Gebäude Postplatz 10 war übrigens auch das bekannte Café Trömel.

Im Jahre 2007 sei ein Enkel von Robert Heinze in Rößnitz gewesen, berichtet Manfred Hentrich. "Er hat nach dem Grab gefragt", erinnert er sich. Dieser Nachkomme habe sich später aber nicht mehr gemeldet. Wenn man Kontakt zu ihm oder anderen Mitgliedern der Familie bekommen könnte, würde man gerne in die Grabanlage investieren und diese herrichten. Denn die "vergammelt", umschreibt es der Rößnitzer. Es handele sich um ein Kleinod des Ortes, das es zu pflegen gelte und für Besucher wie etwa Wanderer als Anziehungspunkt gestaltet werden könnte. Man könne an der Ruhestätte auch eine Wanderhütte aufstellen.

Aus diesem Grund sucht die im Jahr 1993 gegründete Initiative nach Mitgliedern der Familie von Robert Heinze und nach Personen, die etwas zu deren Geschichte beitragen können. Manfred Hentrich hat zudem eine weitere Aktion der Bürgerinitiative für den 9. April angekündigt. Die findet unabhängig von der beabsichtigten Grabverschönerung statt. Auf einem Grundstück, das vor 17 Jahren von mehr als 200 Mitgliedern in dem Gebiet gekauft worden ist, sollen an diesem Frühlingstag insgesamt 60 Pflanzen für eine Streuobstwiese eingebracht werden.

www.bi-zum-schutz-der-natur.de

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