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Die Kombination aus alt (vorn) und neu (hinten) ist das Besondere der neuen Einrichtung in der Elsteraue.

Foto: Grafik: Architekturbüro HSP Bild 1 / 3

Auferstanden aus Ruinen: In Ex-Fabrik sollen Kinder toben

In der Elsteraue baut die Stadt für fast sechsMillionen Euro eine neue Kita. Warum eine Ruine dabei hilft, Geld zu sparen.

Von Gunter Niehus
erschienen am 13.01.2018

Plauen. Die Rennbahn soll bleiben. Das ist heißer Wunsch von Plauens Kulturbürgermeister Steffen Zenner (CDU). "An diesem Detail sollten wir festhalten", sagte Zenner Donnerstagabend bei der Sitzung des Bildungs- und Sozialausschusses. Dort wurde das erste Mal der Entwurf für den Umbau eines Teils der Hempelschen Fabrik zu einer Kindertagesstätte vorgestellt.

Eines der Bestandteile war jenes straßenähnliche Oval im Erdgeschoss der künftigen Kita. Es wäre nicht nur eine spannende Besonderheit, sondern könnte zur Verkehrserziehung genutzt werden. Aber ein Entwurf ist halt noch kein in Stein gemeißelter Plan. Vor allem, um die Kosten im Griff zu behalten, könnte das Konzept durchaus noch an der ein oder anderen Stelle abgespeckt werden. Dabei fallen dann nette, aber nicht zwingend notwendige Details dem Rotstift zum Opfer.

Ohnehin waren die Kosten eines der Themen, bei denen die Ausschuss-Mitglieder Donnerstagabend am lebhaftesten nachhakten. "Wie teuer wäre uns die Kita gekommen, wenn wir sie komplett neu gebaut hätten?", wollte Lars Legath wissen, der für die Linkspartei als sachkundiger Einwohner im Bildungs- und Sozialausschuss sitzt. Projektleiter Axel Markert hatte die Zahl griffbereit. "4,1Millionen Euro wurden dafür ursprünglich einmal berechnet", so Markert. Verglichen mit den 5,8Millionen Euro, die der Umbau der Halle 2 der Hempelschen Fabrik kosten soll, wäre das deutlich weniger. Allerdings fließen in die Finanzierung des Projekts Fördermittel des Freistaats mit ein. Und diesen Topf kann nur anzapfen, wer ein leer stehendes Gebäude wieder sinnvoll nutzt. Deshalb würde Dresden von den 5,8Millionen Euro 3,9Millionen übernehmen. Bei einem Neubau wäre der Freistaat nicht so spendabel.

Komplett können die Hallen aber nicht erhalten werden. West-, Nord und Turmgebäude macht der Abrissbagger größtenteils platt. Dort entsteht ein Neubau. Das Südgebäude dagegen wollen die Arbeiter sanieren. Die Fassade wird in diesem Teil also weiterhin die architektonischen Erinnerungen an die ehemalige Fabrik wachhalten. Außerdem entsteht ein ganz neuer Verbindungsbau. Losgehen soll es in der Elsteraue im Herbst dieses Jahres. Ende 2019/Anfang 2020 - so lautet die Planung - können dann insgesamt 120 Krippen- und Kindergartenkinder in die einstige Fabrik einziehen.

Dadurch entsteht in der Elsteraue das wohl kinderreichste Areal Plauens - zumindest tagsüber. Denn direkt daneben gibt es mit der Kita "Sonnenblume" eine weitere große Einrichtung. Als Problem sieht man dies bei der Stadtverwaltung jedoch nicht. Eher im Gegenteil. Möglicherweise werden die Kitas Außenanlagen gemeinsam nutzen. "Darüber hinaus können beide Einrichtungen gemeinsame Früh- und Spätgruppen bilden", so Kulturbürgermeister Zenner. "So etwas ist in Kitas immer ein großer Kostenfaktor."

Allerdings wird die Zufahrt zur neuen Kindereinrichtung teilweise über das Gelände der benachbarten "Sonnenblume" verlaufen. "Kann man das nicht anders lösen?", fragte Stadträtin Juliane Pfeil-Zabel (SPD). Doch Projektleiter Markert winkte ab. Man habe Alternativen geprüft. Doch die jetzt vorgeschlagene Variante würde den Verkehr wenigstens an einer Stelle bündeln. Sonst habe man vielleicht auf engstem Raum an zwei Stellen Chaos, wenn die Kinder gebracht beziehungsweise abgeholt werden.

Wer seinen Sprösslingen übrigens jetzt schon einen Platz an der künftigen Kita sichern will, hat Pech gehabt. "Es gab bei uns sogar schon Anfragen", sagte Steffen Zenner. "Aber zum jetzigen Zeitpunkt sind noch keine Anmeldungen möglich."

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
1
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 14.01.2018
    18:04 Uhr

    Interessierte: Warum eine Ruine dabei hilft, Geld zu sparen.

    In Chemnitz ist das gerade anders herum , da bleiben Ruinen stehen und es wird neu gebaut für Millionen , weil das eine freudige und schöne Aufgabe ist ...

    Das zweite Foto erinnert mich an das Hauptpostamt 4 , dort fallen zwischenzeitlich die Decken in sich zusammen und die Fußböden wölben sich nach oben ...

    Der vordere Bereich für eine Schule und der hintere Bereich für einen Kindergarten würden es vielleicht tun - und gleich noch mit einem Bahnanschluß in alle Richtungen .

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