Bilder vereinen Kunst und Kampf

Es lohnt sich fast immer, mit dem Schöpfer eines Bildes oder einer Grafik zu sprechen und ihn nach seinen Beweggründen zu fragen. Auch Bernd Langer, der gerade an der Bahnhofstraße ausstellt, kann Interessantes berichten.

Plauen.

Derzeit hängen Arbeiten des 56-jährigen Bernd Langer in der Galerie Forum K an der Bahnhofstraße, die man kostenlos besuchen kann. Für Außenstehende, die den künstlerischen Hintergrund von Malerei oder Zeichnungen nicht kennen, lohnt es sich meistens, mit dem bei der Ausstellungseröffnung anwesenden Meister sich selbst zu unterhalten. Langers Arbeiten sprechen eine deutliche Sprache.

"Das sind Maschinenteile", erklärte der in Berlin lebende Künstler eines seiner Werke. Man kann in den Formen aber ebenso ein Gesicht erkennen. Und genau darum geht es. Denn beides gehört zusammen. Es sind Gesichter von Industriearbeitern. "Ich bin selbst als Maschinenarbeiter tätig gewesen", berichtete Langer. Auf seinem Bild werden also Menschen zu Maschinen, könnte man meinen. Die gleich daneben hängenden Werke haben das selbe Thema.

"Lohnarbeit ist auch keine Lösung" lautet der Titel einer anderen Darstellung, auf der eine zumindest menschenähnliche Figur zu sehen ist. "Die Haut ist schon abgezogen", kommentierte Langer. Der nackt gemachte Lohnarbeiter hat ein Handy dabei. Das ist aber nicht als Luxus zu verstehen. Er muss ja immer und überall erreichbar sein für seinen Arbeitgeber. Auf der Uhr des bedauernswerten Wesens ist es 5 vor 12.

Ein anderes Blatt zeigt drei braune Elemente. "Die stellen den Faschismus dar", sagte Langer. Rings herum tummeln sich Formen aller möglichen Farben, die alle ineinander greifen. "Wenn einer seine Position verändert, verändert sich alles", ging der Mitbegründer der kulturpolitischen Initiative Kunst und Kampf (KuK) auf das gezeigte Muster ein. Stück für Stück kommt eines zum anderen. Auf diese Weise werde Faschismus letztlich groß gemacht.

Wie bereits andere Künstler vor ihm, ist auch Bernd Langer mit seiner Kunst gerne nach Plauen gekommen. "In kleineren Städten hat man viel mehr Wirkungsmöglichkeiten", erklärte er. Das meine er auch politisch. In einer Großstadt könne man mit Kunst nicht so viel bewirken. Und dass Berlin eine weltoffene Stadt sei, "das ist Propaganda", sagte er weiter.

"Diese Schau polarisiert", gab Steffen Unglaub vom Aktionsbündnis Vogtland gegen Rechts seine Bewertung dieser Exposition wieder. "Das ist ein Akzent, den wir hier in Plauen brauchen", ergänzte der Plauener. Veranstalter der bis zum 26. Februar geplanten Ausstellung "Kunst und Kampf" ist die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - BdA Vogtland mit einer Förderung von "Demokratie leben!" und in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis Vogtland gegen Rechts.

Öffnungszeiten der Galerie Forum K: Mittwoch bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr.

www.kunst-und-kampf.de

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