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Am Oberen Bahnhof in Plauen stehen durchaus nicht immer so viele Taxis wie auf diesem Bild.

Foto: Ellen Liebner

Das lange Warten aufs Taxi: Doch schuld sein will niemand

Fahrgäste in Plauen brauchen oft viel Geduld, wenn sie ein Taxi wollen. An wem liegt's? Es gibt drei Beteiligte. Wo bleibt der Schwarze Peter liegen?

Von Gunter Niehus
erschienen am 11.07.2017

Plauen. Wolfgang Häßler mag nicht mehr den Prügelknaben spielen. Egal ob jemand 60 Minuten auf ein Taxi wartet, das ihn von der Pausaer Straße in die Rähnisstraße bringen soll, oder eine Reisegruppe früh um sechs Uhr am Oberen Bahnhof vergeblich auf den Weitertransport wartet - immer landet das Problem beim Vorsitzenden der Plauener Taxigenossenschaft. Längst sind nicht nur Menschen aus der Spitzenstadt betroffen - auch andere Vogtländer sowie Touristen gehören mittlerweile zu den Leidtragenden. "Ich kann den Ärger der Kunden ja sehr verstehen", sagt Häßler. "Aber die Leute sind bei mir eigentlich an der falschen Adresse."

Die richtige Adresse - das ist seiner Meinung nach das Landratsamt des Vogtlandkreises. Wenn dieses alle Plauener Taxiunternehmen an die Kandare nehmen würden, dann - so Häßlers Einschätzung - hätte man die Probleme nicht. Denn mittlerweile seien in der Genossenschaft nur noch 14 Taxiunternehmen vertreten. Früher waren es mal 40. Und diese 14 hätten auch noch wegen des Mindestlohns Fahrer entlassen müssen. Ein funktionierender 24-Stunden-Dienstplan sei mit diesem schmalen Personalstamm schlicht nicht möglich.

Und genau da kommt für ihn das Landratsamt ins Spiel. Es gibt nämlich neben "seinen" 14 Taxiunternehmen in Plauen durchaus noch weitere. Einige hätten sich zum Beispiel darauf spezialisiert, Dialysepatienten zum Arzt und wieder zurück zu fahren. Das seien gut planbare Aufträge. Und allemal ein lukrativeres Geschäft, als nachts darauf zu warten, dass ein Kunde anruft - oder halt auch nicht. "Wenn das Landratsamt künftig die Dienstpläne aufstellt und dazu auch jene Unternehmen heranzieht, wäre die Lage viel besser. Und es gäbe weniger Ärger mit verärgerten Kunden."

Doch bei der Kreisbehörde will man von solchen Ideen nichts wissen. Dies stellt die Leiterin des Straßenverkehrsamts, Constanze Spranger, klar: "Weder gibt es für eine Behörde eine Möglichkeit, Dienstpläne für alle Unternehmen aufzustellen, noch die permanente Erreichbarkeit und Benutzbarkeit von Taxen zu regeln."

Das Hauptproblem in Plauen sei zwar in der Tat, dass zu wenige Taxiunternehmen in der Genossenschaft und seiner Funkzentrale organisiert sind. "Die Bezeichnung Funkzentrale suggeriert dem Bürger, dass über diese Rufnummer alle verfügbaren Taxis zu erreichen sind", so Spranger. "In der Stadt Plauen ist jedoch weniger als die Hälfte der Taxiunternehmen in der Funkzentrale organisiert. Dass dies hier nicht funktioniert, liegt definitiv nicht in der Verantwortung des Straßenverkehrsamts des Vogtlandkreises."

Die Landratsamtmitarbeiterin schiebt den Schwarzen Peter statt dessen in Richtung Rathaus. Im Jahr 2016 sei man an die Stadt Plauen mit zwei Vorschlägen herangetreten, die die Situation entschärfen könnten. Sie betreffen das Marketing und eine neue Organisation der Fahrtenvermittlung. Spranger: "Die Hoffnung, dass diese Vorschläge angenommen werden und die Situation sich bessert, hat sich bisher nicht erfüllt."

Im Rathaus will man aber auch nicht schuld sein. Und schiebt den Schwarzen Peter postwendend wieder zurück. Verantwortlich sei das Landratsamt. Und die Taxiunternehmen selbst. "Wir bedauern es, dass die Verfügbarkeit von Taxis gerade in der Nacht nicht zufriedenstellend ist", teilt Wirtschaftsförderer Eckhard Sorger mit. Und ergänzt: "Letztlich sind es aber unternehmerische Entscheidungen, die von der Verwaltung nicht zu beeinflussen sind."

 
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Das lange Warten aufs Taxi: Doch schuld sein will niemand
Kommentar: Behörden-Pingpong
 
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Kommentare
3
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 12.07.2017
    09:24 Uhr

    aussaugerges: Die fahren mit Voranmeldung doch lieber, nach Gießen oder Friedland.
    W

    0 1
     
  • 11.07.2017
    12:47 Uhr

    Zahlemann: In den anderen Gegenden im Vogtland sieht es auch nicht besser aus.
    Berühmte Sprüche von Taxifahrern: Ich fahr doch am Wochenende nicht die besoffenen nach Hause,
    Ich verdiene mein Geld mit Krankenfahrten,
    Ich warte doch nicht, bis da mal einer wohin gefahren werden will!
    Wenn man dann doch mal in einem Taxi sitzt hört man die ganze Fahrt nur das gejammere, wie schwer doch das Geldverdienen ist.
    Den ganzen Tag stehen sie im Rudel an ihren Treffpunkten und warten, das mal einer kommt.

    Ich weiß nicht was da der Gewerbetreibende sagen soll, der zum Teil auch stundenlang ohne Kunden in seinem Laden steht und wartet? Schild ran " Bin telefonisch erreichbar, aber nicht Samstag zur Volksmusik"

    0 4
     
  • 11.07.2017
    08:39 Uhr

    DerKuckuck: Seit wann regelt eine Behörde die unternehmerischen Geschicke eines privaten Dienstleisters? Taxen haben seit dem Mindestlohn alle auf Voranmeldung umgeschalten. Das heißt ich muss lange vorher bestellen. Kurzfristig bekomme ich schon lang kein Taxi mehr. Aber das sind ja Entscheidungen der Unternehmer aus privater Hand.
    Achja, wenn man bereit wäre mehr fürs Taxi zu zahlen, dann wäre die Verfügbarkeit auch besser. Aber diesen schwarzen Peter nimmt der Kunde wie bei der Milch nur ungern auf.

    0 5
     

 
 
 
 
 
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