Fernweh-Park verschwindet aus Hof

Die oberfränkische Touristenattraktion wird an einem neuen Standort mit überarbeitetem Konzept wieder aufgebaut. Plauens Partnerstadt Hof bleibt dabei aber außen vor.

Hof.

Die bunten, exotischen Schildergrüße sind verschwunden. Was am 9. November 1999 am Ufer der Saale begann, nahm am vergangenen Wochenende ein jähes Ende. Auf dem Areal des Fernweh-Park "Signs of Fame" in Hof staken jetzt leere braune, morsche Pfähle in den Himmel. Ein tristes Bild. Das völkerverbindende Friedensprojekt hat nach gut 17 Jahren die Stadt Hof verlassen und wird in neuer Pracht, Größe und Anerkennung im oberfränkischen Oberkotzau zu neuem Leben erweckt - zirka neun Kilometer von Hof entfernt, berichtet Initiator Klaus Beer. Dort soll das Projekt in den nächsten Monaten auf dem neuen Summagelände, wo früher einmal eine Fabrik stand, errichtet und künftig die touristische Hauptattraktion werden.

Dass das Projekt Hof verlässt, hat laut Beer mehrere Gründe. Nicht nur, dass der Platz an der Saale zu klein geworden war und rund 700 Schilder im Lager bleiben mussten. Feuchtigkeit hatte über all die Jahre auch den Pfosten zugesetzt, die einst ungeschützt in die blanke Erde gesetzt wurden. Die Sicherung hätte den rund 70 Mitglieder starken gemeinnützigen Verein finanziell überfordert. Als dann Angebote von mehreren Städte und Orten vorlagen, die den Park gerne zu sich holen würden, von Hof aber kein entsprechendes Signal vorlag, entschied der Fernweh-Park-Verein, nach Oberkotzau zu ziehen.

Das Schilder-Projekt hat Hof von Anfang an gespalten. Man hörte Stimmen wie Schrottplatz oder Umweltverschandelung. Beer: "Es gab leider in Hof so ein Tal der Ahnungslosen. Sie wussten überhaupt nicht, um was es in dem völkerverbindenden Friedensprojekt geht, selbst nach 17 Jahren nicht." Dabei brachte das Projekt der Stadt Hof rund 1400 Presseberichte in der ganzen Welt, die den Namen der Stadt bekannt machten. Und Stars und Sternchen gingen dort ein und aus. "Alles in allem ein hoher Werbeeffekt für die Stadt Hof. Unbezahlbar", so Beer. Beim Abbau der Schilder hörten er und die anderen Vereinsmitglieder auch immer wieder Stimmen, die überhaupt nicht verstehen können, dass Hof dieses Alleinstellungsmerkmal nicht halten konnte.

"Der Fernweh-Park wird am neuen Standort optisch völlig anders als in Hof zu erleben sein", so Beer. Das Areal soll sternförmig angelegt werden. Die Schildergrüße sind nach Themen getrennt angeordnet: Ortsschilder, Vereinsschilder und sonstige Schildergrüße, Star-Schilder, lustige Ortsnamen und Schilder, die eine besondere Geschichte zu erzählen haben. Auch die Star-Sterne des "Boulevard der Humanität", ähnlich des "Walk of Fame" in Hollywood, sind wieder zu sehen und werden im Gehweg eingelassen.

Anstelle der früheren engen Pfostenspirale gibt es am neuen Standort breitere Fußwege. Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer können sich dann bequem durch die Schilderreihen bewegen. Damit die Besucher den Fernweh-Park gut erreichen, sollen genügend Parkplätze für Pkw und Busse zur Verfügung stehen. Der Eintritt bleibt weiterhin frei. Ab Sommer 2017 soll es auf Wunsch Führungen durch die Anlage geben.

Am Standort des bisherigen Fernweh-Parks in Hof muss bis 30. Juni der Urzustand des Geländes wieder hergestellt sein. Dann soll dort eine Ladestation für Elektroräder entstehen. (bju)www.fernweh-park.de

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