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Ebenfalls geöffnet gestern: die Weberhäuser. "Hexe" Margitta Schier führte zahlreiche Besucher durch die Häuser am Mühlgraben. Es gab Kaffee und Kuchen im Garten, in dem noch Gänseblümchen blühen dürfen.

Foto: ANDREAS WETZELBild 1 / 3

Gruß an Gott: "Ich hoffe, meine Oma ist ein guter Engel!"

Am Denkmaltag gestern öffneten auch die Kirchen. "Denk mal an Gott" war ihr Motto. Das tun viele in der Johanniskirche. Dort gibt es eine Pinnwand, an der ihre Wünsche stehen.

Von Manuela Müller und Andreas Wetzel (Fotos)
erschienen am 11.09.2017

Plauen. Pfarrer Hans-Jörg Rummel sieht Kirchen nicht als Denkmal. Ein Denkmal, das sei etwas Vergangenes. "Für uns ist das Vergangene lebendig", sagt Rummel, Pfarrer der Johanniskirche. Passend zum Reformationsjubiläum standen gestern am Denkmaltag zahlreiche Kirchen offen. Eben auch die Johanniskirche. Der Pfarrer war da, erzählte über Gott und die Kirche selbst.

Täglich öffnet sie. Jemand aus der Gemeinde schließt sie morgens auf und abends ab. Rummel zufolge vergeht kein Tag, ohne dass Kerzen in der Gebetsecke brennen. Diese Ecke richtete die Gemeinde vor mehreren Jahren ein. Sie besteht aus Stühlen, die vor gestapelten Steinen stehen. Auf den Steinen ruht ein Bild, das Jesus Christus zeigt, der einem Heiligen den Arm um die Schultern legt. "Ein tröstliches Bild. Schützend und ermutigend", sagt Rummel.

In der Gebetsecke gibt es eine Pinnwand. Wer will, kann seine Wünsche und Gebete aufschreiben und an den Kork stecken. Viele Menschen haben ihre Handschrift in der Kirche hinterlassen und das, was sie bewegt auf Zettel geschrieben. "Ich wünsche mir so sehr, dass mein Sohn wieder öfter zu mir kommt und sich umarmen lässt", schrieb jemand.

Und andere: "Ich wünsche mir, dass ich nicht mehr in meiner Klasse beleidigt werde." "Ich hoffe, meine Oma ist ein guter Engel." "Ich bitte darum, dass wir eine Familie bleiben und alles besser wird." "Vielen lieben Dank für das zweite Leben, dass du mir schenktest." "Bitte hilf mit deiner Allmacht, dass meine Tochter, Mutter von drei Kindern, wieder gute Arbeit in ihrem Beruf findet." Unten hängen Kinderzeichnungen an der Pinnwand. Eine zeigt einen Weihnachtsbaum, ein Häuschen und zwei Männchen. "Für meinen Papa, den Engel", steht drauf.

Die Kirche als Ort des Trostes. Für Vera und Jürgen Dunkel war die Johanniskirche gestern Nachmittag ein Ort der Erinnerung. Die Gynäkologin und ihr Ehemann, ein Chemiker, leben in Halle. Sie machen Kurzurlaub im Vogtland, ihrer alten Heimat. In der Johanniskirche wurden Vera Dunkels Cousins getauft.

Gestern ließen sich die Dunkels auf der Treppe des Alten Rathauses fotografieren, denn da hatten sie vor einem halben Jahrhundert schon einmal gestanden . "Am 3. Oktober vor 50 Jahren haben wir hier geheiratet", sagt Vera Dunkel. Vor dem Johanniskirch-Altar saß zum Denkmaltag ein Mann, der Gitarre spielte. Laut Pfarrer Rummel ein Freund des Hauses: "Er kommt oft und spielt."

Für den Pfarrer ist das ein glücklicher Umstand. Wenn der Gitarrist spielt, ist seine Kirche bewacht. Denn die Kehrseite der offenen Türen sind Fälle von Vandalismus, die die Gemeinde von Zeit zu Zeit erschüttern. Rummel ist es trotzdem wichtig, die Kirche nicht nur zum Gottesdienst zu öffnen. Den Grund zeigen ihm die brennenden Kerzen und die Zettel an der Pinnwand.

Offen standen zum Denkmaltag auch andere Orte, auf die Plauen stolz ist. Darunter die Schaustickerei, das Vereinshaus in Straßberg, der Komturhof, die Weberhäuser. "Macht und Pracht" hieß das große Motto des diesjährigen Denkmaltages. Es sollte zeigen, wie Adel, Bürgertum sowie Kirche durch Architektur und durch Kunst ihre Ansprüche sichtbar machten.

 
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