Himmel öffnet wieder seine Schleusen

Erneut zogen schwere Gewitter über das Vogtland. Diesmal traf es unter anderem die Stadt Pausa und vor allem den Markneukirchener Ortsteil Erlbach, wo am Samstag in kurzer Zeit gut 70 Liter Regen niedergingen.

Pausa/Markneukirchen/Erlbach.

Das Vogtland kommt nicht zur Ruhe. Das seit Mitte Mai nunmehr vierte schwere Gewitter brachte am Samstag in einigen Orten wie Pausa, Markneukirchen mit dem Ortsteil Erlbach sowie Bad Elster erneut vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, umgestürzte Bäume und insgesamt 38 Einsätze der Feuerwehr. Verletzte gab es nach Angaben der Rettungsleitstelle nicht.

"Land unter" hieß es am Samstagnachmittag in Pausa, plötzliche Sturzbäche und sprudelnde Gullys führten zu Hochwasser. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich die Paul-Scharf-Straße in ein Chaos mit Wasser und Schlamm. Es ging gegen 14 Uhr mit Blitzen, Donner, Sturm und Regen los, berichteten Anwohner. Hagel kam hinzu. Alles soll ganz schnell gegangen sein. Keine Chance hatten zwei Autos, die auf der Paul-Scharf-Straße unterwegs waren. Bis zur Hälfte standen sie im Wasser, es reichte bis fast an die Seitenfenster. Die Fahrer konnten noch ihre Autos verlassen.

Die Pausaer Feuerwehr musste vom Trabirennen, welches sie absicherte, zum Einsatz gerufen werden. Das Rennen wurde daraufhin abgebrochen. Die Feuerwehrmänner kämpften gegen das Hochwasser an, pumpten das Wasser ab. Von den Häusern an der Paul-Scharf-Straße waren nicht nur die Keller, sondern auch die Wohnungen im Erdgeschoss betroffen. Gärten standen unter Wasser. Der Schlamm an den Hausfassaden zeigte später, wie hoch das Wasser stand. Anwohner und Helfer schleppten Eimer, packten an, die Feuerwehr unterstützte die Arbeiten. Die Feuerwehren aus Pausa und den Nachbarorten, die herbeigerufen wurden, hatten stundenlang zu tun, später mussten die Straße und die Gehwege vom Schlamm befreit werden. Auch der angrenzende Park und der Spielplatz wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Paul-Scharf-Straße, die durch die Stadt führt, war den ganzen Nachmittag für die Durchfahrt gesperrt. Erst am Abend entspannte sich die Lage wieder.

Marco Lauterbach von der Freiwilligen Feuerwehr Markneukirchen: "Der Starkregen hat wieder die ganzen Einsatzstellen der vergangenen 14 Tage betroffen. Die Einsatzkräfte sind im kompletten Stadtgebiet unterwegs. Ein besonderes Problem sind die Felder, der ganze Schlamm kommt in die Häuser."

Eine Gewitterzelle lag am Samstagnachmittag mehr als zwei Stunden über dem oberen Vogtland, der Schwerpunkt war rund um Markneukirchen. Allein im Gebiet um Erlbach fielen rund 70 Liter je Quadratmeter. Wasser schoss von den Feldern in Wohnhäuser, Keller liefen voll. Der Schwarzbach drohte über die Ufer zu treten.

Erneut betroffen war auch das Grundstück der Familie Ganßmüller in Sohl bei Bad Elster, das innerhalb von wenigen Minuten vom Wasser des Raunerbach überflutet wurde. Kameraden der Feuerwehren aus Bad Elster und den Ortsteilen Sohl und Mühlhausen sicherten mit weiteren Helfern Wohnhaus und Gebäude mit Sandsäcken, um Schlimmeres zu verhindern. Die B 92 musste wegen des Einsatzes komplett gesperrt werden. In Schöneck war am Samstagmittag wegen der Unwetterwarnung der Liftbetrieb in der Bikewelt eingestellt worden. In Adorf, wo der Schwarzbach in die Weiße Elster mündet, überschritt der Pegel die Marke von 1,10 Metern. Deshalb bestand dort zwischen 15 und 19 Uhr Hochwasserwarnstufe 1.

Markneukirchens Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos), der am Samstag einen Gast aus Japan abgeholt hatte, geriet mit diesem direkt ins Unwetter. Nach seinen Informationen war die Markneukirchner Wehr allein am Samstagnachmittag 17-mal im Einsatz. Ein im Rudolf-Thiele-Bad geplantes Kinderfest wurde abgesagt. Über die Höhe der erneuten Schäden lagen gestern noch keine Informationen vor.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
1Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 0
    0
    WilhelmTell
    11.06.2018

    Für die Schäden, die im Vogtland seit dem - von der UWB NICHT umgesetzten - SMUL -Erlass v. 2013 entstanden sind, könnte man (die vorhersehbaren künftigen Schäden eingerechnet) bald das ganze Vogtland regensicher überdachen ;.)
    Wenn sich eine Baufirma fände die den Landvogt oder seine UWB sponsert bestünden vielleicht gute Chancen für diese Lösung?



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...