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Hinter diesem Schreibtisch wird Achim Schulz nicht mehr lange sitzen. Ende Mai geht der Bürgermeister von Rosenbach in den Ruhestand.

Foto: Ellen Liebner

"Ich hätte gern noch im Mai einen Arzt präsentiert"

Ende des Monats geht Rosenbachs Bürgermeister Achim Schulz in den Ruhestand - Ein Blick zurück und voraus

erschienen am 17.05.2018

Bürgermeister von Syrau, später Bürgermeister von Rosenbach - Achim Schulz (FDP) ist ein Urgestein der vogtländischen Kommunalpolitik. Ende Mai geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Gunter Niehus hat mit dem scheidendem Rathauschef über Erfolge, Niederlagen und Zukunftspläne gesprochen - und über einen Brief.

Freie Presse: Am 31. Mai ist Ihr letzter Arbeitstag als Rosenbacher Bürgermeister, ab 1. Juni sind sie Rentner. Freuen Sie sich darauf oder graut Ihnen davor?

Achim Schulz: Ich freue mich auf den Ruhestand. Insgesamt war ich jetzt 24 Jahre Bürgermeister. Irgendwann ist gut. Termine habe ich auch so noch genug. Immerhin bin ich als Bürgermeister Mitglied in vielen Vereinen geworden. Denen bleibe ich treu. Ich werde außerdem wieder mehr singen, sowohl im Kirchenchor als auch um Gospelchor Orange Voice. Aus Zeitgründen musste ich vor drei Jahren mit Tischtennis aufhören. Da steige ich jetzt wieder ein.

Das heißt, Sie wären auch dann nicht wieder angetreten, wenn Sie es vom Alter her gedurft hätten?

Oh, das ist wirklich eine schwierige Frage. Ein, zwei Jahre mehr als Bürgermeister hätte ich mir sicher noch vorstellen können. Aber die volle Amtszeit von sieben Jahren? Eher mal nicht. Sagen wir: Ich bin froh, dass ich das gar nicht erst entscheiden musste.

Auf welche Erfolge als Bürgermeister sind Sie besonders stolz?

Die Sanierung des Schlosses in Leubnitz, darauf bin ich besonders stolz. Ich weiß, dass es für viele immer noch nicht gut genug saniert ist. Aber wenn man es mit anderen Schlössern in der Region vergleicht, stehen wir ziemlich gut da. Außerdem sind fast alle Ortsteile demnächst an die zentrale Kanalisation angeschlossen. Und dann wäre da noch den Umbau der Alten Schule in Syrau zu einem zentralen Kindergarten und Hort. Wir werden ihn demnächst einweihen.

Machen das noch Sie oder Ihr Nachfolger Michael Frisch?

(lacht) Das kann eng werden. Entweder wird es Ende Mai oder Anfang Juni. Aber es ist ja völlig egal, wer es macht.

Gibt es auch Sachen in Ihrer Amtszeit, die aus Ihrer Sicht nicht so gut gelaufen sind?

Wir haben es leider noch nicht geschafft, Drachenhöhle, Windmühle und das Schloss in Leubnitz als touristische Ziele zusammenzufassen. Das sollte alles in einer Hand sein.

Gibt es wichtige Projekte, die Sie nicht zu Ende bringen konnten?

Naja, wir haben in Rosenbach zwar einige Zahnärzte, aber nach wie vor keinen Allgemeinarzt. Alle Bemühungen in dieser Richtung haben nicht zum Erfolg geführt. Ich hätte wirklich gern im Mai noch eine Arzt präsentiert - und wenn es nur für einige Stunden in der Woche gewesen wäre. Aber das wurde nichts.

Haben Sie als Bürgermeister Fehler gemacht?

So konkret fällt mir da nichts ein. Höchstens, dass ich zu der ein oder anderen Gelegenheit vielleicht zu bürgernah gewesen bin und zu sehr dem Einzelnen helfen wollte. Als Bürgermeister bin ich aber dem Wohl der gesamten Gemeinde verpflichtet, nicht dem eines einzelnen Bürgers.

Was sind für Sie die angenehmsten Erlebnisse in Ihrer Zeit als Bürgermeister gewesen?

Wenn ich älteren Rosenbachern zum Geburtstag gratulieren konnte. Die haben meist kein Blatt vor den Mund genommen, wenn Ihnen was nicht gepasst hat. "Da hast Du ja wieder Mist gebaut!", so was muss man sich da schon mal anhören. Aber die Senioren sagen einem, wo der Schuh drückt. Das kann auch einfach mal ein Bordstein sein, der abgesenkt werden sollte, damit man mit dem Rollator besser rüberkommt. Angenehm ist auch immer die enge Partnerschaft mit der Gemeinde Bergatreute gewesen. Zu sehen, wie intensiv sie von den Vereinen gepflegt wird. Da braucht es uns als Gemeinde meist gar nicht.

Was waren die schlimmsten Augenblicke?

2014 hatte mich der komplette Gemeinderat bei einer Sitzung allein gelassen. Die Gemeinderäte hatten die Versammlung boykottiert, weil sie mit mir wegen schlechter Kommunikation nicht mehr zusammenarbeiten wollten. Das war definitiv der schlimmste Augenblick. Zum Glück konnten wir unser Verhältnis danach wieder verbessern.

Scheidende US-Präsidenten hinterlassen ihrem Nachfolger einen Brief mit Ratschlägen. Was würde in Ihrem Brief an Michael Frisch stehen?

Erstens, dass er seine Entscheidungen und die der Gemeinde besser kommuniziert. Zweitens, dass er die Dinge, die alleine in seiner Verantwortung liegen, auch alleine entscheidet. Ohne sich zu sehr von anderen reinreden zu lassen.

 
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