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Ute Arnold vom Pausaer Heimatverein zeigt eine Reihe von Kittelschürzen an der Wäscheleine im Heimateck.

Foto: Simone Zeh

Kittelschürzen für den Laufsteg

Mit der Kittelschürze erstürmen Hobbymodels am Samstag in Pausa den Laufsteg. Mit eigener Kittelschürze zum Sommerfest des Heimatvereins zu kommen, lohnt sich für die Besucher.

Von Simone Zeh
erschienen am 14.06.2018

Pausa. Was ist der Unterschied zwischen einer Kittelschürze zu DDR-Zeiten und heute? Ute Arnold vom Pausaer Heimatverein kann die Antwort geben: "Heute haben die Kittelschürzen keine Kragen, in der DDR hatten sie immer einen." Genau solche Kittelschürzen, meist bunt, geblümt oder anders gemustert und mit dem obligatorischen Kragen versehen, hat die Pausaerin nun zusammengetragen. "Wir wollen eine Kittelschürzen-Modenschau im Heimateck durchführen."

So kam es, dass alle Frauen gefragt waren, die noch ein solches obligatorisches Kleidungsstück zu Hause hatten, es auszuleihen, damit es auf dem Laufsteg zu neuen Ehren kommt. Schließlich gilt das Kleidungsstück auch als ein Stück textile Kulturgeschichte. "In der DDR galt die Kittelschürze als Hausfrauenuniform, und auch in Betrieben wurde die von den arbeitenden Frauen getragen." Die Frauen schlüpften auch bei der Hausarbeit oder zum Einkaufen in das Kleidungsstück. Es wurde von den Frauen im Osten damit auch in der Öffentlichkeit getragen. Nicht wie im Westen, wo man hinsichtlich der Kittelschürze eher von einem Schattendasein spricht. Was aber auch damit begründet wird, dass die berufstätige Frau damals nicht die Regel war wie im Osten.

"Der VEB Cottana in Mühlhausen war der größte Schürzen-Hersteller in der DDR", so Ute Arnold. Typisch war der Stoff, nämlich Dederon, eine in der DDR hergestellte Kunstfaser. Leicht trocknend, nicht knitternd, lange Lebensdauer, eben rundum praktisch. Während die Frauen bunte Blumenmuster zur Schau trugen, waren einfarbige Kittelschürzen etwa in dunkelblau oder grau den Männern vorbehalten, die etwa als Werk- oder Physiklehrer oder im Lebensmittelgeschäft tätig waren. Der Begriff Dederon enthält zudem den Begriff DDR. Aus dem gleichen Stoff wurden auch die belastbaren, ebenso bunten Einkaufsbeutel in der DDR hergestellt. Auch davon hat Ute Arnold so einige zusammengetragen.

Heute werden Kittelschürzen etwa von der Martin Kraus Textilkonfektion GmbH in Treuen hergestellt. Aber eben ohne Kragen. Blumenmuster sind genauso noch Trend. Kittelschürzen zählen heute indes eher zur Berufsbekleidung, insofern sich die Bedeutung im Laufe der Zeit verändert hat.

Zum Sommerfest des Pausaer Heimatvereins am Samstag will der Pausaer Heimatverein eine Kittelschürzenmodenschau präsentieren. Und: "Wer selbst an diesem Tag mit einer Original-DDR-Dederonschürze bekleidet bei uns im Heimateck erscheint, auf den wartet eine kleine Überraschung", macht Organisatorin Ute Arnold neugierig. Stattfinden wird die Modenschau im Laufe des Nachmittages. Gefeiert wird bis in den Abend hinein.

Das Sommerfest findet am Samstag ab 14 Uhr im Pausaer Heimateck am Neumarkt 3 statt. Höhepunkte werden der Auftritt des Gesangvereins 1826 Pausa sowie des "einsamen Trommlers", eines musikalischen Tausendsassas, sein. Es gibt selbstgebackenen Kuchen zum Kaffee, Roster vom Grill, Fischbrötchen, Bier, Wein, Sekt und alkoholfreie Getränke. Der Eintritt ist frei.

 
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