Kurzzeit-Parkplätze: Ärger in der Innenstadt

Seit dem Sommer gibt es veränderte Anwohner-Parkzonen. An manchen Straßen, wo das Auto vorher überall gratis stehen konnte, ist die Zeit jetzt begrenzt. Was öfter mal schiefläuft.

Plauen.

Das Erstaunen über das Knöllchen am Morgen steht dem Mann ins Gesicht geschrieben. Spät abends, im Dunkeln, habe er sein Auto oben an der Rähnisstraße abgestellt, sagt er. Das Schild, das aufs Kurzzeitparken hinweist, habe er übersehen. Der Autofahrer ist nicht der einzige, der an dieser Straße mit Knöllchen-Frust kämpft.

Stephan Kühnel hat seinen Laden Fahrrad Schmidt direkt neben diesen Plätzen, an denen man maximal zwei Stunden parken darf. Montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr sowie samstags von 8 bis 12 Uhr gilt das. Mehr als einmal sei es Kunden passiert, dass sie einige Minuten im Geschäft verbringen und danach einen Strafzettel am Scheibenwischer entdecken, berichtet er. "Das Schild ist sehr schlecht zu sehen", so Kühnel. Wer von der Leißnerstraße abbiegt, der übersehe es leicht. Denn an der Ecke Leißner-/Rähnisstraße wird ein Haus saniert. Rot-weiße Barken, flatternde Planen, Container und Halteverbotsschilder erschweren die Sicht aufs Parkschild. Direkt gegenüber ist ein zweites Eckhaus in Arbeit. "Wenn dort Mieter einziehen, gibt es noch mehr Konkurrenz um kostenfreie Parkplätze", vermutet Kühnel. Ein Anwohner aus der Leißnerstraße stimmt ihm zu und sagt: "Als ich vor ein paar Jahren hergezogen bin, war es noch leichter, hier einen Parkplatz zu finden."

Hintergrund der Kurzzeit-Plätze ist das neue Parkraumkonzept, das die Stadtverwaltung im Vorjahr umgesetzt hatte. Dazu gehört auch ein neuer Zuschnitt der Anwohner-Parkzonen. Aus elf Zonen wurden acht. Die ursprüngliche Zone L wurde ausgedehnt und in D umgetauft. Sie befindet sich zwischen August-Bebel-, Kaiser-, Schild- und Martin-Luther-Straße. Der Stadtverwaltung zufolge gibt es dort inzwischen 70 Kurzzeit-Stellplätze für zwei Stunden (siehe Grafik) an der Schillerstraße, der Leißnerstraße, der Paul-Schneider-Straße, der Jößnitzer Straße - und eben der Rähnisstraße. Anwohner von ehemals gebührenfreien Zonen können bei der Verkehrsbehörde eine Parkkarte für eine Jahresgebühr von 30,70 Euro kaufen.

Eine Stichprobe an drei aufeinanderfolgenden Werktagen zeigt: Auf den Flächen an der Rähnisstraße stehen tagsüber nur wenige Pkw. Selten liegt eine Parkscheibe oder ein Anwohner-Ausweis hinter der Windschutzscheibe. 48 solcher Karten seien für die Zone D erteilt worden, erklärt auf Anfrage Silvia Weck, Sprecherin der Stadtverwaltung.

Eine Zwischenbilanz des Parkraumkonzepts soll erst im Juni 2018 kommen.

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