Mehr Patienten: Klinikum plant Ausbau der Notaufnahme

Die Anzahl der Patienten wächst seit Jahren. Streng genommen sind viele dort am falschen Platz. Aber sie kommen dennoch.

Plauen.

Was wird genau umgebaut und was soll das Ganze kosten? Bei diesen Fragen muss Uwe Quitzow passen - zumindest vorerst. Doch das nächste Großprojekt wartet schon auf den Bau- und Technikleiter des Plauener Helios Vogtland-Klinikums, daran gibt es keinen Zweifel: "Wir werden in den kommenden Jahren unsere Rettungsstelle umfassend ausbauen", kündigt Quitzow an. Der Grund: Die Patientenzahlen wachsen dort seit Jahren. Und ein Ende ist nicht absehbar - eher im Gegenteil.

"Im Jahr 2001 hatten wir dort rund 15.000 Patienten, mittlerweile sind es doppelt so viele", sagte Dr. Oliver Schilling, ärztlicher Direktor des Klinikums. Die Hauptursache für diese rasante Zunahme sieht er in den langen Zeiten, die Patienten mittlerweile auf sich nehmen müssen, um auf einen Termin beim Facharzt zu warten. Diese Patienten sind in der Notaufnahme eigentlich am falschen Ort - einen Vorwurf macht ihnen Oliver Schilling deswegen allerdings nicht. Denn wenn Menschen beispielsweise unter starken Rückenschmerzen leiden, vom Allgemeinarzt zum Facharzt müssen, und der dann noch spezielle Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) anordnet - dann vergingen gut und gern einige Monate. "Dass die Menschen dann den Weg über das Krankenhaus versuchen, kann man ihnen nicht verdenken."

Laut den Statistiken der Kassenärztlichen Vereinigung sei der Raum Plauen mit manchen Medizinern überbesetzt, sagt Schilling. "Nachvollziehen kann ich das aber beim besten Willen nicht."

Die Planer am Klinikum gehen nicht davon aus, dass die Patientenzahlen in der Rettungsstelle in den kommenden Jahren wieder sinken - wohl eher im Gegenteil. "2018 werden wir erst einmal planen, was in der Notaufnahme genau gebraucht wird", sagte gestern Pressesprecherin Annett Lott. "Danach beginnt der Umbau."


Drei neue Chefärzte

Dr. Uwe Lorenz (59) ist neuer Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie. Der Mediziner arbeitet bereits seit 1985 am Plauener Klinikum. Am 2003 gegründeten Zentrum für Unfallchirurgie und Orthopädie war Lorenz lange als leitender Oberarzt tätig. In der neuen Klinik am Helios-Klinikum stehen Unfallverletzte im Mittelpunkt. Studiert hatte Uwe Lorenz von 1979 bis 1984 an der Universität Jena.

Dr. Karsten Albig (49) wurde zum Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Sportmedizin ernannt. Der Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie, Chirotherapie und Sportarzt ist zudem zertifizierter Knie- und Fußchirurg. Im Zuge seiner Weiterbildung war Albig von 1996 bis 2004 bereits am Plauener Klinikum tätig. Karsten Albig hatte von 1990 bis 1996 an der Universität Leipzig studiert.

Dr. Kosai Eskef (40) wurde zum 1. Februar zum Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe berufen. Der in Syrien geborene Mediziner ist unter anderem Fachmann für Beckenbodenchirurgie sowie Inkontinenzchirurgie. Er studierte von 1995 bis 2001 an der Universität von Latakia. Stationen waren die Universitätsklinik von Damaskus und Aleppo sowie die Uni-Klinik Gießen-Marburg.

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