Nach tödlichem Brand in Plauen: Feuer nach Streit absichtlich gelegt

Ein Mann wird als Zeuge gesucht und verstrickt sich bei seiner Befragung in Widersprüche. Nun steht fest, dass der tödliche Brand von Plauen eine vorsätzliche Tat war.

Plauen.

Nach dem verheerenden Feuer in einem Plauener Wohnhaus sitzt der mutmaßliche Brandstifter in Untersuchungshaft. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Zwickau am Freitag mitteilten, hat ein 26 Jahre alter Mann die Tat eingeräumt. Bei dem Brand am Montagvormittag waren zwei Hausbewohner zu Tode gekommen, vier weitere wurden verletzt. Das Motiv für die Tat liege in "zwischenmenschlichen Streitigkeiten", die Ermittler. Anhaltspunkte für ein fremdenfeindliches Motiv lägen nicht vor. Entsprechende Spekulationen waren aufgetaucht, weil in dem betroffenen Haus auch mehrere Ausländer leben. Die Opfer und der Tatverdächtige sind Deutsche.

Der Brand war am Montagmorgen im Dachgeschoss eines fünfgeschossigen Mietshauses ausgebrochen. Neben den beiden Leichen wurde zunächst ein 23 Jahre alter Schwerverletzter gefunden. Die beiden Opfer seien an den "unmittelbaren Brandfolgen" gestorben, hieß es. Aus den darunterliegenden Wohnungen konnten sich die Bewohner selbst in Sicherheit bringen. Drei von ihnen erlitten leichte Verletzungen. Die Feuerwehr fand bei den Löscharbeiten außerdem sechs tote Hunde.

Der mutmaßliche Täter, der in Dresden lebt, war von den Ermittlern zunächst als Zeuge gesucht worden. Eine Frau aus dem Haus, die das Feuer unversehrt überstand, hatte angegeben, dass er sich vor dem Feuer in der betroffenen Dachgeschosswohnung aufhielt. Im Laufe des Donnerstags sei er dann im Raum Dresden ausfindig gemacht worden. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft verwickelte er sich bei seiner Zeugenvernehmung in Widersprüche, sodass er unter Tatverdacht geriet. Daraufhin sei er erneut belehrt und nunmehr als Beschuldigter vernommen worden. Schließlich habe er die Brandstiftung eingeräumt. Am Freitag wurde er einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Der erließ gegen den Mann Haftbefehl.

Ein Zusammenhang mit einem Hausbrand Ende Dezember ebenfalls in Plauen - beide Häuser gehören demselben Vermieter - scheint nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu bestehen. Ein damals 25-Jähriger war im Januar als dringend tatverdächtig festgenommen worden, ist mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß. Laut Polizei handelt es sich nicht um dieselbe Person.

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1Kommentare
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  • 1
    0
    Pixelghost
    10.02.2018

    Kein politischer Hintergrund und schon ist angenehme Ruhe. Ist bissl blöd, wenn das Ermittlungsergebniss nicht mit der allwissenden Glaskugel überein stimmt.



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