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Gestern Vormittag in der Suppenküche an der Schlossstraße. Das Mikrofon ist auf Konstanze Schumann (links) gerichtet. ZDF-Redakteurin Anja Charlet (zweite von links) interviewt die Chefin der Plauener Tafel.

Foto: Ellen Liebner

Plauener Tafel sendet Signal gegen Rassismus

Die rechte Partei Der Dritte Weg sammelt für Bedürftige - allerdings nur für Deutsche. Diese Ausgrenzung thematisiert das ZDF in einem TV-Beitrag. Es will zeigen, dass es in Plauen auch anders geht.

Von Peter Albrecht
erschienen am 30.01.2018

Plauen. Die Fernsehkamera ist am Montagvormittag auf Konstanze Schumann von der Arbeitsloseninitiative (Ali) Sachsen gerichtet. ZDF-Redakteurin Anja Charlet will mehr über die Arbeit der Plauener Tafel wissen und interviewt die Leiterin des Projektes. "Bei uns bekommen Menschen aller Couleur etwas, nicht nur Deutsche", sagt Konstanze Schumann. Einzig die Bedürftigkeit zähle.

Bei der rechtsextremen Partei Der Dritte Weg, die in Plauen ein Büro unterhält, ist das anders. Unter dem Slogan "Deutsche Winterhilfe" wirbt die Partei für eine Spendenaktion. Sie verteilt Kleidung, Spielzeug und Sachspenden - allerdings nur an "deutsche Bedürftige". Diese Ausgrenzung möchte das ZDF in zwei ihrer Sendungen thematisieren. Die Fernsehleute stellen einen Beitrag für die "Drehscheibe" und für "heute - in Deutschland" zusammen.

Bei der Plauener Tafel gehören Menschen verschiedener Nationalitäten zum Helferteam. "Wir haben hier Menschen aus dem Iran, Irak, Syrien, Tschetschenien, Kamerun und anderen afrikanischen Staaten", berichtet die Chefin der Tafel vor der Fernsehkamera. Als die Plauener Tafel vor 24 Monaten auf 15 Jahre ihres Bestehens zurückblickte, da hatte sie bereits knapp 3500 Tonnen Lebensmittel ausgegeben und mehr als 77.000 Bedürftige registriert.

Nicht weit vom Partei-Büro entfernt betreiben die Markuskirchgemeinde und die Tafel seit Herbst mittwochs eine weitere Suppenküche. "Pfarrer Andreas Vödisch gibt jeweils so zehn bis 15 Portionen aus", zieht Schumann eine erste Bilanz. Bald soll es dort sogar mehr als nur einmal pro Woche eine warme Mahlzeit geben. "Wir wollen das Angebot erweitern", kündigt die Geschäftsführerin der Ali Pausa an. Vorgesehen seien auch eine Kleiderkammer und die Ausgabe von Lebensmitteln der Tafel im Stadtteil Haselbrunn.

An der Schlossstraße sollen die Mitarbeiter und Helfer aus anderen Ländern demnächst ein für ihre Nation typisches Gericht zubereiten. "Ein Nationalitäten-Essen", nennt Schumann die Überschrift für diese Aktion. "Jeder soll mal zeigen, was er besonders gut kochen kann." Natürlich komme es bei Menschen aus verschiedenen Nationen und Kulturen auch mal zu Unklarheiten. "Deshalb wollten wir einen Bufdi als Tafel-Lotsen", berichtet Schumann weiter. Das Geld für den Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, der sich um solche und um organisatorische Angelegenheiten kümmern sollte, sei jedoch nicht bewilligt worden. Auch das hat sie vor der Fernsehkamera gestern wissen lassen. "Wir werden das aber noch mal versuchen", kündigt die Leiterin an, die nicht so schnell lockerlässt.

ZDF-Redakteurin Charlet will auch Vertreter von Der Dritte Weg befragen. Ein Interviewtermin wurde ihr in Aussicht gestellt, sagt sie.

Ausgestrahlt wird der Beitrag voraussichtlich am kommenden Dienstag in der ZDF-Sendung "Drehscheibe" (12.10 bis 13 Uhr) und "heute - in Deutschland (14 bis 14.15 Uhr).

 
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Kommentare
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  • 01.02.2018
    15:54 Uhr

    1953866: @Voigtsberger, ich denke schon. Lesen Sie einfach ein paar andere Beiträge von mir.

    1 2
     
  • 01.02.2018
    07:44 Uhr

    aussaugerges: APROPO Gerechtigkeit:

    Herr Weißgerber in ,,Fakt,, ist von Magdeburg.

    Die Bundesregierung hat 100 Millarden Rentengelder an den Osten nicht gezahlt.

    0 3
     
  • 31.01.2018
    21:33 Uhr

    voigtsberger: @1953866: Ich hoffe sie haben meinen Beitrag richtig gedeutet, wo ich die Aktion des Dritten Weges so beurteile, das es sich aus den politischen Versagen unserer politischen Eliten heraus ergibt, da Armutsrentner um ihrer Lebensleistungsrente betrogen werden und sich mit den Gästen und Dauer-Hartzern an den Tafeln anstellen müssen und da sind Hilfsprojekte für Deutsche nicht mit Rassismus zu plakatieren, denn das Thema der Tafeln müsste heißen, warum immer mehr Bürger arm trotz Arbeit und arm trotz eines arbeitsreichen Lebens sind!

    2 2
     
  • 31.01.2018
    20:30 Uhr

    1953866: "Die rechte Partei Der Dritte Weg sammelt für Bedürftige - allerdings nur für Deutsche."
    Dieses Thema hatten wir ja erst. Aber noch einmal: Es darf jeder selbst entscheiden für wen er spendet, bzw Spenden sammelt. Ist es Ausgrenzung, wenn speziell für EIN krankes Kind, oder für EIN Tierheim Spenden gesammelt werden?
    Im übrigen Ausgrenzung, wie ist das denn mit der grundgesetzwidrigen Ausgrenzung politisch Andersdenkender, z. B. hier:
    https://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGEBIRGE/STOLLBERG/Niederdorfer-Gemeinderat-sperrt-Heimattreue-aus-artikel10111302.php

    2 6
     
  • 31.01.2018
    19:32 Uhr

    voigtsberger: Wo ist da das Signal der Plauner Tafel, wenn Armutsrentner aus dem Niedriglohnsektor mit Dauer-Hartzern und den Gästen sich um Almosen anstellen müssen, ist das nicht Menschenunwürdig für Bürger, die 45 und mehr Jahre in unsere gesetzliche RV eingezahlt haben, wo einige Spitzenverdiener in unseren Land für das Glück im Staatsdienst beschäftigt gewesen zu sein, in "Saus und Braus" leben können ohne sich jemals übermäßig angestrengt zu haben oder zu den sozialen Sicherungssysteme beigetragen haben und das ist das größte Dilemma in unseren land und nicht nur in Plauen und genau aus diesen Gründen kommen dann solche Projekte, wie die des Dritten Weges zustande und wer das mit Rassismus begründet hat die Sachverhalte und Zusammenhänge mit der fehlerhaften Politik unserer Regierung und deren Parteien nicht erkannt, auch wenn die rot-grün verwässerten Medien von Presse und den öffentlich rechtlichen Fernsehen dies immer einseitig berichten um ihren politischen Auftrag der Eliten zu erfüllen!

    2 6
     

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